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Kreative Performanz

Wissen ist nicht nur eine Domäne des abstrakten Denkens, sondern auch in Materialien, Gesten, Gefühlen und Handlungsroutinen gespeichert. Das ist eine Einsicht, die wir dem Strukturalismus und seiner Kritik, der neueren Philosophie und der Wissenschaftssoziologie verdanken. Viele Kompetenzen sind als gelebte Erfahrung in unsere Körper eingeschrieben. 


Diese Erkenntnisformen beginnen die Wissenschaften zu nutzen, Unternehmen interessieren sich zunehmend dafür. Will man ihnen auf die Spur kommen, so reichen Analyse und Begrifflichkeit nicht aus; dieses Wissen lässt sich nur in entsprechenden Situationen erfahren. Dabei bieten sich die Künste noch immer als ein bevorzugtes Feld an, wenn es um ein Denken geht, das sich im Beobachten, Gestalten, Improvisieren, im Handeln und Empfinden artikuliert.

Qualität Hoch
Standard
Besondere Studienkonzepte: Kreative Performanz

Drei Aspekte sind von besonderer Bedeutung:

Ästhetische Erfahrung und emotionales Wissen: Körpertechniken (etwa im Yoga, Tanz oder Theater) sensibilisieren für die Ordnung von Räumen, sozialen Umgebungen, und Atmosphären.

Handlungswissen: Beim Zeichnen, Schreiben oder in der Musik werden Denkformen entwickelt, die sich dem Tun verdanken. Sie folgen weniger einer Kausalität als vielmehr der Logik des Materials oder den Gesetzen eines Bewegungsrhythmus’.

Imaginations- und Kreativitätstechniken: Beim Filmen, Zeichnen, Entwerfen, Komponieren und Experimentieren mit Materialien gilt es Bilder, Narrative und Symbole zu erfinden und etwas Überraschendes, Unvorhergesehenes zu erzeugen, Assoziationen und Behauptungen werden aufgegriffen, verfolgt und spielerisch umgeformt. 



Für die Lehrveranstaltung ‚Kreative Performanz‘ wählen die Studierenden zwei künstlerische Disziplinen aus, die ihren Interessen und Neigungen entsprechen. Begleitet von erfahrenen Künstlerinnen und Künstlern schärfen sie die Wahrnehmung; auf experimentelle Weise erkunden sie ihr Umfeld. Zeichen und Zeichensysteme, Bilder und Narrationen, sogar der eigene Körper werden zu Sonden einer Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, die nicht als Darstellung sondern als Konstruktion und Kritik erkennbar wird. Die Zeppelin Universität hat mit dem Format ‚Kreative Performanz‘ ein für Deutschland bisher einzigartiges Lernformat entwickelt, das neueste Tendenzen im Verständnis von Forschung und Wissenschaft spiegelt.

Das Labor für implizites und künstlerisches Wissen (LIKWI) ist eine Forschungseinrichtung, in der die erkenntnistheoretischen, ästhetischen und pädagogischen Aspekte der Lehrveranstaltung ‚Kreative Performanz‘ thematisiert und im Netzwerk mit anderen universitären Partnern erforscht werden. Das LIKWI ist an das Forschungscluster Kulturproduktion der nächsten Gesellschaft angeschlossen. Einzelne Workshops münden in die Veranstaltungen des artsprogram.

Beteiligte KünstlerInnen

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Anna Artaker
Daniel Aschwanden
Markus Bader

Sandra Boschenstein

Monika Cantieni
Margit Czenki
Friedemann Derschmidt
Barbara Eichhorn
Dorothea Ferber
Werner Fritsch
Immanuel Grosser
Irene Hohenbüchler
Michael Kiedaisch
Alexander Keil
Barbara Kraus
Sylvi Kretzschmar
Axel Kufus
Jan Liesegang
Christina Linortner
Dominik Lutz
Andrew McNiven
Michael Müller
Christoph Schäfer
Stefanie Seufert
Raoul Schrott
Miriam Tag

