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Dan Perjovschi

Ausstellung in der White Box


03 | 03 – 30 | 05 | 2017


Wandzeichnungen auf den Tafelwänden des ZF Campus & in der White Box des artsprogram


Der rumänische Künstler Dan Perjovschi bezeichnet seine wandfüllenden Wort-Bild-Zeichnungen selbst als „Indoor Graffitis“. In den letzten Jahren hat er seine großformatigen Arbeiten, die sich wie Gedanken-Texturen über monumentale Galeriewände ausbreiten, in Einzel- und Gruppenausstellungen in renommierten Institutionen wie dem MoMA New York, der Tate Modern in London, dem Centre Pompidou in Paris, dem Museum of Contemporary Art Tokio und auf verschiedenen Biennalen gezeigt.


Zeichnen stellt für Perjovschi eine Form der Erforschung und der Erkenntnisproduktion dar. Seine Arbeiten beruhen auf einem ständigen Aufnehmen, Verarbeiten, kritischen Reflektieren und Neu-Durchdenken. Ausstellungsprojekte bereitet er von langer Hand vor, legt ortsbezogene Skizzenbücher an und erprobt seine Überlegungen zeichnerisch, um am Ende vertrackte politische, gesellschaftliche und kulturelle Situation in wenigen Strichen einzufangen. Dabei gelingt es ihm auf brillante Weise die Paradoxien und Widersprüche der Gegenwart mit minimalen Mitteln zu erfassen.


Der Künstler versteht sich dabei zugleich auch als Journalist. Seine Zeichnungen sind Resonanzflächen der gegenwärtigen Medienberichterstattung. Deshalb nutzt er auch Zeitschriften und Zeitungen als bevorzugtes Medium. Seit 1990 zeichnet er wöchentlich für die rumänische Presse und ist Redakteur der Zeitschrift revista 22. In den letzten Jahren wurde er darüber hinaus immer häufiger zum Zulieferer von Bildern für aktivistische und karitative Projekte.

Dan Perjovschis meist aus nur wenigen Strichen bestehende Zeichnungen sind Reflexionen zum gegenwärtigen Zeitgeschehen. Sie kommen leichtfüßig, mit Witz und zuweilen auch voller beißender Ironie daher. Durch den Bezug auf aktuelle Ereignisse und den jeweiligen Ort wird jedes seiner Ausstellungsprojekte ein eigensinniges und singuläres Spiegelbild unserer Gegenwart.

Vom 26.02. bis zur Eröffnung am 03. März 2017 ist Dan Perjovschi an die Zeppelin Universität gekommen und hat seine politischen und gesellschaftskritischen zeichnerischen Reflexionen am ZF Campus der ZU angebracht. In einem öffentlichen Arbeitsprozess hat er die schwarzen Tafelwände des Neubaus mit raumgreifenden, leicht vergänglichen Kreidezeichnungen versehen. In der White Box, dem Ausstellungsraum des artsprogam, kreisten seine mit schwarzen Markern gezeichneten Statements inhaltlich um den in die Krise geratenen Kapitalismus .

Die Ausstellung in der White Box lief bis Mitte Mai und wurde durch ein Programm von wissenschaftlichen und künstlerischen Veranstaltungen zum Geldbegriff begleitet. Sie verstand sich als Satellit zu dem Ausstellungsprojekt “Who Pays?“ im Kunstmuseum Liechtenstein.

Dan Perjovschi, *1961 in Sibiu, Rumänien, lebt und arbeitet in Bukarest und wurde spätestens mit seinem Auftritt im Rumänischen Pavillon der Biennale Venedig 1999, international bekannt. 2016 wurde er aufgrund einer Nominierung durch Kaper König mit dem „Rosa Schapire Kunstpreis 2016“ der Hamburger Kunsthalle ausgezeichnet. Er arbeitet regelmäßig mit dem Kunstmagazin "art" zusammen und gibt mit dem "Dan Perjovschi Newspaper" selbst regelmäßig eine Publikation heraus.

Ulrike Shepherd | Kuratorin des artsprogram der Zeppelin Universität | ulrike.shepherd@zu.de

Prof. Dr. Karen van den Berg | Akademische Sprecherin des artsprogram | karen.vandenberg@zu.de

Öffnungszeiten: Dienstags bis Donnerstags, 14.00 – 17.00 Uhr
und nach Vereinbarung

artsprogram@zeppelin-university.com
www.zu.de/artsprogram

Impressionen der Eröffnung


Im Rahmen des „32. Kunst-Freitag Friedrichshafen“ eröffnete das artsprogram die Wandzeichnungen von Dan Perjovschi am ZF Campus

03.03. | ZF Campus der ZU | Fallenbrunnen 3 | 19 - 24 Uhr

21 Uhr Einführung von Prof. Dr. Karen van den Berg
19, 20, 22 Uhr Führungen & Bar


Fotos: K. van den Berg (oben) und C. Ehret (unten)