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White Box - Project Space

Foto: A. Meichsner
Foto: A. Meichsner

Die White Box ist ein Ausstellungs- und Projektraum für die Künste an der Zeppelin Universität. Er dient als Display und experimentelles Labor, in dem neue künstlerische Formate erprobt werden. Die Veranstaltungsformate der White Box zielen darauf ab, überraschende, streitbare und inspirierende Beziehungen zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft zu stiften. Dabei greifen sie Forschungsthemen auf, knüpfen an Lehrveranstaltungen an und behandeln aktuelle gesellschaftliche Fragen, die in der Hochschule einen Resonanzraum haben.


Verantwortlich für das Programm sind:
Prof. Dr. Karen van den Berg, Wissenschaftliche Leitung des artsprogram
Ulrike Shepherd, Kuratorin und organisatorische Leitung des artsprogram

Dank
Der Ausstellungsraum White Box wird durch die Fränkel-Stiftung in Form einer Raumpatenschaft und eine regelmäßige Unterstützung des Ausstellungsprogramms gefördert.

Öffnungszeiten während des Semesters
Dienstag – Donnerstag: 14.00 – 17.00 Uhr
und nach Vereinbarung: Ulrike.Shepherd@zu.de

Aktuell in der White Box

Archaeology of the Present – Memory, Media, Matter


16 | 02 – 15 | 09 | 2018

Das Londoner Kollektiv Forensic Architecture (FA) um den israelischen Architekten Eyal Weizman (geb. 1970) zeigt im universitären Ausstellungs- und Projektraum „White Box“ vom 16. Februar bis zum 17. Mai drei jüngere Arbeiten. Das 2011 gegründete, am Londoner Goldsmith College angesiedelte Forscherteam aus Künstlern, Filmemachern, Architekten, Wissenschaftlern und Journalisten präsentiert dabei unter der Überschrift „Archaeology of the Present – Memory, Media, Matter“ zugleich die drei wichtigsten methodischen Ansätze ihrer forensischen Arbeitsmethodik.
Bekannt wurden Forensic Architecture durch Arbeiten, in denen sie auf der Basis öffentlich zugänglicher Daten und selbst ermittelter Informationen Tathergänge von Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen rekonstruieren. In ihren Projekten bilden sie Räume nach und berechnen Zeitabläufe von Bombenangriffen auf die Zivilgesellschaft, Umweltverbrechen, illegalen Annexionen, Erschießungen oder Folterungen in Gefängnissen. Auf überzeugende, präzise und allgemein zugängliche Weise erstellen sie so Gegendarstellungen zu offiziellen Medienberichten. Forensic Architecture nutzen dazu gängige Simulationsmethoden, wie sie bei architektonischen Planungsprozesse eingesetzt werden und kombiniert diese mit bildgebenden Verfahren, Soundanalysen, Archivmaterial und Zeugenaussagen. So werden abgerissene Gebäude und zerstörte Gefängnisse nachgebildet und widersprüchliche Zeugenaussagen verifiziert. Das interdisziplinäre Kollektiv erstellt virtuelle Architekturen und bewegt sich in seinen Arbeitsmethoden zwischen künstlerischer Forschung, Aktivismus und politischem Journalismus. 2016 war FA auf der Architekturbiennale in Venedig vertreten. Dort hatte das Team um Eyal Weizman im zentralen Pavillon eine Rekonstruktion eines amerikanischen Drohnenangriffs in Pakistan präsentiert. 2017 sorgten Forensic Architecture mit einer Videoarbeit zum NSU-Terrorismus auf der Kassler documenta14 für Aufsehen.

In der Ausstellung „Archaeology of the Present – Memory, Media, Matter“ zeigen Forensic Architecture nun eine speziell für die Zeppelin Universität entwickelte Präsentation. Dabei werden drei ihrer Arbeiten vorgestellt, die zugleich die Arbeitsmethoden des Kollektivs exemplarisch vorführen. Für jeden der drei Begriffe „memory, media, matter“ wird eine Arbeit gezeigt. Das Beispiel für „memory“ vollzieht den Hergang eines US-Drohnenangriffs im Oktober 2010 in Mir Ali in Pakistan nach. Unter dem Begriff „media“ wird eine Arbeit gezeigt, die auf der Basis von Handyfotografien, Satellitenaufnahmen, Medienberichten und Amateurfilmen die Gebäude und den Hergang eines US-Luftangriffs rekonstruiert, bei dem im März 2017 die mit mehreren hundert Menschen gefüllte Al-Jinah Moschee bei Aleppo in Syrien zerstört wurde. Ein Beispiel für die forensische Arbeit unter dem Begriff „matter“ stellt das fortlaufende Projekt Ground Truth dar, das auf der Basis des Abgleichs von historischen und aktuellen Luftaufnahmen ein Gebiet in der Negev-Wüste dokumentiert. Durch diesen Vergleich zeigen die Aktivisten, dass die Wüste – entgegen offiziellen israelischen Verlautbarungen – bereits lange vor 1948 von Beduinen besiedelt war. Die Ausstellung präsentiert diese drei Projekte in Filmen, Recherche-Materialien und Fotografien.

Die Ausstellung des artsprogram der Zeppelin Universität wird – wie es mittlerweile schon Tradition ist – als multifunktionales Environment eingerichtet, in welchem Vorträge, Workshops und öffentliche Diskussionsveranstaltungen zum Thema stattfinden.

Das Ausstellungsprojekt wird unterstützt von der GLS Treuhand e.V. und der Fränkel-Stiftung.

Zum Ausstellungsauftritt auf der Homepage von Forensic Architecture

© Forensic Architecturezoom
© Forensic Architecture
 

Bisherige Austellungen

New Eelam

Fall Term 2017 | NEW EELAM

Christopher Kulendran Thomas & Annika Kuhlmann

Kühl-elegante, modulare Erlebnissuite wirbt für die Vision eines postnationalen und flexiblen Lebens jenseits von festem Wohnsitz und territorial gebundener Staatsbürgerschaft


07 | 09 - 01 | 12 | 2017


Weitere Informationen

 
Perjovschi
Falsnaes
Learning Community
Sholette

Spring Term 2017 | Dan Perjovschi

Wandzeichnungen auf den Tafelwänden des ZF Campus & in der White Box des artsprogram

03 | 03 – 30 | 05 | 2017


Weitere Informationen

Fall Term 2016 | Christian Falsnaes

Masculine demeanor as a consequence of social power relations between artist and audience

10 | 09 – 30 | 11 | 2016


Weitere Informationen

Spring Term 2016 | Project "Learning Community“
with Gintersdorfer/Klaßen, Margit Czenki, raumlabor berlin and participants
Artistic direction: Caroline Brendel & Luzi Gross
Intendants: Prof. Dr. Karen van den Berg & Curator Ulrike Shepherd


12 | 02 – 30 | 05 | 2016


Weitere Informationen

Fall Term 2015 | Gregory Sholette
with Marcel Kalberer and participants
Imaginary Archive | Zeppelin University Edition


12 | 09 – 26 | 11 | 2015


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