
Workshops, Bewerbungsgespräche, Paneltalk: Beim studentisch organisierten Karriereevent zu|taten treffen Studierende, Alumni und Unternehmen direkt aufeinander. Besonders sichtbar wird in diesem Jahr, dass es dabei nicht nur um Kontakte geht. Im PwC-Workshop entwickeln Studierende Ideen für eine überlastete Justiz, im Panel sprechen Gäste aus Politik, Familienunternehmen und Gründung über Agilität, Weiterbildung und berufliche Umwege. Was zeigt das über Berufseinstieg im Jahr 2026?
Wie kann Künstliche Intelligenz helfen, überlastete Gerichte zu entlasten? Diese Frage steht im PwC-Workshop nicht als abstraktes Zukunftsthema im Raum, sondern wird für die Studierenden schnell ganz praktisch. In kleinen Gruppen sammeln sie Probleme der deutschen Justiz, ordnen Ursachen und entwickeln daraus Lösungsansätze. Einer davon: KI könnte helfen, Gerichtsfälle nach Dringlichkeit zu priorisieren und analoge Aktenprozesse effizienter zu machen.
Der PwC-Workshop zeigt damit, was zu|taten 2026 auszeichnet: Berufswelt wird nicht nur besprochen, sondern anhand konkreter Probleme durchgespielt. Genau darin liegt der Mehrwert des studentisch organisierten Karriereevents an der Zeppelin Universität: Unternehmen stellen sich nicht nur vor, sondern lassen Studierende an Arbeitsweisen, Fragestellungen und Entscheidungsprozessen teilhaben.
Seit 16 Jahren bringt die studentische Initiative zu|taten Studierende, Alumni und Unternehmen in einem strukturierten Rahmen zusammen. Zum Kernprogramm gehören Unternehmenspräsentationen, Workshops und Bewerbungsgespräche, ergänzt durch kurze Elevator Pitches am Morgen und einen Paneltalk am Nachmittag. Doch der Tag funktioniert nicht wie eine klassische Karrieremesse, bei der Unternehmen senden und Studierende zuhören. Bei zu|taten entstehen Begegnungen dort, wo beide Seiten miteinander arbeiten, Fragen stellen und über konkrete berufliche Perspektiven sprechen.

Besonders deutlich wird das im Workshop von PwC, einem großen Prüfungs- und Beratungsunternehmen. Statt einer reinen Unternehmenspräsentation durchlaufen die Teilnehmenden selbst einen Beratungsprozess: Problem verstehen, Ursachen sammeln, Ideen entwickeln, bewerten und schließlich in einem einminütigen Pitch präsentieren. Die PwC-Mitarbeitenden begleiten die Gruppen dabei durch die einzelnen Arbeitsphasen.
Gearbeitet wird bewusst analog: mit Stickern, Karten und Notizen an der Glasscheibe. So bleibt sichtbar, wie aus vielen Einzelgedanken nach und nach ein gemeinsamer Ansatz entsteht. Erst wird gesammelt, dann geordnet, dann priorisiert. Bewertet werden die Ideen unter anderem danach, wie innovativ und wie gut umsetzbar sie sind.
Dass mehrere Gruppen am Ende bei ähnlichen Lösungen landen, etwa beim Einsatz von KI zur Priorisierung von Gerichtsfällen, ist dabei kein Zufall. Es zeigt, welcher Trend auch dieses Karriereformat prägt: Viele aktuelle Arbeitsmarktfragen kreisen um Digitalisierung, Effizienz und den Umgang mit Künstlicher Intelligenz.

