Weaving Dreams into Realities

Interdependence is central to a radical restructuring of power, Parachute by Carmen Papalia
Interdependence is central to a radical restructuring of power, Parachute by Carmen Papalia

Learning Object von Jeanne van Heeswijk 
Toward Sanctuary Dome (Philadelphia Assembled, 2017) 
mit Parachute (Carmen Papalia, 2019)

Mit Beiträgen von Armen Avanessian, Centre for Plausible Economies (Kathrin Böhm, Kuba Szreder), Maciej Chmara, Maria Hlavajova, Institute of Radical Imagination, Laut Kollektiv, Sophie Mak-Schram, Massimiliano Mollona, Claude Nassar, Zeyno Pekünlü, Vishnu Vardhani Rajan, Dmitry Vilensky

17 | 09 | 2022 - 10 | 12 | 2022 Whitebox Zeppelin University


Gefördert von Baden-Württemberg Stiftung | Fränkel Stiftung | Sparkasse Bodensee

Das interdisziplinäre Ausstellungsprojekt Weaving Dreams into Realities eröffnet einen Raum, der kollektive Vorstellungskraft mobilisieren will, zugleich aber auch den Sog des kollektiven Imaginären kritisch beleuchten wird. Dafür schafft die Künstlerin Jeanne van Heeswijk mit ihrem Team und einer Gruppe von Studierenden einen Ort für ungewohnt intime und sinnliche Diskursformate. Im September 2022 wird die Künstlerin und mit ihr die Arbeit Toward Sanctuary Dome (Philadelphia Assembled, 2017) - eine geodätische Struktur für persönliche und kollektive Zuflucht, die White Box in einen Raum für kritische Praxis, kollektive Erzählungen und gemeinschaftliches Handeln verwandeln. Im Anschluss wird der Dome bis Dezember 2022 von Künstler:innen, Aktivist:innen, Forscher:innen und andere Akteur:innen bespielt, die sich mit konkreten Utopien, alternativen Organisations- und Lebensformen, wie mit gemeinwohlorientierten Ökonomien befassen. Commons, post-kapitalistische, solidarische Gemeinschaften, Kunstökonomien und wiederständige Formen des Überlebens in autoritären Staaten werden in Workshops, künstlerischen Arrangements, Interventionen und Vorträgen vorgestellt. Die Installation Toward Sanctuary Dome wurde das erste Mal im Rahmen des Philadelphia Assembled-Projekts im Philadelphia Museum of Art im Jahr 2017 gezeigt. Im Rahmen von Weaving Dreams into Realities wird der Dome einen Raum eröffnen, in welchem über drei Monate das Verhältnis von Imagination und Praxis ausgelotet wird, Perspektiven aus Kunst, Aktivismus, Pädagogik und politischer Ökonomie ins Gespräch gebracht werden, mit dem Ziel, Imaginationen als politisches Feld wiederzugewinnen, für das, was noch nicht ist, aber sein könnte.

Institute of Radical Imagination


Im Oktober wird das Institute of Radical Imagination (IRI) in einem Workshop und Vortrag seine Arbeit vorstellen. IRI ist ein nomadisches Institut, das Kunst, Aktivismus und Pädagogik verbindet und von dem Anliegen getrieben ist, Modelle postkapitalistischer Lebensformen zu entwickeln und zu verwirklichen. Im Rahmen von Weaving Dreams into Realities beleuchten die türkische Künstlerin Zeyno Pekünlü, der russische Künstler und Aktivist Dmitry Vilensky und der italienische Anthropologe und Kurator Massimiliano Mollona vom Institute of Radical Imagination gemeinsam die Frage, was internationale Solidarität in Zeiten globaler Konflikte und autoritärer Herrschaft bedeuten kann.

Centre for Plausible Economy


Im November 2022 sind die Gründer:innen des Centre for Plausible Economy Kuba Szreder und Kathrin Böhm zu Gast, um ihre Arbeit vorzustellen und einen Workshop zu veranstalten, der darauf abzielt, Kunstökonomien zu analysieren und Alternativen zu mappen. Das Centre for plausible Economy legt die Paradoxien eines zeitgenössischen Kunstsystems offen, in welchem der Kapitalismus allzu gerne kritisiert, ihm aber zugleich in die Hände gespielt wird. In Anerkennung der existierenden, aber oftmals verdeckten Vielfalt von Kunst und Wirtschaft, entwickeln sie künstlerische Werkzeuge, um diese Vielfalt sichtbar zu machen. In Mappings und Zeichnungen visualisieren sie unterschiedliche Wirtschaftstheoreme und provozieren durch ihr visuelles Denken einen neuen Blick auf bekannte Muster und Strukturen.

