
Julius Ostermann hat ein klares Ziel vor Augen: als Kulturmanager eine bedeutende Position in der Kulturbranche zu übernehmen und im besten Fall mitzuentscheiden, wo die Musik spielt. Auf dem Weg dorthin sammelte der begeisterte Saxophonist eingehende Erfahrungen insbesondere während seines Bachelorstudiums an der Zeppelin Universität – lernte hier mehr darüber, wie man eine Musikinitiative ins Leben ruft, ein Festival auf die Beine stellt und eine Band am Laufen hält.
Warum ist das Studium an der ZU für kreative Menschen besonders geeignet?
Julius Ostermann: Das CCM-Studium an der ZU bietet kreativen Menschen einzigartige Möglichkeiten, sich auszuleben. Die Kombination aus ökonomischen und kulturellen Inhalten sowie die Vielzahl an Initiativen ermöglichen es den Studierenden, ihre Kreativität sofort praktisch anzuwenden. Besonders beeindruckend ist, wie sehr die ZU ihre Studierenden ermutigt, sich in Projekte, wie die Luftschiffkapelle, einzubringen und eigene Ideen zu verwirklichen. Der Enthusiasmus für diese Möglichkeiten ist so groß, dass man gar nicht anders kann, als mitzumachen und seine kreativen Talente weiterzuentwickeln.
Was ist Deiner Meinung nach der Key Takeaway aus Deinem Studium?
Ostermann: Mein wichtigstes Takeaway aus der Zeit an der ZU war nicht das kreative Ausleben, sondern die Bedeutung von Kommunikation und kritischem Denken. An der ZU war es für mich selbstverständlich, aktiv am sozialen und akademischen Leben teilzunehmen und ständig im Austausch zu bleiben – sei es mit Kommiliton:innen, Dozent:innen oder in den Initiativen. Diese Kultur des offenen Dialogs und des ständigen Hinterfragens hat mich nachhaltig geprägt. Die Fähigkeit, kritisch zu denken und den Mut zu haben, meine Meinung zu äußern, ist zu einem essenziellen Bestandteil meines Berufslebens geworden. Diese Lektion aus meiner Studienzeit empfinde ich als unglaublich wertvoll.
Du warst studentischer Senator während deiner Zeit an der ZU. Hat Dich dieses Amt in deiner Berufswahl unterstützt und konntest du dabei Erfahrungen sammeln, die Dir jetzt im Berufsleben helfen?
Ostermann: Meine Zeit als studentischer Senator an der ZU war unglaublich prägend. Die Verantwortung, die ich gegenüber den Studierenden hatte, forderte mich heraus und stärkte meine Fähigkeit in Bezug auf Projektmanagement und Teamfähigkeit enorm. Die Arbeit in den Gremien war oft frustrierend, aber auch lehrreich und hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, dranzubleiben und andere von meinen Ideen zu überzeugen. Die Zusammenarbeit mit den anderen Senator:innen war intensiv und bereichernd – eine Erfahrung, die mich nachhaltig geprägt hat und die ich nicht missen möchte. In meiner Berufswahl hat mich das Amt nicht wirklich unterstützt, aber ich habe einfach viel fürs echte Leben und ehrenamtliche Betätigungen, wie in Vereinen, gelernt.
Welches Erlebnis bleibt Dir aus Deiner Zeit an der ZU besonders in Erinnerung?
Ostermann: Das prägendste Erlebnis meiner Zeit an der ZU war definitiv die Projektleitung des Seekult Festivals. Mit einem tollen Team von elf hochmotivierten und kreativen Köpfen haben wir es trotz aller Herausforderungen und Krisen geschafft, ein unglaublich erfolgreiches und spaßbringendes Festival auf die Beine zu stellen. Die Synergie im Team war einzigartig und hat uns bis zum Umfallen arbeiten lassen – mit einem Ergebnis, das all unsere Erwartungen übertroffen hat. Diese Erfahrung war einfach unfassbar und bleibt unvergesslich. Bis heute haben wir aus dem Team noch ab und zu Kontakt, weil uns dieses intensive Jahr der Zusammenarbeit so stark verbunden hat.
Du befindest Dich gerade zwischen zwei Jobs. Auf was hast Du besonders geachtet bei Deiner Jobsuche, was war Dir wichtig?
Ostermann: In meiner ersten Jobstation in der Musikbranche habe ich mich ganz klassisch auf das konzentriert, was ich gelernt und leidenschaftlich verfolgt habe. Beim zweiten Job war ich lockerer, konzentrierte mich nur auf das Event- und Projektmanagement, was sich aber als Fehler herausstellte. Obwohl die Aufstiegsmöglichkeiten und die Bezahlung gut waren, fehlte mir die Leidenschaft. Das hat mich gelehrt, wie wichtig es ist, auf das Herz zu hören und sich für etwas zu entscheiden, das einen wirklich begeistert. Für mich ist das die Kultur und deshalb orientiere ich mich jetzt wieder in diese Richtung. Ich habe erkannt, dass ein Job nicht nur gut bezahlt sein sollte, sondern auch Erfüllung bringen muss. Ich brauche einfach einen kulturellen Zweck in meinem Job.
