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Forschung & Projekte


Dr Christine Schranz | Dipl. Gestalterin und Szenografin


Das Forschungscluster „Kulturproduktion der nächsten Gesellschaft“ vernetzt Forschungsvorhaben, die sich mit aktuellen Produktions-, Rezeptions- und Vermittlungsformen im kulturellen Feld befassen und fördert den disziplinübergreifenden Austausch zwischen den beteiligten Lehrstühlen an der Zeppelin Universität und externen Forschern. Es wird von der Zeppelin Universität seit dem Jahr 2011 besonders finanziell gefördert, um die ausgeprägte Forschungsstärke in diesem Bereich weiter zu unterstützen. Es initiiert regelmäßig Kolloquien, in denen sich interne und externe Forscher unterschiedlichen Fragestellungen der Kulturproduktion widmen.


Kolloquien des Forschungsclusters „Kulturproduktion der nächsten Gesellschaft“

Was weiß meine Hand von den andern? Kollektive Arbeits- und Nichtarbeitsformen

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Forschungskolloquium | Fachbereich Kulturwissenschaften
mit PD Dr. Kai van Eikels


Kai van Eikels ist Philosoph, Theater- und Literaturwissenschaftler. Er arbeitet am Institut für Theaterwissenschaften der Freien Universität Berlin, war dort sechs Jahre im Sonderforschungsbereich ‚Kulturen des Performativen‘ tätig und leitet derzeit zusammen mit Gabriele Brandstetter das Forschungsprojekt ‚Synchronisierung körperlicher Eigenzeiten und choreographische Ästhetik‘. Seine Forschungsschwerpunkte sind Bewegungsorganisationen und Kollektivformen wie ‚Schwärme‘ oder ‚Smart Mobs‘, Kunst und Arbeit sowie die Organisation von Zeit.



Vortrag | 20.05.2015 | 9:15 – 10:00 Uhr, LZ 07

Was weiß meine Hand von den andern? Kollektive Arbeits- und Nichtarbeitsformen

Wie viel, wie wenig können, dürfen, sollen oder müssen Menschen wissen, um etwas zusammen zu machen? Welche Festigkeiten und Gelöstheiten von Zusammen gibt es, und inwiefern formt ein Zusammen sich durch das, wofür es in Anspruch genommen wird: durch Arbeit oder Nichtarbeit, politisches Handeln, künstlerische Performance? Und wie erforschen wir überhaupt das Zusammen – ausgehend von den Diskursen und den Imaginationen des Kollektiven, die sie unterhalten, oder von den materiellen Prozessen der Energie- und Informationsübertragung? Wo kommt beides zusammen, wo sind gerade die Ungereimtheiten und Widersprüche zwischen Vorstellungen und Kommunikationswirklichkeiten aufschlussreich? Anknüpfend an seine Forschungen zur „Kunst des Kollektiven“ möchte Kai van Eikels einige Vorschläge für eine Theorie kollektiver Praxis machen, die künstlerische, soziale und ökonomische Praktiken gleichermaßen einbezieht.

Vorbereitende Lektüre:

van Eikels, Kai: Die Kunst des Kollektiven. Performance zwischen Theater, Politik und Sozio-Ökonomie. Paderborn: Fink 2013.

van Eikels, Kai: From ‚Archein‘ to ‚Prattein‘: Suggestions for an Un-creative Collectivity. In: Basteri, Elena/Guidi, Emanuele/Ricci, Elisa: Rehearsing Collectivity. Choreography beyond Dance. Berlin: Argobooks 2012, S. 5-19.

Van Eikels, Kai: Saggers of the world unite and take over: Politik mit schlechter Haltung (Vortragsmanuskript). Online unter: https://kunstdeskollektiven.files.wordpress.com/2014/11/kai_van_eikels-saggers_of_the_world.pdf


Workshop | 20.05.2015 | 10:15 – 11:45 Uhr, LZ 07

In seiner Forschung verbindet van Eikels Organisationstheorie und ästhetische Theorie mit kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Dabei entwickelt er seine Theorien ausgehend von konkreten (sub-)kulturellen Praktiken wie dem ‚Jamming‘ oder dem ‚Sagging‘, um sie dann in einen künstlerischen, gesellschaftspolitischen oder ökonomischen Gesamtzusammenhang zu stellen und nach Kriterien des Zusammenlebens im 21. Jahrhundert zu befragen. Der Workshop bietet die Gelegenheit van Eikels Arbeitsansatz zu diskutieren und darüber hinaus in performance- und praxistheoretische Diskurse einzusteigen.