Workshops und DozentInnen Spring 2017

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Thematisch sind die Workshops an dem Begriff ‚Einfachheit’ ausgerichtet.
In der politischen Sphäre erleben Strategien der Vereinfachung derzeit eine fragwürdige Konjunktur. In künstlerischen Praktiken verweisen Reduktion und Purismus auf eine ganz andere Tradition. Im Spring Term 2017 will die Lehrveranstaltung Kreative Performanz deshalb dem Begriff der Einfachheit durch unterschiedliche künstlerische Produktionsformen auf die Spur kommen. So soll reflektiert werden, worin der Unterschied besteht zwischen einem Kondensat des Komplexen und einer verzerrenden oder verfälschenden Simplifizierung. Was ermöglicht es zu einer ‚Essenz der Dinge’ vorzudringen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, ohne unzulässig zu verkürzen?

| Film/Video: Margit Czenki, Filmemacherin und Künstlerin, Hamburg

Margit Czenki ist eine Filmemacherin und Künstlerin. Ihr Debut, der Spielfilm Komplizinnen (1987) wurde weltweit gezeigt und im Fernsehen ausgestrahlt. Mit dem kollektiven Projekt Park Fiction nahm sie 2002 an der documenta11 teil. 2003 kuratierte sie den Kongress Unlikely Encounters in Urban Space in Hamburg (mit Christoph Schäfer). Ebenfalls gemeinsam entstand die Arbeit Videotaxi im Jahr 2007, eine rollende Analyse der neoliberalen Stadtentwicklungspolitik Hamburgs. 2012 konzipierte Czenki gemeinsam mit Christoph Schäfer und quartiervier architekten die ContainerUni für die Zeppelin Universität Friedrichshafen. Als Gründungsmitglied des interdisziplinären Planungsteams PlanBude organisiert Czenki derzeit die Beteiligung an der Neuplanung der ESSO-Häuser auf St. Pauli. Im September 2016 ko-kuratierte sie die Hamburger Sektion des Festival "Urbanize - Housing the Many - Stadt der Vielen" (mit der PlanBude und "dérive - Zeitschrift für Stadtforschung", Wien). Weitere Infos: hier.


| Zeichnen: Sandra Boeschenstein, Künstlerin, Zürich

Sandra Boeschenstein. 1967 geboren in Zürich. 1988/ 89 Studium der Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Zürich. 1989 – 95 Hochschule der Künste Bern. Artist in Resident (Auswahl): ZiF, Zentrum für Interdisziplinäre Forschung Bielefeld 2017, Künstlerhaus Bethanien Berlin 2014/15, Akademie Schloss Solitude Stuttgart 2003/ 04 Einzelausstellungen (Auswahl): vierzig Versuche Materie zu soufflieren, Künstlerhaus Bethanien, Berlin, 2015. Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift, ART Karlsruhe 2014. Das Double der Ursache, Zeppelin Museum, Friedrichshafen, 2010. Wie weit ist es hinter den Augen hell, Aargauer Kunsthaus, Aarau, 2009. Gruppenausstellungen (Auswahl): Zeichnungsräume, Kunsthalle Hamburg 2016/17, Spaceliner, ARTER Space for Art, Istanbul, 2015. Rohkunstbau XXI ‘Apokalypse’, Schloss Roskow, Brandenburg 2015. Compilation IV, Kunsthalle Düsseldorf, 2009. Potential Spaces, Württembergischer Kunstverein Stuttgart, 2007. In erster Linie..., Kunsthalle Fridericianum, Kassel, 2004. Weitere Infos: hier.


