
„... eine Karriereberatung in der 9. Klasse mir die ZU auf den Tisch gelegt hat. Ich bin hingefahren. Und danach war die Sache irgendwie "erledigt".
Nicht wegen des Rufs. Den kannte in meinem Umfeld kaum jemand. Nicht wegen Rankings. Die haben mich schlicht nicht interessiert. Die WHU? Stand mal kurz zur Auswahl. Bis ich auf dem ZU-Campus stand. Danach: kein Thema mehr.
Was mich gezogen hat, war das eine: Freiheit. Diese Haltung, die die ZU damals verkörpert hat – „Bau dir dein Studium. Tu dein Ding." Keine Pflicht-Schablone. Kein vorgezeichneter Weg. Eine Universität, die fragt: Was willst du eigentlich? Genau das war es.“
„…ich Gegengewicht brauchte. Meine Welt vor der ZU: Programmieren, Grafik, Gaming. Daher mochte ich auch schon immer Zahlen, Mathe und Daten. Aber ich brauchte den Rahmen, der erklärt, wie und warum das alles zusammenhängt. CME hat mir genau das gegeben: Systemtheorie, International Management, durch Prof. Kenning einen Zugang zu Marketing, den ich bis dahin nicht kannte und konstruktive Diskurse durch Prof. Jansen. Dadurch verstand ich Marketing endlich nicht mehr bloß als Werbung, sondern Marketing als Funktion, die Unternehmen mit Menschen verbindet. Holistisch. Das hat mein Denken dauerhaft verändert.
Der eMA DiP kam anders. 2020. Corona. Und dieser eine Drang, der einfach nicht leiser wurde: Wie wirken sich Daten wirklich auf Entscheidungen aus? Auf Organisationen? Auf Menschen? Das Alumni-Angebot hat das Timing perfekt gemacht – aber der eigentliche Antrieb war älter. Den habe ich vom Aloisiuskolleg mitgebracht. Jesuitisch geprägt. Dieser Impuls: Verstehe, was du tust. Verändere, was verändert werden muss. Hinterlasse Dinge besser als du sie vorgefunden hast. Die ZU hat diesem Impuls nicht widersprochen. Sie hat ihm Raum gegeben.“
„…sehe ich vor allem das Tun. Die Initiativen: ZuTaten - das Karriere Event der Uni, der CIP - Club of International Politiks, Parties, Sport also das Drum-Herrum. Und die Praktika, die mich erst zu Wimdu brachten und dadurch dann zu Tirendo in den ganzen Startum Kosmos von Berlin. Und damit eigentlich zu allem, was ich heute tue. Also zur Schnittstelle zwischen Marketing, Daten und Technologie - die habe ich nicht im Hörsaal gefunden. Die habe ich durch Tun gefunden.
Besonders durch Prof. Kenning habe ich nicht nur verstanden, was Marketing wirklich ist – ich habe es durch ihn kennen, schätzen und lieben gelernt. Durch Prof. Marian Adolf, dass Kommunikation immer im Kontext stattfindet. Durch Prof. Jansen, Prof. Maren Lehmann und Prof. Dirk Baecker habe ich gelernt, Organisationen, Märkte und Kommunikation nicht linear zu betrachten – Luhmanns Systemtheorie inklusive. Sie folgen eigenen Logiken, haben eigene Grenzen und produzieren eigene blinde Flecken. Erst das Zusammenspiel dieser Perspektiven hat mein Verständnis wirklich geformt. Nicht als Kanal. Nicht als Kampagne. Sondern als Funktion, die Unternehmen mit Menschen verbindet. Daten sind für mich das Werkzeug, um diesen Kontakt besser zu verstehen.
Und durch Kommiliton:innen, bei denen es schlicht keine Hierarchien gab. Erstes Semester, letztes Semester: egal! Man diskutierte auf Augenhöhe. Wer einen Standpunkt hatte, musste ihn begründen. Das klingt selbstverständlich. War es nicht.
Und ja: Ich bin fast aus dem Studium geflogen. Statistik. David Zimmermann hat mir damals in den Arsch getreten, damit ich das schaffe. Dafür bin ich ihm bis heute dankbar.“
„…es mich geerdet hat. Ich nenne es genau so.
Vorher hatte ich Intuition. Danach hatte ich Methode. Und heute hilft mir das, nicht sofort bei Tools, Dashboards oder Kanälen einzusteigen – sondern bei der eigentlichen Frage: Welche Entscheidung soll besser werden? Welche Wirkung wollen wir verstehen? Welches System beeinflussen wir dabei? Das Denken in Systemen, in Zusammenhängen, in Wirkungsketten – das kommt von der ZU.
Was ich mit Team Advertico mache – Marketing Analytics, Measurement-Frameworks, datengetriebene Entscheidungen – hat direkt damit zu tun. Nicht weil ich dort gelernt habe, Tracking-Tools zu konfigurieren. Sondern weil Marketing für mich nie nur „Werbung" war. Weil ich gelernt habe, Fragen zu stellen, die über den nächsten Klick hinausgehen. Weil gute Datenarbeit für mich Kundenzentrierung ist – übersetzt in Zahlen. Nicht als Selbstzweck, sondern als Versuch, Menschen, Märkte und Entscheidungen besser zu verstehen.
Würde ich es wieder so entscheiden? Eindeutig ja. Den Weggang von Prof. Jansen habe ich persönlich gespürt. Die ZU hat sich seitdem verändert. Wie stark und in welche Richtung, kann ich von außen nicht fair beurteilen. Aber was ich dort mitgenommen habe, trägt mich jeden Tag.“