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Kreativität & Peformanz

Wissen ist nicht nur eine Domäne des abstrakten Denkens, sondern ebenso in Materialien, Dingen, Gesten, Gefühlen, Erzählungen und Handlungsroutinen eingelagert. Es ist immer als gelebte Erfahrung in unsere Körper eingeschrieben, muss körperlich eingeübt und angeeignet werden. – Diese Einsicht zählt wohl zu den wichtigen Erkenntnissen der Philosophie, Epistemologie und Wissenschaftssoziologie des 20. Jahrhunderts.
Genau hieran schließt die Lehrveranstaltung „Kreativität & Performanz“ an. Sie schafft ein Angebot, das darauf reagiert, dass die Auseinandersetzung mit dem, was „Embodied Knowledge“ und „implizites Wissen“ genannt wird, nicht nur für die Wissenschaft eine wichtige Rolle spielt, sondern auch für die Arbeitswelt immer entscheidender wird.
Mit den herkömmlichen Formen universitärer Lehre lassen sich diese Wissensformen aber nur unzureichend erschließen. Will man ihnen auf die Spur kommen, reichen die Instrumente der begrifflichen Analyse nicht aus. Implizites Wissen muss situativ erfahren und erspürt werden. Es genügt nicht, darüber informiert zu werden, es zu beobachten, zu analysieren, usw.: Es muss selbst körperlich vollzogen und praktiziert werden. Hierbei erweisen sich gerade die Künste als ein Praxisfeld, das Erkenntnisse durch das Beobachten, Gestalten, Handeln und Empfinden von Situationen artikuliert und hierfür ein ausdifferenziertes Instrumentarium entwickelt hat.

Qualität Hoch
Standard
Besondere Studienkonzepte: Kreative Performanz

Vier Aspekte eines solchen erweiterten Wissenskonzepts werden über künstlerische Praxisformen und Techniken besonders zugänglich:

Ästhetische Erfahrung und emotionales Wissen:
Körpertechniken (wie Yoga, Tanz oder Theater) sensibilisieren für räumliche und leibliche Ordnungsstrukturen und Atmosphären in sozialen Umgebungen.


Handlungswissen: Beim Zeichnen, Schreiben oder in der Musik werden performativ Denkformen entwickelt, die sich der körperlichen Bewegung und dem Agieren im Raum verdanken. Diese folgen nicht der strengen Kausalität des propositionalen Denkens, sondern der Logik des Materials oder den Gesetzen eines Bewegungsrhythmus’.


Imaginations- und Kreativitätstechniken: Beim Filmen, Zeichnen, Entwerfen, Komponieren und Experimentieren mit Materialien werden Bilder, Symbole erfunden und Überraschendes, Unvorhergesehenes erzeugt, Assoziationen und Behauptungen werden aufgegriffen, verfolgt und spielerisch umgeformt.


Narratives Wissen: Beim Kennenlernen und Verstehen seiner selbst und anderer, beim Entwerfen und Erfinden von Identitäten, Situationen, Möglichkeiten des Handelns spielt das Erzählen die entscheidende Rolle: Wer sich und andere, wer die eigene Lage und die eigenen Chancen und Beschränkungen wirklich verstehen will, wird dafür Erzählungen brauchen. Die Zeitlichkeit des Erzählens erlaubt es, Erfahrungen im Verlauf zu verstehen, zu Formen und Möglichkeiten auszuloten.

Die Zeppelin Universität hat mit dem Format ‚Kreativität & Performanz‘ in einer langjährigen Entwicklungsphase ein für Deutschland bisher einzigartiges Lernformat geschaffen, das neueste Tendenzen im Verständnis von Forschung und Wissenschaft spiegelt.

Innerhalb der Lehrveranstaltung wählen die Studierenden zwei künstlerische Disziplinen aus, die ihren Interessen und Neigungen entsprechen. Begleitet von erfahrenen Künstlerinnen und Künstlern erproben sie die Schärfen und Unschärfen der Wahrnehmung. Auf experimentelle Weise erkunden sie ihr Umfeld. Zeichen und Zeichensysteme, Bilder und Narrationen werden Teil einer Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, die nicht als Darstellung, sondern als Konstruktion und Kritik erkennbar und mit dem eigenen Körper erfahren wird.


