Neuer Orientierungsrahmen für Hochschulen, Politik und Arbeitgeber zur Qualifizierung von Fachkräften für die digitale Verwaltung
Bonn/Berlin, November 2025 – Die Fachgruppe Verwaltungsinformatik der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) hat eine umfassende „Rahmenempfehlung für Studiengänge der Verwaltungsinformatik an Hochschulen“ vorgelegt. Das Papier wurde im November 2025 vom Präsidium der GI verabschiedet und ist ab sofort in der Digitalen Bibliothek der GI im Internet verfügbar.
Die Empfehlung reagiert auf die fortschreitende Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und den wachsenden Fachkräftemangel in diesem Bereich. Sie beschreibt Verwaltungsinformatik als eigenständige, interdisziplinäre Disziplin an der Schnittstelle von Informatik, Verwaltungs-, Wirtschafts-, Rechts- und Politikwissenschaften, mit dem Ziel, Staat und Verwaltung durch digitale Technologien leistungsfähiger, bürgernäher, resilienter und nachhaltiger zu machen.
Übersichtlich und zugleich fundiert skizziert die Rahmenempfehlung Ziele und Profil des Studienfachs, benennt die zu erwerbenden Kompetenzen, zeigt typische Berufsfelder (u. a. IT‑Projektmanagement, Prozessmanagement, Daten- und Informationsmanagement, Cybersicherheit, GovTech-Gründungen) und gibt konkrete Hinweise zur Ausgestaltung von Bachelor- und Mastercurricula. Ein 4‑Säulen-Modell aus Verwaltungswissenschaften, Verwaltungsinformatik im engeren Sinne, Informatikgrundlagen und weiteren Grundlagenfächern bietet Hochschulen und Universitäten eine klare Orientierung bei der Studiengangsentwicklung.
„Wer die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und eine nachhaltige Staatsmodernisierung ernst nimmt, braucht klar profilierte Studienangebote für Verwaltungsinformatik“, heißt es aus der GI-Fachgruppe Verwaltungsinformatik. Die neuen Empfehlungen sollen Hochschullehrende und Fakultätsleitungen bei der Konzeption neuer oder der Weiterentwicklung bestehender Studiengänge unterstützen – von spezialisierten Verwaltungsinformatik-Programmen bis hin zu Schwerpunkten in Verwaltungswissenschaft, Public Management oder Wirtschaftsinformatik.
Die Rahmenempfehlung, an der Prof. von Lucke von der Zeppelin Universität in Friedrichshafen maßgeblich mitgewirkt hat, richtet sich ausdrücklich auch an potenzielle Arbeitgeber im öffentlichen Sektor und in der IT-Wirtschaft, an Politik und zuständige Ministerien sowie an Akkreditierungsagenturen. Sie macht transparent, welche Kompetenzen Absolventinnen und Absolventen mitbringen, um komplexe Digitalisierungsprojekte zu steuern, Verwaltungsprozesse zu modernisieren, KI-Anwendungen rechtssicher einzusetzen und damit die Handlungsfähigkeit des Staates im digitalen Zeitalter zu sichern.
Die „Rahmenempfehlung für Studiengänge der Verwaltungsinformatik an Hochschulen“ steht ab sofort kostenfrei in der Digitalen Bibliothek der GI online zur Verfügung (https://dl.gi.de/items/2fa511e6-7dc0-4e1f-86a8-221b4a2a5000).