Frauen in Führungspositionen: Weniger Transparenz in öffentlichen Unternehmen als bei börsennotierten Unternehmen

19.11.2024
Zeppelin Universität
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© Ilja Mess

Friedrichshafen. Um den Frauenanteil in Führungspositionen zu fördern, verpflichtet der Gesetzgeber Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten, Zielgrößen für den Frauenanteil auf zweiter und dritter Führungsebene festzulegen und darüber zu berichten. Im Widerspruch dazu steht, dass sich 40,5 Prozent der Unternehmen nicht an die Anforderungen halten und damit keine Transparenz gewährleisten. Die Transparenz bei Frauenrepräsentationszielen ist damit erheblich schlechter als bei börsennotierten Unternehmen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Zeppelin Universität (ZU).


Die von Professor Dr. Ulf Papenfuß vom Lehrstuhl für Public Management & Public Policy und seinem Forscherteam veröffentlichte Studie hat nicht nur die Berichterstattung, sondern auch die Höhe der Zielgrößen für den Frauenanteil auf zweiter und dritter Führungsebene bei 190 öffentlichen Unternehmen in den je fünf größten Städten pro Bundesland analysiert. Bei der Höhe der Zielgrößen ist die durchschnittliche Zielgröße um 1,3 Prozentpunkte auf 28,2 Prozent leicht gestiegen. Öffentliche Unternehmen aus den ostdeutschen Bundesländern und Städten weisen im Gesamtschnitt für die zweite und dritte Führungsebene eine Zielgröße von 34,7 Prozent auf, öffentliche Unternehmen aus den westdeutschen Bundesländern und Städten hingegen nur von 25,9 Prozent. Dabei bestehen substanzielle Unterschiede nicht nur zwischen, sondern auch innerhalb derselben Branche.


Die Unternehmen sind von den von der Politik formulierten Zielen demnach weit entfernt. Die Autorinnen und Autoren fordern daher die Einhaltung der Anforderungen, um Vertrauen in den Staat und öffentliche Institutionen zu gewährleisten. „Flexible Zielgrößen sind ein sehr potenzialreiches Instrument für die Personalentwicklung und Arbeitgeberattraktivität. Die verantwortlichen Akteurinnen und Akteure müssen zum Erhalt von Glaubwürdigkeit und Vertrauen zur Realisierung der Anforderungen nun rasch handeln“, resümiert Papenfuß.


Die Studie wurde von der AKDB – Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern, der L-Bank – Förderbank Baden-Württemberg und dem zfm – Zentrum für Management- und Personalberatung Edmund Mastiaux & Partner gefördert und bei der Diskussion des Themas in der Praxis begleitet.


Am Dienstag, 26. November, findet auf dem ZF Campus der ZU im Fallenbrunnen von 10.30 bis 12 Uhr eine Paneldiskussion anlässlich der Studienveröffentlichung statt.

Weitere Informationen und die vollständige Studie zum Nachlesen unter puma.zu.de

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