Dazu passt auch die Bandbreite der Unternehmen, die beim diesjährigen zu|taten-Event auf dem ZF Campus der ZU vertreten sind. Mit PwC und EY sind große Prüfungs- und Beratungsunternehmen dabei, Capgemini Invent bringt den Blick einer Strategie- und Transformationsberatung ein, zeb den Fokus auf Management- und IT-Beratung für Finanzdienstleister. Daneben stehen spezialisiertere Akteure wie Brunswick als strategische Kommunikationsberatung, DauHerkert als Digitalagentur, Bansbach als Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft oder Wochner/Partner als Unternehmensberatung. Mit der ZEPPELIN GmbH ist außerdem ein großer, regional verankerter Konzern aus Friedrichshafen vertreten. Gerade diese Mischung macht den Tag anschlussfähig für unterschiedliche Interessen und Fachrichtungen.
Während der Workshop zeigt, wie Berufswelt praktisch funktioniert, macht der Paneltalk danach sichtbar, wie unterschiedlich die Wege dorthin verlaufen können. Auf der Bühne sitzen Volker Mayer-Lay, Bundestagsabgeordneter aus Überlingen, Olivia Haller aus dem Familienunternehmen Haller Raumgestaltung und ZU-Alumnus Linus Holzmann, Gründer der HML Capital AG. Durch die unterschiedlichen Karrierewege der Gäste bietet der Talk kein einheitliches Erfolgsmodell für das Berufsleben. Stattdessen entsteht ein Austausch darüber, wie man zu beruflichen Entscheidungen findet – und wie viel Offenheit, Mut und Entwicklung dabei nötig sind.

Olivia Haller beschreibt ihren Einstieg ins Familienunternehmen nicht als lange feststehenden Plan, sondern als Prozess, der mit einem „halbjährigen Projekt“ begonnen habe und sich dann Schritt für Schritt verdichtet habe. ZU-Alumnus Linus Holzmann spricht ähnlich offen über seine Gründung: weniger als linearen Masterplan, sondern als Weg, der Agilität, Anpassungsfähigkeit und die Bereitschaft verlangt, Dinge auszuprobieren.
Auch Volker Mayer-Lay setzt auf Entwicklung statt Festlegung. Er wirbt dafür, sich mit Ausbildung, Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen ein stabiles Fundament aufzubauen und sich immer wieder weiterzubilden und weiterzuentwickeln. Seine Einstellung lautet: „Wenn deine Ziele dir keine Angst machen, sind sie nicht groß genug.“ Der Appell dahinter ist klar: Herausforderungen annehmen, mutig sein und Scheitern nicht als Makel begreifen.
Moderatorin Michelle Bleichner, ZU-Studentin und Akquise-Leiterin im diesjährigen zu|taten-Team, bringt immer wieder die Perspektive der Studierenden ein und erkundigt sich bei den Gästen nach Tipps – vor allem im Bereich Networking. Haller hat angenehm konkrete Empfehlungen: den Raum erst einmal scannen, klein anfangen, eine Person ansprechen, sich einen kurzen Pitch zurechtlegen und vor allem nicht auf den perfekten Moment warten. Passend dazu endet der Tag mit einem Barabend, bei dem genau dieser Austausch weitergehen kann.

Genau darin liegt die Stärke von zu|taten. Das Event zeigt Berufswelt nicht als etwas, das irgendwann nach dem Abschluss beginnt und bis dahin abstrakt bleibt. Dabei entsteht mehr als ein Überblick über Karriereoptionen, sondern etwas, was vermutlich für viele Studierende viel wertvoller ist: ein konkreter Eindruck davon, wie vielfältig die Berufs- und Karrieremöglichkeiten sind, wie unterschiedlich berufliche Wege verlaufen können und wie viel Orientierung manchmal schon in einer guten Begegnung steckt.
Sichtbar wird dabei auch, welche Themen Unternehmen aktuell beschäftigen und welche Fähigkeiten Studierende dafür mitbringen oder entwickeln können: digitale Kompetenz, Lernbereitschaft, Agilität und die Fähigkeit, mit Unsicherheit produktiv umzugehen. zu|taten ist damit mehr als ein Ort für Kontakte. Das Event zeigt, worüber Studierende und Berufswelt im Jahr 2026 miteinander sprechen.