Studierende und Lehrende aller Fachbereiche sind herzlich zu Vortrag und Workshop eingeladen.

Bitte senden Sie Ihre Anmeldung zur Teilnahme an Christina Buck (christina.buck@zu.de).

Nach der Kaserne | Szenografische Vermittlungsstrategien für Bauen im Bestand

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Dr. Christine Schranz, Dipl. Gestalterin und Szenografin


Christine Schranz arbeitet als freischaffende Gestalterin, Dozierende und Forschende. Nach einem Erststudium in Visueller Kommunikation mit einer Weiterbildung in Signaletik und einer langjährigen Berufspraxis als Kommunikationsdesignerin folgte ein Promotionsstudium in Szenografie mit einem Doppelabschluss Dr. phil. und Master of Advanced Studies in Szenografie mit Schwerpunkt Raum. Zur Zeit ist sie Fellow des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) an der Zeppelin Universität. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt in der Kommunikation im Raum – der räumlichen Vermittlung von Informationen.

Im Forschungsprojekt “Nach der Kaserne. Szenografische Vermittlungsstrategien für Bauen im Bestand” begleitet sie das Bauvorhaben der ZU und erforscht dabei räumliche Kommunikationsstrategien der Darstellung und Vermittlung von Bau- und Nutzungsgeschichte für das Fallenbrunnen Areal (insbesondere das Mannschaftsgebäude K5). Angesichts der anhaltenden Entwicklung zu räumlichen Erlebnissen und der damit einhergehenden Abkehr von textlich-linearen Abfolgen kann die Szenografie, mit ihrem Verständnis von Raum, inszenatorischen Konzepten und Inter- und Transdisziplinarität, massgeblich dazu beitragen. Szenografie kann als Strategie verwendet werden, um die oft nicht mehr erlebbaren oder fehlenden Erinnerungswerte von Bauten wiederherzustellen und/oder wach zu halten. Bauten sollen nicht nur ihre materiellen Spuren bewahren, sondern auch als lebendige Geschichts- und Kulturzeugnisse erfahrbar sein.

Was kann die Kunst – und was wird ihr zugemutet?

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Dr. phil. Monika Mokre, wiss. Mitarbeiterin am Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte, Österreichische Akademie der Wissenschaften

Den Künsten wird viel zugemutet. So werden etwa Allianzen zwischen Kunstbetrieb und Ökonomie behauptet: Kunst als Standortfaktor oder als Motor der Kreativindustrie. Von anderer Seite wird die Kunst politisch verstanden, als Teil der Gestaltung öffentlicher Angelegenheiten oder als Avantgarde politischer Kritik. Dem gegenüber steht die Behauptung, dass die Künste per se gesellschaftlich wichtig sind und daher Anspruch auf Anerkennung und Finanzierung haben.
Der Vortrag geht davon aus, dass eine Funktionalisierung der Künste ihren spezifischen gesellschaftlichen Leistungen widerspricht, die in Erwartungstransgression bestehen, nicht in der Befriedigung – wie auch immer definierter – Erwartungen.

Zur Funktion der Kunst in der Gesellschaft

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Prof. Dr. rer. soc. Dirk Baecker, Lehrstuhl für Kulturtheorie und -analyse

Der Vortrag diskutiert zwei Thesen. Die erste lautet, dass es die Funktion der Kunst ist, Wahrnehmungssachverhalte zu kommunizieren, das heißt die Differenz von Kommunikation und Bewusstsein auf eine spezifische Art und Weise (mit Hilfe von Bildern, Tönen, Gesten) zu überbrücken und so allererst wahrnehmbar und kommunizierbar zu machen. Und die zweite These, dass durch diesen inhärent problematischen Bezug auf Kommunikation und Wahrnehmung fiktive Welten konstruiert werden können, die auf ihrer Außenseite wirkliche Welten nicht erfahrbar, aber vorstellbar machen.

Kolloquienreihe „Kulturindustrien der nächsten Gesellschaft“

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Kaum ein Begriff ist heute so schillernd wie jener der „Kulturindustrie“. Er oszilliert zwischen den Zukunftsversprechen einer hochspezialisierten Wissensgesellschaft und dem „triumphalen Unheil“ einer kapitalistischen Weltordnung. In ihrer polemisch intendierten Schrift Dialektik der Aufklärung brachten Horkheimer und Adorno 1947 mit dem Wort „Kulturindustrie“ die in ihren Augen pervertierten Bedingungen der Produktion, Distribution und Rezeption kultureller Artefakte in den Industrieländern auf den Begriff und riefen so eine folgenreiche Ideologie- und Medienkritik ins Leben.

