
Die Graduation-Gala fand in diesem Jahr dort statt, wo sich die ZU am vertrautesten anfühlt: direkt am See, am Seemooser Horn. Es war ein Abend mit Gänsehautmomenten und großem Abschiedsschmerz – und einem Lied, das zu Tränen rührte.
Es wurde ruhig im Saal, als die zwei Absolvent:innen Christina Zeile und Moritz Colsman die Bühne betraten: sie am Mikrofon, er am Klavier. „Ich liebe das Leben“ von Vicky Leandros erfüllte den Raum und wurde zu einem Lied des Abschieds, das die vergangenen vier Jahre auf drei Minuten verdichtete.
Die Szene berührte: Sie machte erfahrbar, dass aus Modulen und ECTS gelebte Zeit geworden war – Freundschaften, nächtelange Gespräche und Nachmittage im Uni-Café Beton & Bohne.

Zwischen See-Panorama und weiß gedeckten Tischen eröffnete Moderatorin Anna Lammerskitten den Abend mit dem Satz: „Hier hat man mehr rausholen können als nur den Bachelor.“ Gemeint ist: Wer an die ZU kommt, nimmt nicht nur ein Zeugnis mit, sondern Erfahrungen fürs Leben.
Die Studentin aus dem 5. Semester führte das Publikum gemeinsam mit Antonia von Achten durch den Abend.

Präsidentin Anja Achtziger setzte das Bild des Abends: Es sehe hier gerade „fast wie in einem Esszimmer“ aus – eigentlich sei dieser Ort aber das Wohnzimmer der Universität. Ein Wohnzimmer steht für Nähe, Wärme, Zugehörigkeit – und genau diese Gefühle entstanden bei der Graduierung 2025 auf dem Campus.

Gebannt lauschte der Saal der Rede von Professor Jan Söffner, der für seine liebevollen und zugleich intellektuellen Sätze beliebt ist. In diesem Jahr sprach er über das Loslassen, das „auf eine schöne Weise traurig“ sei – und darüber, was er von seinen Bachelor-Schützlingen lernen konnte: positiven Trotz, nüchterne Selbstreflexion, Gerechtigkeitssinn ohne Bitterkeit, echtes Zuhören, Gestaltungswille, Empathie und Selbstvertrauen.
Sein Fazit: „So können Sie weitermachen!“ Eine Orientierung für den nächsten Schritt nach vorn.

Auch die diesjährige Alumni-Rede zeigte warmherzigen Optimismus: Andreas Evers, der dieses Jahr die Ehre dieses Amtes vertrat, reiste aus Mailand an den See und nahm den Absolvent:innen die Nervosität vor dem nächsten Schritt: „Das Alumni-Netzwerk bleibt für Euch jederzeit ein Rückhalt und Sprungbrett.“ Ein warmes Versprechen, dass die Zugehörigkeit nach dem Abschluss nicht endet: ZUler bleiben füreinander da, egal wohin es sie führt.

Auch von Student Arthur Abidurin D. Gaye kamen warme Worte, die sicherlich viele im ersten Job, im Master-Studium oder beim Gründen im Kopf behalten werden: „Do not give up easy. Life is an unpredictable roller coaster. It is in you. If you can’t run, then walk. If you can’t walk, crawl – but by all means, keep moving.“

Katharina Schöttle und Christina Zeile blickten stellvertretend für die Bachelor-Absolvent:innen auf die vier Studienjahre zurück - von der Corona Zeit, in der Kommiliton:innen in peinlichen orangenen Westen auf Sicherheitsabstände hinweisen mussten, bis hin zum Abschied mit dem Satz aus der Wissenschaftstheorie: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“
Die Graduation-Gala 2025 war ein Abend, der vier Jahre bündelte – so unterschiedlich sie für jede und jeden waren. Doch am Ende bleibt das Bild vom Wohnzimmer: Lachende und weinende Augen, Umarmungen und Blicke zur Bühne, auf der eben noch gesungen wurde. Der Abend zeigte: Das ZU-Wohnzimmer hat Türen in die Welt – doch der Bodensee bleibt für immer ein Stück Heimat.

Für herausragende Abschlussarbeiten wurden ZU-Studierende von der Vindelici Advisors AG mit Awards ausgezeichnet. Mit dem mit 300 Euro dotierten „Best Bachelor Thesis Award“ für die jeweils beste Bachelorarbeit wurden die Absolventinnen und Absolventen Yoram Bauer im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, Xenia von Elverfeldt im Bereich der Kommunikations- und Kulturwissenschaften sowie Luca Julie Kuhlmann im Bereich Politik, Verwaltungswissenschaft und Internationale Beziehungen prämiert.
Der mit ebenfalls 300 Euro dotierte „Best Master Thesis Award“ für die beste Masterarbeit ging an Luke Heinemann im Bereich der Kommunikations- und Kulturwissenschaften. Überreicht wurden die Auszeichnungen von Anja Achtziger im Auftrag der Vindelici Advisors AG.
Darüber hinaus vergeben wurde der von der Stuttgarter Gips-Schüle-Stiftung geförderte und mit 300 Euro dotierte „Gips-Schüle Student Research Award“. Den Preis erhielten Felix Müller im Bereich der Wirtschaftswissenschaften sowie Ezgi Gülistan Gül im Bereich Soziologie, Politik und Ökonomie. Überreicht wurden die Auszeichnungen von Dr. Stefan Hofmann, Vorstand der Gips-Schüle-Stiftung, die Forschung, Nachwuchs und Lehre in Baden-Württemberg fördert.
| Yoram Bauer: „Zukunftsfähigkeit von Kliniken in Familienbesitz – Eine Analyse der Nachfolgeregelungen und Familienstrategien anhand eines Fallbeispiels“
| Xenia von Elverfeldt: „Wie bei Oma – nur mit Filter: Trad Wives zwischen Körper, Küche und Kamera“
| Luca Julie Kuhlmann: „In Their Own Words? A Mixed-Methods Analysis of Presidential Agency over United Nations Security Council Press Statements“
| Luke Heinemann: „Die Emergenz digitaler Staatlichkeit im Netz“
| Felix Müller: „Erwerbsanreize im Erbschaft- und Einkommenssteuerrecht – Ein Reformvorschlag“
| Ezgi Gülistan Gül: „The legacy of genocide - habitus of denial in Turkey: How has the habitus of denial shaped Turkey's policies and attitudes toward minorities?“



