
Wie kann die Welt nachhaltig ernährt werden? ZU-Studierende suchten in Südafrika nach Antworten – im Dialog mit Experten und interkulturellem Austausch.
Dieser zentralen Zukunftsfrage widmeten sich fünf Studierende der Zeppelin Universität unter der Leitung von Professor Dr. Peer Ederer. Im Rahmen des Seminars „Global Food System“ führte sie eine einwöchige Exkursion vom 31. August bis zum 7. September nach Südafrika – mit dem Ziel, vor Ort nach Antworten zu suchen.
Obwohl die Grüne Revolution die globale Lebensmittelproduktion seit Mitte des 20. Jahrhunderts massiv gesteigert hat, bleibt die Herausforderung bestehen: Über die Hälfte der Weltbevölkerung gilt als mangelernährt. Dabei mangelt es oft nicht an Kalorien, sondern an essenziellen Proteinen und Mikronährstoffen. Dieser scheinbare Widerspruch betrifft Länder aller Einkommensklassen und bildete den inhaltlichen Ausgangspunkt der Reise.
Besonders Länder des Globalen Südens kämpfen mit den negativen Folgen dieser Entwicklung. Seminarübersicht „Global Food System“

Besonders Länder des Globalen Südens kämpfen mit den negativen Folgen dieser Entwicklung. In Südafrika wurde die ZU-Gruppe von acht Studentinnen des Studiengangs „Animal Sciences“ der University of Pretoria ergänzt. Die Woche begann mit einem Besuch des Voortrekker-Denkmals und einem einführenden Vortrag, der einen ersten Einblick in die komplexe Geschichte des Landes bot.
Ein Höhepunkt war die mehrstündige Diskussion mit Theo de Jager, dem ehemaligen Präsidenten der World Farmers Organisation. In international gemischten Teams hatten die Studierenden im Vorfeld Diskussionsfragen zum globalen Ernährungssystem erarbeitet. Im Gespräch mit de Jager wurden zentrale Themen debattiert: die Effizienz moderner Landwirtschaft, die Rolle von Familienbetrieben, die Zukunft von Kleinbauern („Smallholder Farmers“) und die entscheidende Frage der Versorgungssicherheit. Seine differenzierten und anregenden Antworten schärften das Verständnis für die realen Herausforderungen der globalen Agrarindustrie.

Das akademische Programm umfasste zudem aufschlussreiche Vorträge über Monogastrier und deren Bedeutung in der Landwirtschaft, Einblicke in die Rinder- und Schafzucht, die Wildtierhaltung auf Game-Farmen sowie die Vorstellung des Start-ups Farmspace und des Instituts GOAL Sciences.
Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm rundete die Exkursion ab: Dazu gehörten eine beeindruckende Safari im Pilanesberg-Nationalpark, bei der die Teilnehmenden alle „Big Five“-Wildtierarten beobachten konnten, ein traditioneller südafrikanischer Grillabend („Braai“) sowie – als Kontrast – ein Besuch des Apartheid-Museums und eine Stadtführung durch Soweto. Beides verdeutlichte eindrucksvoll die kulturellen und historischen Herausforderungen, mit denen Südafrika konfrontiert ist.

Ein weiterer fachlicher Höhepunkt war die Führung über den Life AgriScience Campus durch Professor Wayne Truter. Er präsentierte innovative Forschungsprojekte, etwa zur Rekultivierung von Minengeländen mit speziellen Gräsern. Diese Pflanzen können nicht nur natriumhaltiges Wasser filtern, sondern dienen gleichzeitig als nahrhaftes Tierfutter – ein Paradebeispiel für nachhaltige Kreislaufwirtschaft.
Die Woche war geprägt von intensivem Dialog und dem ständigen Anreiz, den eigenen Horizont zu erweitern. Besonders der Austausch innerhalb der heterogenen deutsch-afrikanischen Gruppe sowie mit den Expert:innen bereicherte die Perspektiven aller Teilnehmenden.

Der Kurs wird voraussichtlich im Frühjahrssemester 2026 erneut angeboten. Die Teilnehmerzahl ist auf zehn Studierende begrenzt.
Die teilnehmenden Studierenden bedanken sich herzlich bei Professor Ederer für die unvergesslichen Eindrücke dieser „once-in-a-lifetime“-Erfahrung.