Für eine Kulturanalyse der durch elektronische Kommunikationsnetzwerke bestimmten „nächsten Gesellschaft“ scheint es deshalb an der Zeit die epochemachenden Überlegungen von Adorno und Horkheimer nutzbar zu machen und gegen den Strich ihrer polemischen Absicht erneut zu lesen.


Zu folgenden Themen wurde diskutiert:


21.11.2012
Kolloquium „Kulturindustrien der nächsten Gesellschaft II“

Dr Gloria Meynen
Kultur und Automation? Eine Frage der Skalierung

Prof Dr Maren Lehmann
Industrialisierbarkeit von Wahrnehmung und Kommunikation

Prof Dr Karen van den Berg
NION und das Gespenst der Kunstindustrialisierung


17.10.2012
Kolloquium „Kulturindustrien der nächsten Gesellschaft I“

Prof Dr Dirk Baecker
Das empirische Argument in Horkheimers und Adornos Kulturindustrie

Prof Dr Udo Göttlich
‚Facebook’ und die Kulturindustrie der Individualisierung

Forschungsprojekte

Konzert: Ritual, Form und Ökonomie

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Projektbeschreibung:

Analysiert man die Entwicklung der Publikumszusammensetzung der klassischen Musik, sind seit circa 15 Jahren zwei Trends dominant: der Markt wird stetig älter und kleiner. Das Konzert verliert als ästhetische wie als soziale Institution an Relevanz. Was prägt die Entscheidung für oder gegen einen Konzertbesuch? Und warum fällt sie immer seltener für die „Ernste“ Musik? Ein Blick in die Entwicklungsgeschichte des Konzertwesens zeigt, dass dem mit veränderten Darbietungsformen entgegengesteuert werden kann. Das heißt: Man muss das Konzert verändern, um es zu erhalten. Denn die Krise der klassischen Musik ist keine Krise der Musik, sondern eine ihrer Aufführungskultur. Das Forschungsfeld Konzert: Ritual, Form und Ökonomie integriert historisches, soziologisches, dramaturgisches, pädagogisches und ästhetisches Denken. Es generiert praxisorientiertes Wissen für zukünftige Konzertmodelle.


Projektleitung: Jun-Prof Dr Martin Tröndle
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Places of Excellence

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Projektbeschreibung:
Im Rahmen eines internationalen Vergleichs soll die Lernsituation führender Master Studiengänge im Bereich Cultural Management und Cultural Policy analysiert werden. Diese sollen dann in einem nächsten Schritt, auf die deutsche Situation übertragen und an der Zeppelin Universität als Pilotkonzept getestet und implementiert werden. Das Projekt Places of Excellence will somit Impulse zur Lehrinnovation geben. Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung neuartiger Lehrformate, sondern auch um die Schaffung einer exzellenten Lehrkultur. Es geht also nicht alleine darum was sondern vor allem wie und in welchen Umgebungen gelehrt und gelernt wird, um Exzellenz zu erreichen.

Projektleitung: Jun-Prof Dr Martin Tröndle
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eMotion - das psychogeografisch kartierte Museum

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Projektbeschreibung:
eMotion untersucht die Erfahrung Museumsbesuch experimentell. Im Zentrum steht die psychogeografische Wirkung des Museums und seiner Objekte auf das Erleben der Museumsbesucher. Um dieses Interaktionsverhältnis besser zu verstehen, werden im Rahmen des Projekts eMotion neuartige Erhebungs- und Darstellungsmethoden angewandt und miteinander kombiniert. Dazu werden eigens für das Kunstforschungsprojekt bild- und tongebende Verfahren entwickelt und der Katalog bisher üblicher sozialwissenschaftlicher Erhebungsmethoden und Darstellungsformen erweitert. Wissenschaftliche und künstlerische Forschungs- und Darstellungsmethoden ergänzen sich gegenseitig. Zur Anwendung kommen die Tracking-Technologie, die Messung der Herzrate und des Hautleitwerts, das Experiment, empirische Erhebungsmethoden, sowie die Sonifikation und die Installation.

