Studieren in Friedrichshafen
Häfler Stipendiatin: „Für mich bedeutet Zuhause studieren, Altes mit Neuem zu verbinden“
Interview: Mina Tessenyi | Foto: Privat
17.11.2025
People
Studentin Medea Metzinger hat als Häfler Abiturientin das Häfler Stipendium an der ZU erhalten.
Studentin Medea Metzinger hat als Häfler Abiturientin das Häfler Stipendium an der ZU erhalten.
© Jim Papke
Studieren in Friedrichshafen

Häfler Stipendiatin: „Für mich bedeutet Zuhause studieren, Altes mit Neuem zu verbinden“

Interview: Mina Tessenyi | Foto: Privat
17.11.2025
People

Mit dem Häfler Stipendium, das 50 Prozent der Studiengebühren erlässt und lokales Engagement auszeichnet, hat ZU-Studentin Medea Metzinger beides gefunden: Wurzeln und Weitblick. Im Gespräch zeigt sie, dass man für neue Perspektiven nicht weit reisen muss und dass große Ideen direkt am Bodensee beginnen.

Medea, Du hast Dein Studium in Berlin begonnen. Was hat Dich wieder an den Bodensee geführt?


Metzinger: Ich habe zwei Semester in Berlin Wirtschaftsrecht studiert, aber die Stadt war einfach nicht meins: zu groß, zu laut, zu anonym. Ein Freund von mir studierte schon an der ZU und als ich ihn ein paarmal besuchte, war ich sofort begeistert: von der gemütlichen Atmosphäre, den offenen Menschen und dem spürbaren Zusammenhalt. Also habe ich mich für CME, Corporate Management & Economics, beworben.

Wieder hier im Süden Baden-Württembergs zu sein, fühlt sich richtig an. Ich mag das Kleine, das Nahbare und natürlich den wunderschönen See. Nach dem Großstadttrubel in Berlin weiß ich das alles viel mehr zu schätzen. Ich bin in Eriskirch aufgewachsen und in Friedrichshafen zur Droste-Hülshoff-Schule gegangen. Meine ganze Kindheit hängt an dieser Region, und jetzt hier zu studieren, fühlt sich rund an.

Verwurzelt in Friedrichshafen, engagiert in der Welt

Wie bist Du auf das Häfler Stipendium gestoßen und warum hast Du Dich beworben?


Metzinger: Ein Freund erzählte mir von der Möglichkeit. Ich fand die Idee sofort schön: ein Stipendium, das Engagement in der Region belohnt. Ich war in der Schule Sprecherin der Fair-Trade-AG, durch die wir mit dem Weltladen Friedrichshafen nachhaltige Projekte gemacht haben, etwa auf der Warentauschbörse. Außerdem hat mein Vater ein Hilfsprojekt in Nepal ins Leben gerufen, bei dem ich mithelfe. Das Interesse an gemeinnützigen Engagements zieht sich also schon länger durch mein Leben.


Und wie lief das Auswahlverfahren bei Dir ab?


Metzinger: Ich habe sehr viel Arbeit in meine Bewerbung gesteckt. Wir sollten einen Bogen mit sogenannten „unbeantwortbaren Fragen“ ausfüllen und einen Bewerbungstext verfassen. Darüber sprach ich dann in zwei Auswahlgesprächen mit einem Professor, einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin und einer Studentin. Trotz Aufregung war es eine sehr lockere Atmosphäre. Als dann ein paar Tage später die Zusage kam, war ich überglücklich. Die Mühe hatte sich wirklich gelohnt.

„Hier kennt man sich und will gemeinsam etwas bewegen“

Was hat das Stipendium für Dich verändert?


Metzinger: Viel, nicht nur finanziell. Natürlich erleichtert es einiges, denn ich wollte nicht, dass meine Eltern alle Kosten tragen. Aber noch wichtiger ist das Vertrauen, das einem seitens der Universität entgegengebracht wird. Ich sehe das nicht als selbstverständlich, sondern als Verantwortung: der ZU etwas zurückzugeben, mich einzubringen, meinen Schnitt zu halten. Ich helfe zum Beispiel bei den Pioneers-Wanted-Tagen und sammle Engagement-Punkte. Das Stipendium ist also nicht nur eine Unterstützung, sondern auch eine Motivation: für mich und die Zeppelin Universität das Beste zu geben.


Du hast den Wechsel von einer großen in eine sehr persönliche Universität gemacht. Wie erlebst Du die ZU?


