
Wie verändern wir unsere Art der Fortbewegung? Technik allein wird nicht reichen. Warum der Schlüssel in der Interdisziplinarität liegt, zeigte eine Podiumsdiskussion an der ZU.
Wie kann die Mobilitätswende gelingen? Diese Frage steht im Zentrum einer Podiumsdiskussion an der ZU. Dr. Christian Förster, Leiter des Referats Klimaschutz im Verkehr im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, sagte der Zuhörerschaft, „die Verkehrswende ist mehr als nur Klimaschutz“.
Zu Beginn der Diskussion präsentiert er den KlimaMobilitätsMonitor. Dies ist ein quartalsweises Berichtssystem des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg und gibt Aufschluss darüber, wie weit das Land bei der Umsetzung der Verkehrswende ist. Während positive Entwicklungen wie der zunehmende Rad- und Fußverkehr sowie das erfolgreiche Parkraummanagement sichtbar werden, bleibt die Notwendigkeit einer beschleunigten Antriebswende offensichtlich.
Zudem fordert das Land einen stärkeren CO2-Preis und eine klimafreundlichere Kfz-Steuer, um die Ziele der Verkehrswende schneller und effektiver zu erreichen. Er beschreibt auch den sogenannten „Corona-Effekt“, der seit der Pandemie zu einer stärkeren Nutzung des Fahrrads geführt hat. Dieser Effekt könnte langfristig zu einer nachhaltigeren Mobilitätskultur beitragen.

Dr. Isabella Geis, Head of Mobility, Infrastructure & Transport bei Wavestone Germany und Alumna der Zeppelin Universität, verdeutlicht die Bedeutung von Interdisziplinarität in Digitalisierung und Mobilität. Sie ist durch die Empfehlung ihres Professors zu einem Praktikum bei BMW gekommen, das ihre Begeisterung für den Mobilitätsbereich weckte und ihren beruflichen Weg stark beeinflusste.
Sie erklärt, dass ihr Arbeitgeber Wavestone weltweit Unternehmen dabei unterstützt, sich einem schnell verändernden Markt anzupassen und widerstandsfähiger zu werden, insbesondere in Zeiten von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Dabei betont sie, dass die Mobilitätswende nicht allein durch technische Fortschritte erreicht werden kann, sondern auch finanzielle Ressourcen, politische Entscheidungen und gesellschaftliche Akzeptanz eine zentrale Rolle spielen.
„Wir sind an einem Punkt, an dem die Ziele technisch erreichbar sind“, sagt sie, betont jedoch, dass ohne ausreichende finanzielle Mittel und politische Unterstützung die Digitalisierung scheitern könnte. Hier zeige sich erneut, wie wichtig die Vernetzung verschiedener Disziplinen – von Technik über Finanzen bis hin zur Politik – ist.
Geis betont außerdem, dass interdisziplinäres Arbeiten nicht nur erwünscht, sondern in der Mobilitätsbranche unverzichtbar sei. Sie zitiert ihre Vorgesetzte, die der Zuhörerschaft vermittelt, dass „alle sieben Sinne“ gefordert sind, um in diesem dynamischen Feld erfolgreich zu sein. Es sei die Fähigkeit, Wissen aus unterschiedlichen Bereichen zu kombinieren – Technik, Umwelt, Politik und Wirtschaft –, die letztlich den Weg zur erfolgreichen Mobilitätswende ebnet.
Interdisziplinarität wird somit nicht nur als Ergänzung, sondern als Grundvoraussetzung dargestellt, um die komplexen Herausforderungen dieser Branche zu bewältigen.

Während der gesamten Veranstaltung wird deutlich, dass die Mobilitätswende nur durch die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen vorangetrieben werden kann. Es reicht nicht aus, einzelne Aspekte isoliert zu betrachten; vielmehr erfordert der Wandel ein umfassendes, vernetztes Denken und Handeln. Die Kombination von technologischem Fortschritt, politischer Unterstützung, finanziellen Mitteln und gesellschaftlicher Akzeptanz sind entscheidend, um die komplexen Herausforderungen zu bewältigen und die Mobilität der Zukunft erfolgreich zu gestalten.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche statt und die Podiumsdiskussion wird moderiert von Dr. Fabian Sennekamp, Consultant to the President and Managing Director, und zuständig für das Nachhaltigkeitsmanagement an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen.



