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Apokalypse und Weltrettung

Ein Ausstellungsprojekt mit Agnes Denes (USA), Arava Institute (ISR), Orkhan Huseynov (AZE), Michael Pawlyn/Exploration Architecture (GB), Oliver Ressler (A), Levi van Veluw (NL) & Pinar Yoldas (T/USA)

Environment: Kateřina Šedá (CZ)

26 | 11 | 2020 - 30 | 10 | 2021


Gefördert von Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg | Fränkel Stiftung | Sparkasse Bodensee | Architektenkammer Baden-Württemberg | Exploration ArchitectureArava Institute for Environmental Studies | Die Blaue Blume e.V. 

Levi van Veluw, Still von der Dokumentation Sanctum, 2019, Dello Scompiglio, Lucca, Italien | Foto: Guido Menccari
Levi van Veluw, Still von der Dokumentation Sanctum, 2019, Dello Scompiglio, Lucca, Italien | Foto: Guido Menccari

Selten waren die Zukunftserwartungen derart von der Vorstellung einer kollabierenden Welt geprägt wie dieser Tage. Allgegenwärtig sind Ängste vor den Folgen der Pandemie und den Sorgen um Klima und Artenvielfalt. Daneben wächst die Furcht vor dem Ende einer menschlich dominierten Welt, in der künstliche Intelligenzen der menschlichen Spezies die Kontrolle entziehen.
Das Projekt „Apokalypse und Weltrettung“ wirft Schlaglichter auf diese apokalyptischen Szenarien und geht zugleich aber der Frage nach, welche maßgeblichen Weltrettungsideen sich ihnen entgegenstellen. Mit dem interdisziplinären Ausstellungsprojekt und einem einjährigen Begleitprogramm wird der Blick auf gegenwärtige Endzeitszenarien und mögliche Zukunftshorizonte gerichtet und den Ästhetiken damit einhergehender politischer Bewegungen nachgespürt. In einer Gruppenausstellung und einer Reihe von kunst-, architektur- und designbezogenen Veranstaltungen werden aktuelle künstlerische Auseinandersetzungen mit Endzeitängsten und drohenden globalen Katastrophen möglichen Rettungsszenarien und utopischen Refugialräumen gegenübergestellt. Drei Themen stehen dabei im Fokus: 1. Klimarettung, 2. utopische Lebensräume und Architekturen sowie 3. Überlegungen zu neuen Spezies.

Die Ausstellung
Zu den drei Themenfeldern wurde in der „White Box“ ein Erfahrungsraum geschaffen, der von der Künstlerin Kateřina Šedá (CZ) in Zusammenarbeit mit Studierenden und Mitarbeiter*innen der ZU und tschechischen Schüler*innen gestaltet wurde. In Kateřina Šedás Environment entsteht ein komplexes magisches Bild, das unterschiedliche Pfade in die Zukunft eröffnet. Die Dokumentationen von architektonischen Groß-Visionen zur Fruchtbarmachung der Wüste von Michael Pawlyn (GB) sowie die mikroinvasiven Interventionen israelischer und palästinensischer Architekturstudent/innen des Arava Institute for Environmental Studies (ISR) oder Agnes Denes' (USA) großangelegte utopische Pflanzaktionen laden in Refugien und verlockende utopische Landschaften ein. Orkan Huseynovs (AZE) Soap-Opera-Adaptionen ironisieren das Reden über die Klimakatastrophe. Oliver Resslers (A) gehaltvolle Dokumentationen der Arbeit von Klimaaktivist*innen und Levi van Veluw (NL) irritierend-schöne Verschwisterungen von Mensch, Welt und Maschine sowie Pinar Yoldas (T/USA) toxisch- futuristische Mikroökotope schaffen Bilder voller Abgründe, Anmut und Witz.


Bilderreihe: Agnes Denes | Pinar Yoldas | Orkan Huseynov | Oliver Ressler | Arava Institute

Levi van Veluw, Still von der Dokumentation Sanctum, 2019, Dello Scompiglio, Lucca, Italien | Foto: Guido Menccari

Environment von Kateřina Šedá | Malaktion von ZU-Studierenden | Workshop mit Schülern der ZUŠ HRANICE-Schule