Metzinger: Ich erlebe sie als unfassbar offen. In Berlin war vieles anonym, doch hier kennt man sich. Ich habe sofort gemerkt, dass die Studierenden Lust haben, etwas zu bewegen. Die Projekte außerhalb der Seminare machen so viel Spaß und man lernt dabei Verantwortung und Teamarbeit auf eine ganz andere Art. Ich bin zum Beispiel sofort der Initiative ZUtaten im Event-Team beigetreten. Was ich außerdem sehr schätze: Wenn man hier Hilfe braucht, ist sofort jemand da. Das habe ich erlebt, als ich mir meine Kurse aus Berlin anrechnen ließ: Alles lief unkompliziert und mit lieber Unterstützung.


Das freut mich zu hören. Wann hattest Du das Gefühl: Jetzt bin ich wirklich Teil dieser Gemeinschaft?


Metzinger: Direkt in der Ersti-Woche, beim Sport-Tag am See-Campus. Alle haben sich gegenseitig angefeuert, egal ob Sieg oder Niederlage. Danach ließen wir den Abend am Strand beim Sonnenuntergang ausklingen: Manche gingen mit dem Stand-up-Paddle in den See, andere tanzten oder quatschten lachend. Da dachte ich: Wow, das ist das ZU-Gefühl. So viel Herzlichkeit und Zusammenhalt auf einmal waren echt besonders.

Botschafterin der Zeppelin Universität: Lasst Euch von dem Wort „privat“ nicht abschrecken

Als Häfler-Stipendiatin bist Du auch Botschafterin der Zeppelin Universität. Wie verstehst Du diese Rolle?


Metzinger: Ich besuche meine alte Schule und stelle dort die Uni vor. Ich möchte zeigen, dass die ZU ein Ort für alle ist, die etwas bewegen wollen. Viele wissen gar nicht, dass es dieses Stipendium gibt und finanzielle Gründe kein Hindernis sein müssen. Ich plane, einen kleinen Guide für Abiturient:innen zu entwickeln. Ich kenne die Unterschiede zwischen staatlichen und privaten Unis aus eigener Erfahrung und bin wirklich überzeugt von der Zeppelin Uni. Ich will anderen die Angst vor dem Wort privat nehmen.

Außerdem möchte ich klarstellen, dass man hier als Häfler:in sehr willkommen ist. Egal, woher man kommt: Wir halten zusammen. Formate wie der Club of International Politics oder die Bodensee Youth Conference zeigen, wie eng die ZU und die Region eigentlich miteinander verbunden sind.

Was nimmst Du aus Deiner bisherigen Zeit hier mit und wohin zieht es Dich nach dem Studium?


Metzinger: Ich bin natürlich erst im ersten Semester, aber die Uni zeigt mir jetzt schon, wie viel man bewirken kann, wenn man gemeinsam an Ideen glaubt. Ich kann mir gut vorstellen, auch den Master hier zu machen und in meiner Region zu bleiben. Aber vielleicht zieht es mich irgendwann auch wieder hinaus. Gerade fühlt sich Friedrichshafen einfach richtig an.


Was bedeutet für Dich Zuhause studieren?


Metzinger: Für mich heißt das, Altes mit Neuem verbinden. In der Heimat bleiben und trotzdem Neues wagen.


Eine letzte Frage an Dich: Würdest Du nochmal für die Zeppelin Uni nach Hause kommen?


Metzinger: Auf jeden Fall. Egal, wie viele Bewerbungstexte ich schreiben müsste. Ich kann unsere ZU nur empfehlen!



Das Häfler-Stipendium in Kürze:

Das Häfler-Stipendium richtet sich an Absolvent:innen Friedrichshafener Schulen oder in Friedrichshafen wohnhafte Abiturient:innen und fördert mit einer Ermäßigung von 50 Prozent auf die Studiengebühren. Es gilt für alle Bachelor- und Master-Vollzeitprogramme der Zeppelin Universität. Stipendiat:innen sind zugleich Botschafter:innen der ZU: Sie engagieren sich jedes Semester aktiv für Campus und Region.


Zum Häfler-Stipendium der ZU

Weitere Artikel

Zeit, um zu entscheiden

Diese Webseite verwendet externe Medien, wie z.B. Karten und Videos, und externe Analysewerkzeuge, welche alle dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Verhalten zu sammeln. Dabei werden auch Cookies gesetzt. Die Einwilligung zur Nutzung der Cookies & Erweiterungen können Sie jederzeit anpassen bzw. widerrufen.

Eine Erklärung zur Funktionsweise unserer Datenschutzeinstellungen und eine Übersicht zu den verwendeten Analyse-/Marketingwerkzeugen und externen Medien finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.