| Design: Dominik Lutz, Designer, Hamburg

2012 Gründung des Möbel- und Leuchtenlabels pliet gemeinsam mit Lutz Pankow (Geschäftsführung, Design, Produktentwicklung). Seit 2009 Lehrauftrag für Design an der HafenCity Universität Hamburg (Lehrveranstaltungen zu Designthemen für BA- und MA- Studierende, Betreuung von Master-Thesen). 2010-11 Lehrauftrag für Design an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (Leitung der Grundklasse, Einführung in den Produktentwurf, Design-Grundlagen). 2007 - 10 Akademischer Tutor bei Prof. Christiane Sörensen, Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur, HafenCity Universität Hamburg (Betreuung von Entwurfsprojekten für BA- und MA-Studierende). 2003 - 07 Akademischer Tutor bei Prof. Glen Oliver Löw im Studiengang Design an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (Einführung in den Produktentwurf). Seit 2002 Entwicklung von Designkonzepten und Serienprodukten Aurelis, Berendsohn, Garpa, Liquid Democracy, Magazin, Michow, Octopus, Pliet. 1996 - 2002 Designstudium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und an der Bauhaus-Universität, Weimar. Weitere Infos: hier.


| Yoga: Benita-Immanuel Grosser, Künstler und Körpertrainer, Hamburg

Künstlerpaar Benita und Immanuel Grosser, Zusammenarbeit seit 1994. 1994 Beginn des Projekts "participating, at the same time", in dessen Verlauf an verschiedenen internationalen Kunstinstitutionen öffentlich zugängliche Yoga-Sessions stattfinden. 2001 Gründung Y8 - International Sivananda Yoga Center, Hamburg. Performances, Aktionen, Konzeptkunst, Einbeziehung von Yoga in den künstlerischen Prozess; Reflektion von Verhaltensregeln und ästhetischer Erfahrung des öffentlichen Ortes. Weitere Infos: hier.

Archiv

artsprogram

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Das artsprogram bietet eine Plattform für vielfältige künstlerische Aktivitäten und ermöglicht Studierenden erste kuratorische und künstlerische Erfahrungen. Eigeninitiierte Projekte, wie Ausstellungen, Performances, Chorauftritte und Konzerte werden vom artsprogram-Team begleitet und von KünstlerInnen betreut.

Kulturproduktion

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Die derzeitigen Entwicklungen im Kulturbereich lassen erkennen, dass traditionelle Konzepte einer Kunst- und Kulturproduktion an ihre Grenzen stoßen: Die Konkurrenz durch private Akteure, ein verändertes Nutzungsverhalten seitens der Rezipienten sowie gesamtgesellschaftliche Entwicklungen wie Migration und demografischer Wandel bringen Kulturinstitutionen unter Veränderungsdruck. Es gilt daher, die Künste in der gegenwärtigen Gesellschaft neu zu situieren und neue Formate, Praktiken und Distributionskanäle zu entwickeln. Die am Zentrum für Kulturproduktion behandelten aktuellen Fragen der Kulturproduktion betreffen deshalb die Strukturen, Ökonomien und Politiken, in denen zukünftige Kuratoren, Stadtentwickler, Festivalmacher, Intendanten und Entrepreneure im kulturellen Feld agieren. Wir versuchen Kulturproduktion und soziale Innovation in Verbindung zu setzen. Dazu bringen wir künstlerisches Denken und Handeln in einen Dialog mit gesellschaftswissenschaftlichen Analysen und Beobachtungen.

Kontakt

van den Berg, Karen Prof Dr phil
Akademische Programmleiterin MA CCM
Lehrstuhl für Kunsttheorie & inszenatorische Praxis
Tel:+49 7541 6009-1311
Fax:+49 7541 6009-1399
Raum:FAB 3 | 1.43
   |   Curriculum Vitae   |   Veröffentlichungen

Zepp, Eva MLitt
Akademische Mitarbeiterin | Kuratorische Assistenz am Labor für implizites und künstlerisches Wissen | LIKWI
Lehrstuhl für Kunsttheorie & inszenatorische Praxis
Tel:+ 49 7541 6009-1317
Fax:+ 49 7541 6009-1399
Raum:FAB 3 | 1.48