Das Labor für implizites und künstlerisches Wissen (LIKWI) ist eine Forschungseinrichtung, in der die erkenntnistheoretischen, ästhetischen und pädagogischen Aspekte der Lehrveranstaltung ‚Kreativität & Performanz‘ thematisiert und im Netzwerk mit anderen universitären Partnern erforscht werden. Das LIKWI ist an das Zentrum für Kulturproduktion angeschlossen. Einzelne Workshops münden in die Veranstaltungen des artsprogram.

Beteiligte KünstlerInnen

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Anna Artaker
Daniel Aschwanden
Markus Bader

Sandra Boeschenstein

Monika Cantieni
Margit Czenki
Friedemann Derschmidt
Barbara Eichhorn
Dorothea Ferber
Werner Fritsch
Immanuel Grosser
Irene Hohenbüchler
Michael Kiedaisch
Alexander Keil
Barbara Kraus
Sylvi Kretzschmar
Axel Kufus
Jan Liesegang
Christina Linortner
Dominik Lutz
Andrew McNiven
Michael Müller
Christoph Schäfer
Stefanie Seufert
Raoul Schrott
Miriam Tag

Workshops und DozentInnen Fall Term 2018

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Thematischer Schwerpunkt des Workshops im Fall Term 18: Inseln der Freiheit
Wie wir von Robinson Crusoe wissen, braucht man, um auf einer Insel überleben zu können, zweierlei Fähigkeiten: Zum einen das Talent der Anpassung und zum anderen die Fähigkeit, sich die Welt auf spielerische Weise anzueignen. Außer den ökonomischen Zwängen zur rationalisierten Beherrschung von Natur gibt es nämlich immer noch einen Überschuss an Freiheit. Darum lassen sich Inseln der Notwendigkeit auch nur unter der Bedingung in Inseln der Freiheit verwandeln, dass es gelingt, dieses spielerische und erhebende Moment zu erfassen. Um die Erfassung dieser erhebend-ambivalenten Gleichzeitigkeit von Aneignung und Anpassung anhand unterschiedlicher Handlungspraxen zu trainieren und zusätzliche sensorische Sensibilitäten zu schärfen, gestalten die fünf Dozent*innen aus unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen einen gemeinsamen, aufeinander abgestimmten 3-tägigen Workshop. Jede/r Teilnehmer*in durchläuft alle der von den Dozenten*innen betreuten Handlungsbereiche, bevor die gemeinsam gesammelten Erfahrungen in einem performativen Akt zum Ausdruck gebracht werden.

Natürlich müssen Inseln erkundet, Lebensmittel gesammelt und Essen zubereitet werden. Das wiederum bedingt den Bau einer Kochstelle und eines Essplatzes unter freiem Himmel. Dem Bedürfnis nach Musik und Rhythmus wird mit Bodypercussion begegnet und um die Strapazen des Inselaufenthalts besser aushalten zu können, bietet die tägliche Yogapraxis zum einen körperliche Ertüchtigung und innere Einkehr zum anderen.

Wie genau sich die Insel der Freiheit herstellen lässt bleibt spannend und eine Herausforderung an unsere selbstgestrickten Vorstellungen allemal. Freiheit hat seinen Preis mit oder ohne Insel.


  • Y8 ist ein Raum für Kunst und Yogapraxis in Hamburg. Dahinter steht ein transdisziplinäres Kollektiv von KünstlerInnen, DesignerInnen, ArchitektInnen und YogalehrerInnen. Das verbindende Element des Y8-Kollektivs ist die gemeinsame Yogapraxis. Y8 wurde 2000 mit der Intention gegründet, aktuelle Kunst und Yoga in ein produktives Spannungsverhältnis zu stellen. Im Y8-Kunstraum wird Yoga in internationalen Ausstellungsprojekten praktiziert und unterrichtet. Für die Artyoga-Projekte arbeitet das Kollektiv mit international anerkannten KünstlerInnen wie John Baldessari, Channa Hor-witz, Gerwald Rockenschaub, Karin Sander und Lawrence Weiner zusammen. Im Zentrum der kontextspezifischen Artyoga-Projekte des Kollektivs steht die individuelle Raumerfahrung. Aus der künstlerischen Auseinandersetzung mit externen Faktoren entstehen ortsspezifische Installationen, die mit der Yogapraxis in einen Dialog treten.