Lernobjekt von Jeanne van Heeswijk
Toward Sanctuary Dome (Philadelphia Assembled, 2017) 
mit Parachute (Carmen Papalia, 2019)

Philadelphia Assembled, Toward Sanctuary Dome at Jefferson Plaza, Philadelphia 2017, photo by Zein Nakhoda
Philadelphia Assembled, Toward Sanctuary Dome at Jefferson Plaza, Philadelphia 2017, photo by Zein Nakhoda

Mit ihrem Environment „Toward Sanctuary Dome“ schafft die niederländische Künstlerin Jeanne van Heeswijk in der White Box einen ungewöhnlichen Raum für informelle Zusammenkünfte, Kontemplation, performative Aktionen, Seminare und Workshops. Die Grundstruktur ist eine geodätische Kuppel, wie sie den 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Walther Bauersfeld entworfen und durch den US-amerikanischen Kultdesigner Buckminster Fuller weiterentwickelt wurde. Diese in den späten 1960er Jahren berühmt gewordene ikonische, anti-hierarchische Bauform verbreitete sich zunächst rasch in einer technikaffinen Counter Culture und der kalifornischen Hippiebewegung. In den letzten Jahren finden geodätische Kuppelstrukturen als flexible temporäre Architekturform nun innerhalb von aktivistischen und Do-it-your-self- Bewegungen international Verbreitung und stehen für eine Aufbruchsstimmung in nachhaltige, solidarische und minimalistische Lebensformen.

Im Rahmen von Weaving Dreams into Realities wird der von van Heeswijk gemeinsam mit Philadelphia Assembled designte und mit einem Fallschirm von Carmen Papalia ausgekleidete Dome von internationalen Kollektiven, Studierenden und Mitarbeitenden der ZU bespielt.

Zwischen September und Dezember werden hierin performative Aktionen, Meetings, Diskussionen und Seminare stattfinden, die alle eine künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit alternativen solidarischen Wirtschaftsmodellen suchen und sich mit Fragen nach möglichen oder auch utopischen Formen des Zusammenlebens in post-kapitalistischen Zeiten befassen. Heeswijks „ Learning Object” schafft hierfür eine temporäre Architektur, die zunächst vor allem genaues Zuhören anregt und eine ganz eigene Atmosphäre herstellt, in der Begegnungen gleichzeitig intimen, öffentlichen und politisch aufgeladenen Charakter annehmen können. Das Projekt geht davon aus, dass Stadträume, Lehrräume und Arbeitsräume Begegnungen strukturieren und bestimmen, wie wir uns darin verhalten. Daher können Räume nicht nur die Imagination, Utopien und Träume inspirieren, sondern auch Transformationsprozesse anstoßen.

Programm

Im Laufe von vier Monaten wird die Toward Sanctuary Dome ein Umfeld für ein interaktives Programm mit ganz unterschiedlichen Beiträgen von Selda Asal, Armen Avanessian, Centre for Plausible Economies (Kathrin Böhm, Kuba Szreder), Maciej Chmara, Jeanne van Heeswijk, Maria Hlavajova, Institute of Radical Imagination, Laut Kollektiv, Massimiliano Mollona, Claude Nassar, Zeyno Pekünlü, Vishnu Vardhani Rajan, Dmitry Vilensky und vielen anderen.

5.-7.09.
Workshop Dreamscaping von Jeanne van Heeswijk, Vishnu Rajan und Sophie Mak-Schram

Öffentliche Präsentationen von Studierenden der Zeppelin Universität als Ergebnis von Workshops von Armen Avanessian, Maciej Chmara, Jeanne van Heeswijk, Sophie Mak-Schram, Vishnu Vardhani Rajan.

17.09. | 16:30
Eröffnung

Einführung in das Ausstellungsprojekt durch die Leitung des artsprogram Prof Dr Karen van den Berg und Rahel Spöhrer, Sommerfest der Zeppelin Universität.

22.10.
Solidarity in Times of Conflict – Possibilities, Imaginations, Practices

Workshop und öffentlicher Vortrag von dem Institut of Radical Imagination (Massimiliano Mollona, Zeyno Pekünlü, Dmitry Vilensky)

24.-25.11.
Reclaiming Economy – Mapping and Reimagining Economic Systems, in the Arts and beyond

Workshop und öffentliche Veranstaltung des Centre for Plausible Economies (Kuba Szreder, Kathrin Böhm).


Funding

Weaving Dream into Realities wird von der Baden-Württemberg Stiftung, der Fränkel Stiftung und der Sparkasse Bodensee gefördert.

Weitere Informationen zum Projekt

Verantwortlich für das Projekt

Rahel Gloria Spöhrer | Kuratorische Leitung des artsprogram der Zeppelin Universität | rahel.spoehrer@zu.de


Prof. Dr. Karen van den Berg | Wissenschaftliche Leiterin des artsprogram der Zeppelin Universität | karen.vandenberg@zu.de


Geöffnet Mo-Do 10-16h für Abendveranstaltungen und auf Anfrage

Telefon: 07541 6009 1302

E-Mail: artsprogram@zeppelin-university.net

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