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Environment von Kateřina Šedá (CZ)
Ausgehend von der Fragestellung, wie ein Raum aussehen könnte, der uns in ein Reich zwischen Apokalypse und Weltrettung eintreten lässt und dabei wie eine Art Zeitschleuse zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wirkt, stieß Kateřina Šedá auf die berühmte Computerspielserie Fallout. Dieses Spiel entwirft eine postapokalyptische Welt nach dem globalen Atomkrieg. Zu den ikonischen Räumen dieses Spiels zählen dabei die so genannten Tresore – Schutzräume und Bunker, die vor der Katastrophe gebaut wurden, um ein Überleben der Menschheit und ihrer Technologie zu ermöglichen. Ausgehend von dieser düsteren Gamingwelt entstand die Idee, den Ausstellungsraum White Box in einen solchen Tresor bzw. Bunker zu verwandeln. So wird einerseits ein gängiges apokalyptisches Szenario beschwört. Anderseits sind die Wände dieses grauen Schutzraumes aber auch von Kinderzeichnungen übersäht. Die Motive hierfür entwarfen zehnjährige Schüler*innen der tschechischen Schule ZUŠ HRANICE in einem Workshop mit der Künstlerin. Aus diesem kraftvollen Bildermaterial komponierte Šedá raumfüllende Wandzeichnungen, die wiederum von Studierenden der Zeppelin Universität in einer zweiwöchigen Malaktion auf die Wände der White Box übertragen wurden.

Mitwirkende Schüler*innen aus Tschechien

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Halmazňová Elena Františka (11)
Vaculíková Daniela (11)
Koutná Ema (12)
Strnadlová Dorota (12)
Sedláčková Aneta (9)
Novák Gabriel (9)
Jungová Alena (10)
Nováková Anna Marie (10)
Němcová Jolana (11)
Šatánková Kateřina (11)
Vaculová Lenka (11)
Frömlová Barbora (13)
Wolf Lukáš (13)
Vrtalová Anežka (15)
Sládečková Kristýna (12)
Sládečková Sára (9)
Stuchlík Adam (9)
Randýsková Natálie (9)
Horníková Nela (10)
Hiklová Anna Marie (10)
Pytelová Viktorie (10)
Palacká Markéta (10)
Macurová Karin (10)
Skřičková Jolana (10)
Ocelka Tomáš (8)
Vacula Lukáš (8)
Holotíková Karolína (9)
Klimek Lukáš (9)
Klimková Michaela (12)
Michael Krčmář (17)

Mitwirkende ZU Studierende

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Anin Ohm

Anna Reimnitz

Cosima Pourroy

Ida Schaeff

Laetitia Lüke

Leonie Georg

Louisa Müller Spreer

Ludwig von der Osten

Sophie Hamann

Das Programm
Ein umfangreiches öffentliches Programm aus Vorträgen und Workshops mit den beteiligten Künstler*innen sowie studentisch kuratierten Events begleitet die Ausstellung. Zudem widmen sich eine Ringvorlesung, ein Konzert, ein Filmprogramm und öffentliche Diskussionen dem Thema.

Kooperationspartner
Gemeinsam mit einem lokalen Netzwerk aus Umweltaktivist*innen, Architekten, Kulturinstitutionen und regionalen Akteur*innen wird ein Programm entwickelt, das exemplarische Lösungs- und Handlungsansätze zu drängenden Zukunftsfragen zeigt. So werden mit der Ortsgruppe der „Architektenkammer Baden-Württemberg“ und dem Kultur- und Wohnprojekt „Die Blaue Blume e.V.“ Veranstaltungen zum Thema "Nachhaltiges Bauen" konzipiert, mit dem Zeppelin Museum eine Veranstaltung zur Bedeutung von künstlicher Intelligenz für den Staat und gemeinsam mit dem Kunstmuseum Liechtenstein eine Vortragsveranstaltung im Rahmen des dortigen Ausstellungsprojektes „Parlament der Pflanzen“ durchgeführt.

Projektverantwortliche
Prof. Dr. Karen van den Berg | Akademische Sprecherin des artsprogram der Zeppelin Universität | karen.vandenberg@zu.de
Ulrike Shepherd | Kuratorin des artsprogram der Zeppelin Universität | ulrike.shepherd@zu.de

Geöffnet zu Veranstaltungen und auf Anfrage
Telefon: 07541 6009 1302
Email: artsprogram@zeppelin-university.net


Bildunterschriften

  • Agnes Denes, Still von der Dokumentation zu „Tree Mountain – A Living Time Capsule—11,000 Trees, 11,000 People, 400 Years, 1992—96", 2019, Produced by The Shed, New York, Courtesy Agnes Denes, Leslie Tonkonow Artworks + Projects and The Shed, New York
  • Orkhan Huseynov, Still von der Videoarbeit „Calentamiento Global", 2017, 17:39 Min
  • Oliver Ressler, Installationsansicht von „Everything’s coming together while everything’s falling apart“, 2020, 21 Min
  • Pinar Yoldas, Installationsansicht von „An Ecosystem of Excess", 2014 | Foto: Sascha Krischock / transmediale