Siehst Du Dich langfristig im Kulturbereich oder noch spezifischer im Musikbereich?
Ostermann: Langfristig sehe ich mich definitiv im kulturellen Bereich, idealerweise im musikalischen Bereich. Auch wenn es dort Herausforderungen wie niedrigere Gehälter gibt, ist es mein Ziel, eine bedeutende Position in der Kulturbranche zu erreichen. Mein Traum ist es, eine Rolle als Geschäftsführer oder Intendant eines Festspielhauses o.Ä. zu übernehmen. Auch wenn der Weg dahin holprig sein kann, ist es wichtig für mich, dass meine Arbeit langfristig kulturelle Erfüllung bringt. Das ist mein klar definiertes Ziel und das, worauf ich in meinem Beruf achte.
Was würdest Du jemandem empfehlen, der sich gerade auf Jobsuche befindet?
Ostermann: Wenn Du auf Jobsuche bist und unsicher bist, ob ein Job zu Dir passt, denk daran: Kein Gehalt der Welt rechtfertigt einen unglücklichen Job. Ich habe das selbst erlebt. Zum Beispiel habe ich mal ein Praktikum gemacht, das zwar gut bezahlt war und interessante Aufgaben bot, aber menschlich nicht passte. Das hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, dass der Job zu mir passt und ich mich dort wohlfühle. Es geht nicht nur um das Gehalt, sondern auch um Arbeitsinhalt, Kolleginnen und Kollegen und das Arbeitsumfeld. Achte darauf, dass Du Dich mit dem Job und dem Umfeld gut arrangieren kannst. Jeder muss für sich selbst herausfinden, was wichtig ist – für mich ist der persönliche Kontakt im Büro entscheidend, während andere vielleicht lieber im Homeoffice arbeiten. Der Schlüssel ist, dass Du Dich in deinem Job wohlfühlst und Dich nicht nur durchquälst oder für den nächsten Zahltag arbeitest.
Inwieweit ist deine eigene Musikalität mit Deinem Berufsleben vereinbar? Hast du trotz Arbeit genug Zeit, Dich der Musik zu widmen?
Ostermann: Meine Musikalität ist für mich eine große Leidenschaft, die ich glücklicherweise als Hobby ausleben kann. Ich bin seit 20 Jahren Musiker und habe meine Musikalität immer gut mit meinem Berufsleben vereinbaren können, auch wenn mein aktueller Job wenig mit Musik zu tun hat. Musik ist für mich eine Frage des Zeitmanagements: Ich sorge dafür, dass ich regelmäßig übe und in verschiedenen Ensembles spiele, sei es bei Jamsessions, Bands oder Orchestern. Musik ist für mich eine Art Ausgleich und ein wichtiger Teil meines Lebens, eröffnet viele Türen und hilft mir, mich sozial und kulturell zu vernetzen. Auch wenn der berufliche Alltag manchmal stressig ist, finde ich immer einen Weg, meine Musikalität nicht zu vernachlässigen – Musik ist einfach ein Teil von mir.
Stehst Du nach wie vor mit der Alumni-Community und Deinen ehemaligen Kommiliton:innen in Kontakt?
Ostermann: Ja, ich habe noch viel Kontakt zu Leuten aus meiner Uni-Zeit. Die Freundschaften, die ich damals geknüpft habe, sind für mich sehr wertvoll. Auch wenn ich nicht mehr täglich mit allen in Verbindung stehe, freue ich mich immer, wenn ich alte Bekannte wiedersehe. Die Verbindungen, die ich an der ZU geknüpft habe, sind wirklich fürs Leben. Besonders bei Anlässen wie Sommerfesten oder Jubiläen, wenn man sich trifft, merkt man, wie stark diese Bindungen sind. Es ist auch großartig, sich gegenseitig Rat zu geben, besonders in beruflichen Fragen, weil man sich schon lange kennt und sich gut einschätzen kann.
Was sind Deine Musikempfehlungen für unsere Community?
Ostermann: Wenn ihr auf der Suche nach Musik zum
Lernen oder Nachdenken seid, habe ich zwei tolle Empfehlungen. Erstens
„Sleep“ von Max Richter – Eine Komposition, die so lange dauert, wie ein
Schlafzyklus: achteinhalb Stunden. Perfekt zum Entspannen, Lernen oder
sogar zum Einschlafen. Die Melodien sind wunderschön und sehr
beruhigend. Zweitens „Symphony No. 4“ von Philip Glass – Diese Sinfonie
ist repetitiv und meditativ, aber dennoch sehr emotional und anregend.
Ideal, wenn ihr einfach mal den Kopf freibekommen oder tiefgründig
nachdenken möchtet. Beide Werke sind großartig und bieten eine besondere
musikalische Erfahrung.