  • Benita und Immanuel Grosser entwickeln seit 1989 internationale Ausstellungen und Artyoga-Projekte. Neben Lehrveranstaltungen an verschiedenen Hochschulen, Staatstheatern und Museen bie-ten sie am Hamburger Bundesleistungszentrum und Olympiastützpunkt Coaching-Kurse an.


  • Dominik Lutz ist Industriedesigner. Mit seinem 2002 gegründeten Designstudio entwickelt er Seri-enprodukte und Designkonzepte für Aurelis, Berendsohn, Garpa, Liquid Democracy, Magazin, Mi-chow, Octopus u.a.. Er ist Mitbegründer und Designer des 2012 gegründeten Hamburger Designla-bels „pliet – New Furniture and Lights“ und lehrte Design an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, an der Hafen City Universität Hamburg sowie an der Zeppelin Universität Friedrichshafen. Seit 2011 ist er Teil des Y8-Kollektivs.


  • Lola Rüppel studierte Kommunikationsdesign in Hamburg. Seit mehr als 20 Jahren gestaltet sie Logos, Geschäftsausstattungen, Kataloge und Internetseiten für kleinere und mittelgroße Unternehmen. Ihre gestalterische Praxis zeichnet sich durch Sachlichkeit, geradlinige Reduktion und einen ganzheitlichen Ansatz aus. Als ausgebildete Yoga-Lehrerin unterrichtet sie im Hamburger Y8 Kunstraum Yoga und entwickelt seit zwei Jahren Farm-to-Table Kochkurse, die sich auf die Verwendung regionaler und saisonaler Zutaten spezialisieren. 2017 gründete sie das auf vegetarische Speisen spezialisierte Hamburger Catering-Unternehmen „Götterspeisen“.


  • Detlef von Boetticher lebt als Musiker, Dozent und Produzent in Hamburg. Nach dem Musikstudium am Hamburger Konservatorium führten ihn Studienaufenthalte nach Afrika, Kuba und Brasilien. Boetticher lehrte unter anderem am Institut für Lehrerfortbildung Hamburg und an der Landesmusikakademie Berlin. Als Live- und Studiomusiker arbeitete er mit Künstlern wie Jan Delay, Nena, Sam Ragga Band, Samy De Luxe und Eberhard Schöner. 1997 gründete er die Percussion Band „Fogo do Samba“, aus der sich die bundesweit größte Schule für brasilianische Percussion entwickelte. 2007 gründete er den Soundhafen, eine 450 m große „Musiketage“ im Herzen Hamburgs mit Tonstudio, Übungs- und Unterrichtsräumen, wo er seitdem vorwiegend produziert und unterrichtet. Als künstlerischer Leiter und Veranstalter organisiert er außerdem die internationalen Festivals „Body Rhythm Festival Hamburg“ und das „Fair Beats Festival“.

Leitung

Söffner, Jan Prof Dr
Vizepräsident Lehre und Didaktik | Dean des Bachelor College
Lehrstuhl für Kulturtheorie und -analyse
Tel:+49 7541 6009-1361
Raum:FAB 3 | 1.47
   |   Curriculum Vitae

van den Berg, Karen Prof Dr phil
Tel:+49 7541 6009-1311
Fax:+49 7541 6009-1399
Raum:FAB 3 | 1.43
   |   Curriculum Vitae   |   Veröffentlichungen

Kontakt

Kleinmichel, Philipp Dr
Tel:+49 7541 6009-1316
Fax:+49 7541 6009-1399
Raum:FAB 3 | 1.48
   |   Veröffentlichungen