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Lehrstuhl für Public Management & Public Policy

Forschung

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Ziel der Forschungsvorhaben des Lehrstuhls ist es, zum Erkenntnisfortschritt im Fachgebiet und zur zukunftsfähigen Bewältigung praxisrelevanter Problemstellungen beizutragen. Eine Kernfrage für Public Management und Public Policy ist hierbei vor dem Hintergrund kritischer Herausforderungen für unsere Gesellschaft wie z.B. gravierender Staatsverschuldung und demographischem Wandel, in welcher Weise die öffentliche Aufgabenerfüllung unter Knappheitsbedingungen wirksam, wirtschaftlich und nachhaltig sowie unter Berücksichtigung von Rationalitätskonflikten gestaltet werden kann.


Die Forschungsschwerpunkte liegen dabei in den Feldern Public Corporate Governance, integrierter Gesamtsteuerung der öffentlichen Aufgabenerfüllung durch die öffentliche Hand und politischer Kontrolle von Kernverwaltung und ausgelagerten Organisationseinheiten, Verwaltungsmodernisierung sowie wirkungsorientierter Politikfeldsteuerung. Public Corporate Governance wird verstanden als rechtlicher und faktischer Ordnungsrahmen und dessen Gestaltung für die Steuerung, Überwachung und Leitung von und in rechtlich und/oder wirtschaftlich selbständigen Organisationen der öffentlichen Hand sowie die tatsächlich praktizierte Organisationsführung/-aufsicht in/von den selbständigen Organisationen, der Kernverwaltung und den politischen Organen der öffentlichen Hand (vereinfacht: Spielregeln guter Organisationsführung).

"Es ist nicht der Kritiker, der zählt, nicht derjenige, der aufzeigt, wie der Starke gestolpert ist oder wo der, der Taten gesetzt hat, sie hätte besser machen können. Die Anerkennung gehört dem, der wirklich in der Arena ist [...]; der sich irrt und wieder und wieder scheitert, der die große Begeisterung kennt, die große Hingabe, und sich an einer würdigen Sache verausgabt, der, im besten Fall, am Ende den Triumph der großen Leistung erfährt; und der, im schlechtesten Fall des Scheiterns, zumindest dabei scheitert, dass er etwas Großes gewagt hat… ."

Theodore Roosevelt (in einer Rede 1910 an der Sorbonne)


Aus institutioneller Sicht liegt ein Fokus auf einer vergleichenden Analyse verschiedener Politikfelder. Ein besonderes Augenmerk richten unsere Forschungsprojekte auf eine international vergleichende Perspektive, um so zusätzliche wissenschaftliche Erkenntnisse zu generieren und konkrete Handlungsempfehlungen für die jeweiligen nationalen Reformentwicklungen abzuleiten. Grundlage ist eine theoretische und empirische Forschung mit quantitativen und qualitativen Methoden. Aufgrund der Problemstellungen verfolgen wir verstärkt auch inter- und multidisziplinäre sowie problemorientierte Forschungsansätze. In unseren Lehrforschungsprojekten befassen wir uns häufiger auch mit Schulen.

Überblick der Forschungsfelder

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Forschungsfelder

Aktuelle Forschungsprojekte

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Bedeutung des Forschungsgegenstands "öffentliche Wirtschaft"

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Früher von der sog. Kernverwaltung für die Bürger/Innen erfüllte öffentliche Aufgaben wurden in den letzten Jahrzehnten vielfach auf öffentliche Unternehmen und Beteiligungen ausgegliedert. Diese sind u. a. in folgenden Branchen häufig vertreten: Wasser und Abwasser, Krankenhäuser, Öffentlicher Personennahverkehr, Energie (Strom, Gas), Abfallentsorgung, Wohnungsbau, Theater, Stadtreinigung, Schwimmbäder, Stadtentwicklung, Stadtmarketing und öffentliche Banken.

"In Deutschland gibt es mehr als 16.000 öffentliche Unternehmen. Öffentliche Unternehmen erwirtschaften weltweit ca. 10% des globalen Bruttoinlandsprodukts."

Quelle: Statistisches Bundesamt 2013 | Bruton et al., 2015

In Deutschland gibt es mehr als 16.000 öffentliche Unternehmen. Öffentliche Unternehmen erwirtschaften weltweit ca. 10% des globalen BIP. Der Anteil öffentlicher Unternehmen an den "Fortune Global 500" ist von 9% im Jahr 2005 auf 23% im Jahr 2014 angestiegen. Nach einschlägigen empirischen Studien arbeiten in den Städten bzw. Kommunen im Bundesdurchschnitt etwa 50% der von der öffentlichen Hand Beschäftigten außerhalb der Kernverwaltung in ausgegliederten Organisationseinheiten wie öffentlichen Unternehmen; die Ausgliederungen tätigen über die Hälfte der Sachinvestitionen der öffentlichen Hand. Die Verschuldung in den ausgegliederten Organisationseinheiten liegt oft noch höher als der Schuldenstand der öffentlichen Kernhaushalte. Sehr viele deutsche Städte und Kommunen besitzen Strukturen, die Ähnlichkeiten mit privatwirtschaftlichen Konzernen aufweisen. Kaum ein privater Konzern ist jedoch in so unterschiedlichen Branchen bzw. Politikfeldern engagiert, was die Steuerungsherausforderungen für die öffentliche Hand zusätzlich erhöht.