Projektleitung: Jun-Prof Dr Martin Tröndle

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Wie arbeiten Künstler/innen im 21. Jahrhundert? Kooperationsmodelle, Studiopraxis und Wissensproduktion im Kunstfeld

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Projektbeschreibung:
Das Projekt untersucht Organisationsformen, Professionalisierungsmuster und Entscheidungsstrukturen im gegenwärtigen Kunstfeld. Im Fokus stehen die Entwicklung der heutigen Studiopraxis, der Umbau des Ausbildungssystems und die Bedeutung des Marktes. Dabei werden kunstsoziologische und kunstwissenschaftliche Perspektiven in einen produktiven Zusammenhang gebracht und an historische Untersuchungen angeschlossen.

Der Diskurs zur künstlerischen Arbeit wird derzeit vor allem von der Kreativitätsdebatte dominiert. Dabei zeichnen sich widerstreitende Positionen ab: Einerseits lässt sich feststellen, dass der Mythos vom genialen Künstler längst entzaubert ist. In den 1990er Jahren fand eine Dekonstruktion der Avantgarde- und Vorreiterposition von Künstlern statt – nicht zuletzt, um künstlerische Praxis näher ans alltägliche Leben zu rücken. Es waren nicht selten Künstler selbst, die darauf bestanden, künstlerisches Schaffen als eine Produktionsform unter anderen zu etablieren und den emphatischen Werk- und Schöpferbegriff beiseite zu räumen. Andererseits wird ‘der Künstler‘ durch die ihm zugeschriebene Freiheit und Kreativität immer noch als prototypisch für die viel beschworene „creative class“ (Florida) gehandelt. Mehr noch: Es sind vor allem künstlerische Strategien, denen bei der Entwicklung innovativer Arbeitsformen und neuer Ökonomien eine besondere Innovationskompetenz zugetraut wird (Boltanski/Chiapello).

Damit findet vielfach eine Vereinnahmung des Eigensinns künstlerischer Arbeit statt. Mit der Rede vom allgegenwärtigen Kreativitätspostulat wird häufig auch der Unterschied zwischen Arbeit im ökonomischen Feld und künstlerischen Praktiken nivelliert. Das hier umrissene Forschungsprojekt will dagegen zeigen, welche neuen Formen künstlerischen Arbeitens das expandierende Kunstfeld hervorgebracht hat, und dass eine solche Ausweitung nicht mit einer Entgrenzung gleichzusetzen ist. Die Rede von der Entgrenzung übersieht die kunstfeldimmanenten Kräfte und Anstrengungen, eben diese Grenzen zu thematisieren und zu markieren.


Das hier skizzierte Projekt fragt deshalb nach Zurechnungsmustern, durch die im Kunstfeld zwischen Kunst und Nichtkunst unterschieden wird. Es gilt, den Blick auf neue Rollenmodelle und Produktionsweisen des sich weiter segmentierenden Kunstfeldes auszurichten. In der heutigen künstlerischen Produktion lässt sich eine Auffächerung in diverse Produktionsformen und Tätigkeitsprofile beobachten, die von traditioneller Malerei und Bildhauerei, social engineering, dokumentarischen Praktiken über artistic research, bis hin zu Annäherungen an industrielle Produktionspraktiken und Design reichen. In dem Projekt wird deshalb nicht nur die derzeitige Arbeit in Studios empirisch untersucht, sondern auch die Arbeit in Projekten und Ausstellungen, die Ausbildung an Kunsthochschulen und die Etablierung von Netzwerken im Kunstfeld. Der Forschungsertrag soll darin bestehen, ein differenziertes Verständnis gegenwärtiger künstlerischer Arbeit zu gewinnen. Die Untersuchungen folgen dabei unterschiedlichen methodischen Ansätzen: Diese reichen von teilnehmender Beobachtung, die sich an soziologische Laborstudien anlehnt, über Experteninterviews und quantitative Erhebungen bis hin zu diskursanalytischen Verfahren.


Das Projekt gliedert sich in folgende Arbeitsschwerpunkte:

  1. Studios der Post Studio Ära. Untersuchungen zur Large Scale Production und zur Studiopraxis an der Grenze zur Kulturindustrie
  2. Exemplarische Modelle der Kunstarbeit jenseits des Kunstmarktes – Untersuchungen zu nicht marktkonformen Arbeitspraktiken und Netzwerken im Kunstfeld
  3. Passage-Riten und Inklusionsmuster im Kunstfeld: Wie wird man KünstlerIn?
  4. Epistemologische Untersuchungen zum Künstlerwissen und zu Professionalisierungsmethoden
  5. Kunstsoziologische Untersuchungen zum Einflussfaktor Kunstmarkt als Bewertungsinstanz


Projektleitung: Prof Dr phil Karen van den Berg, Dr Ursula Pasero

Weitere Infos zum Forschungsprojekt: