Auf dieser Seite
Fragen?
Ihre Frage:
 

Gregory Sholette

Ausstellung in der White Box


Imaginary Archive
Zeppelin University Edition

with Marcel Kalberer and Participants

12 | 09 – 26 | 11 | 2015

Im „Imaginary Archive“ zeigt der in New York lebende Künstler Gregory Sholette Dokumente, Pamphlete, Objekte und Erzählungen, die alternative Geschichtsverläufe imaginieren. Das „Imaginary Archive“ ist ein Speicher aus Materialien, die von vergangenen Zukünften zeugen. Poster, Bilder, Bücher und Objekte dokumentieren Zukunftsentwürfe, Hoffnungen und Ideen von alternativen Formen des Zusammenlebens. Es enthält Schriften zu utopischen Politikentwürfen und Schriftstücke von Protestbewegungen, Manifeste und Pläne von Urbanisten. Allen Elementen ist eines gemeinsam: Sie stellen Zukünfte vor Augen, die nie eingetreten sind.

Gerade der Blick auf die unabgegoltenen Zukünfte evoziert dabei einen überraschend hellsichtigen Blick auf die Gegenwart. Das „Imaginary Archive“ ist ein fortlaufendes Projekt, bei dem Gregory Sholette Teilnehmer aus aller Welt einlädt, sich an der Produktion dieser wachsenden "Was wäre wenn"-Sammlung zu beteiligen. Ausgestellt werden unterrepräsentierte, unbekannte, unsichtbare oder bloß erhoffte "historische" Materialien, die eindringlich an die Interpretationsbedürftigkeit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erinnern. Das Themenspektrum der archivarischen Materialien ist breit. Es reicht von vergessenen irischen Erfindern und fantastischen nationalen Marketingkampagnen über nichtkartierte Offshore-Inseln bis zu mysteriösen Piratenradio-Sendern.

Wie schon in früheren Ausstellungen in Philadelphia, Kiew oder Graz kam es auch in Friedrichshafen zu einer Integration von lokalen Utopien aus unterschiedlichen Friedrichshafener Archiven.

Die lokalen Beiträge bestehen aus einer Kollaboration mit dem am Bodensee lebenden Baukünstler und Utopisten (natürlich) wachsender Städte, Marcel Kalberer, der gemeinsam mit Sholette und Studierenden das Bambus-Display für die Ausstellung entwickelt hat. Ein weiterer lokaler Beitrag sind die Wiederaufbaupläne des Friedrichshafener Architekten Reinhard Knall von 1952, welche eine großdimensionierte Überbauung der Bahnschienen und ein gigantisches System von Brücken und Rampen im Sinne einer autofreundlichen Stadt vorsahen und als großspurige Phantastereien durch die Presse gingen. 25 Jahre lang verteidigte der offenbar hartnäckige Außenseiter seine Idee und wurde auch zum Gegenstand der örtlichen Fasnacht.

Das Dokumentationsmaterial des Bildhauers, Designers und Hochschullehrers Hanns Hoffmann-Lederer (1899-1970), der am Weimarer Bauhaus unterrichtete und später am Bodensee lebte, zeigt dessen Arbeit an einer universalen„harmonikalen“ Gestaltungsgrundlehre. Und schließlich hat der aus Österreich stammende und in Zürich lehrende Kunsttheoretiker und Philosoph Gerald Raunig auf einer Art unendlichem Kassenzettel zehn Fragmente über die revolutionäre Verbindung zwischen dem Vergangenen und dem Werdenden verfasst.

Vorherige Standorte des Archivs waren:

2015 Liz Park, Institute of Contemporary Art, University of Pennsylvania, Philadelphia.
2014: Larissa Babij, Les Kurbas Center, Kyiv, Ukraine.*
2013: Margarethe Makovec & Anton Lederer <rotor> Center for Contemporary Art, Graz, Austria.
2012: Megs Morely, Tulca Art Festival/Gallery 123, Galway, Ireland.
2010: Siv B. Fjaerestad, Enjoy Public Art Gallery, Wellington, New Zealand.

* IA Kyiv wurde ermöglicht durch CEC Artslink und individuelle Unterstützer.

Imaginary Archive Projekt webpage

Verantwortliche Kuratorinnen: Prof. Dr. Karen van den Berg & Ulrike Shepherd