Die Bedeutung wird bei Betrachtung einzelner Städte verschiedener Größe zusätzlich greifbar, die hier lediglich stellvertretend für viele weitere genannt werden (Angaben aus den Beteiligungsberichten und Haushaltsplänen 2010 & 2014). Für die Stadt Friedrichshafen zeigt die Übersicht aus dem Beteiligungsbericht die konzernähnlichen Strukturen (27 unmittelbare und mittelbare Beteiligungen).

Beteiligungen Stadt Friedrichshafen 2014

In Hamburg waren 53.274 Beschäftigte in der Kernverwaltung und 52.509 in den Beteiligungsunternehmen tätig. Die Bilanzsumme der Hamburger Beteiligungsunternehmen belief sich auf 26,9 Mrd. Euro, sie tätigten Investitionen in Höhe von 868.704 Millionen Euro. Auch die Relationen der Beschäftigten zwischen Kernverwaltung/Beteiligungsunternehmen in Hannover (8.176/17.219), Dessau (1.228/2.741) und Neubrandenburg (489/1800) unterstreichen die Bedeutung der Thematik. International ist die Bedeutung für zahlreiche Länder mit Blick auf die politischen Entscheidungen zur Ausgestaltung der institutionellen Arrangements zur öffentlichen Aufgabenwahrnehmung desgleichen dokumentiert.

Eine nachhaltige öffentliche Aufgabenerfüllung bzw. eine qualitätsgerechte Daseinsvorsorge sind gerade bei gleichzeitigen Haushaltskonsolidierungsnotwendigkeiten ohne ein leistungsstarkes öffentliches Beteiligungsmanagement und wirksame Public Corporate Governance sowie eine integrierte Gesamtsteuerung von Kernverwaltung, öffentlichen Unternehmen und Nonprofit-Organisationen (NPO mit Steuermitteln der Stadt) nicht anforderungsgerecht möglich. Vor diesen Hintergründen ist umso mehr bedeutsam, dass für dieses Feld in Wissenschaft und Praxis erheblicher Weiterentwicklungsbedarf formuliert wird.

Trotz der belegten Relevanz hat die empirische Forschung zur öffentlichen Wirtschaft im Arbeitsfeld des Lehrstuhls im Vergleich zu den Forschungsgegenständen Privatwirtschaft und Kernverwaltung national wie international erst einen bemerkenswert geringen Stand erreicht. Bei vergleichender Betrachtung mit der Privatwirtschaft fällt auf, dass hier zahllose empirische Analysen zur Corporate Governance vorliegen. Corporate Governance wird als „eines der meist diskutierten Gebiete der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften“ (Hopt 2011, S.4) bezeichnet. Einige Akteure sehen Corporate Governance sogar als „neue eigenständige Fachrichtung … dezidiert interdisziplinären Charakters“ (von Werder 2009, S.26) und die Entwicklung zu einer „eigenständigen Disziplin“ (Bassen/Zöllner 2009, S.43).

Im Gegensatz ist die Steuerung, Überwachung und Leitung von und in öffentlichen Unternehmen empirisch äußerst wenig erforscht. Hier bestehen noch gravierend unausgeschöpfte Chancen für Gesellschaft und Wissenschaft.

Internationale Forschungsgruppe: Governance and Management of State-Owned Enterprises and Independent Public Entities

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The International Research Group Governance and Management of State-Owned Enterprises and Independent Public Entities at Local, National and Regional Level has been formed in February 2015 during the EURAM Public and Non Profit Management Strategic Interest Group Mini-Conference in Leipzig.

It is the aim of the research group to provide an interdisciplinary forum for scholars of different disciplines and working groups, to advance the knowledge on a world-wide phenomenon and to offer scientific insights for supporting policy makers in the prevailing debate.

For meetings and linking points the research group uses specific tracks and panels on different conferences such as International Research Society for Public Management/IRSPM, European Academy of Public Management/SIG Public and Non Profit Management, European Group of Public Administration/EGPA (Study Group VI: Governance of Public Sector Organizations), International Public Policy Association/IPPA, Academy of Management Conference/Public and Nonprofit Division, European Group for Organizational Studies (EGOS).

Reforms in the provision of public services with new institutional arrangements have made State-Owned Enterprises (SOEs) increasingly relevant in many countries. SOEs are defined as enterprises where the state has significant control through full, majority, or significant minority ownership (OECD 2005). In this context the definition should also include enterprises with significant control of municipalities and other government levels/public authorities. SOEs are often prevalent in public services of general interest and services of general economic interest whose performance is of great importance to broad segments of the population. A substantial percentage of public expenditure goes towards SOEs, which demonstrates their importance for providing and managing public services and finances effectively, efficiently and sustainably. However, comparatively few empirical studies focus on SOEs/on the sphere between core administration and the private sector, although empirical data show the relevance. Moreover, it can be observed in the international research arena, that the scarce research long time was additionally fragmented in different disciplines and groups.

The group is open for scholars and practitioners interested in this specific research field. For exchanging information on publications, projects, events etc. there is an email list.

If you would like to join the group or mailing list, please contact .