Flex-Gov-Studie 2025 erschienen

12.11.2025

Flex-Gov-Studie 2025 erschienen


Heute ist vom Lehrstuhl für Public Management & Public Policy die Studie „Flexible Zielgrößen als Governance-Innovation: Frauen in 2. und 3. Führungsebene öffentlicher Unternehmen und Wege für HR-IT-Governance“ (Flex-Gov-Studie 2025)“ erschienen.


Die vollständige Studie und weitere frei verfügbare Studien des Lehrstuhls können Sie hier abrufen. Die Pressemitteilung der ZU können Sie hier einsehen. Einen LinkedIn Post von Prof. Dr. Ulf Papenfuß mit Diskussion können Sie hier abrufen.


Weiter unten in der News finden Sie auch Zitate für die Medien.


In der Debatte um gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Führungspositionen wird dem Staat und öffentlichen Unternehmen eine zentrale Vorbildfunktion zugeschrieben. Die chancengerechte Besetzung von Spitzenpositionen ist von besonderer Bedeutung für die Zukunftsgestaltung des öffentlichen Sektors und ein Kernthema nachhaltiger Public Corporate Governance.


In Deutschland sind Unternehmen, die mit über 500 Arbeitnehmer:innen der Mitbestimmung unterliegen, gesetzlich verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil auf der 2. und 3. Führungsebene festzulegen (§ 76 AktG / § 36 GmbHG) und zu veröffentlichen (§ 289f HGB). Diese Zielgrößen können mit Blick auf die Unternehmenssituation flexibel festgelegt werden und sind explizit keine fixe Quote. Sie stellen eine potenzialreiche Governance-Innovation für Personalentwicklung, Arbeitgeberattraktivität und soziale Nachhaltigkeit dar. Dieses Verständnis ist in Unternehmen und Öffentlichkeit entscheidend für eine moderne Führungskultur.


Die als Langfristvorhaben konzipierte, jährlich erscheinende Flex-Gov-Studie untersucht die Berichterstattung und Höhe von Zielgrößen für den Frauenanteil auf der 2. und 3. Führungsebene bei allen öffentlichen Unternehmen mit über 500 Arbeitnehmer:innen der fünf größten Städte je Bundesland (69 Städte) sowie auf der Bundes- und Landesebene.


Bei der Berichterstattung halten sich in dem aktuell untersuchbaren Geschäftsjahr 2023, nahezu unverändert zum Vorjahr, weiter
38,3 % der analysierten 193 Unternehmen über 500 Arbeitnehmer:innen nicht an die Gesetzesziele und veröffentlichen keine Zielgrößen. Die Transparenz bei Frauenrepräsentationszielen ist damit erheblich schlechter als bei börsennotierten Unternehmen. In den Branchen „Gesundheits- & Sozialwesen“ (35,3 %) und „Krankenhäuser“ (25,0 %) ist die Berichterstattungsquote deutlich niedriger als bei „Messe, Ausstellungen & Kongresse“ (100 %) und „Energie-/Wasserversorgung & Stadtwerke“ (85,2 %).


Verantwortliche in Unternehmen und Politik sind aufgefordert, die gesetzlichen Transparenzziele sicherzustellen – ein zentraler Faktor für Vertrauen in den Staat und die Arbeitgeberattraktivität.


Bei der Höhe der Zielgrößen für die 2. und 3. Führungsebene ist im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Anstieg des aggregierten Gesamtschnitts um 0,7 Prozentpunkte auf 28,9 % festzustellen. Hierbei bestehen nicht nur substanzielle Unterschiede zwischen den Branchen, sondern auch zwischen Unternehmen derselben Branche. Öffentliche Unternehmen aus den ostdeutschen Bundesländern (einschließlich Berlin) weisen für die 2. und 3. Ebene eine Zielgröße von 32,8 % auf; in den westdeutschen Bundesländern (einschließlich Bremen und Hamburg) liegt diese strukturell niedriger bei 26,7 %. Insgesamt sind die Unternehmen von den in den Gesetzesbegründungen und von der Politik formulierten Zielen weiterhin deutlich entfernt.


Mit Blick auf die Studienergebnisse ist neben vielen weiteren Maßnahmen und „Kulturarbeit“ ein zentraler Schritt in jeder Gebietskörperschaft die zeitnahe Etablierung eines Public Corporate Governance Kodexes mit entsprechenden Regelungen zu Zielgrößen. Hierdurch werden wichtige ergänzende Hinweise gegeben, um die gesetzlichen Anforderungen auch für öffentliche Unternehmen in öffentlicher Rechtsform und verschiedener Größe zu übertragen und die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen zu fördern. Weiterhin ist für ein modernes HR- und Talentmanagement eine softwarebasierte Unterstützung erforderlich, die im Alltag schnell und entscheidungsnützlich aufbereitete HR-Informationen liefert, unter anderem Informationen zum Frauenanteil auf einzelnen Führungsebenen, zu Zielgrößen und zu Personal mit Schlüsselqualifikationen.


Diese Studie bietet HR-Verantwortlichen, Geschäftsführungsorganen, Aufsichtsorganen, Politik, Verwaltung, Gleichstellungsbeauftragten, Beratung und Medien ein aktuelles empirisches Fundament zur Diskussion von Reformmaßnahmen und Gestaltungsperspektiven.


Das Lehrstuhlteam von Herrn Professor Papenfuß bedankt sich bei den fördernden Kooperationspartner:innen der AKDB – Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern und zfm – Zentrum für Management- und Personalberatung Edmund Mastiaux & Partner und für die Förderung der Studie und die Begleitung der Diskussion in der Praxis.


Anlässlich der Studienveröffentlichung findet am Dienstag, den 25.11.2024, ab 11:00 Uhr die Paneldiskussion „Chancengleichheit beim Sprung in Führungspositionen - Welche Innovationen helfen wirklich weiter?“ an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen (Hauptcampus, Fallenbrunnen 3, Raum 1.05) statt.


An der Paneldiskussion werden neben Herrn Prof. Dr. Ulf Papenfuß u.a. auch Frau Dr. Gander (Head of Personnel Development Stadt Friedrichshafen), Frau Gauland (Personalleiterin der AKDB) und Herr Mastiaux (Geschäftsführer und Partner bei zfm) sowie Frau Mumberg (fem:ability) und Frau von Achten (Female Founders Night) teilnehmen. Wir freuen uns auch über Ihre Teilnahme und Diskussionsbeiträge!


Um Anmeldung an puma@zu.de wird gebeten.


Zitate von Prof. Dr. Ulf Papenfuß für die Medien:

| „Zielgrößen sind keine fixen Quoten, sondern ermöglichen eine situationsgerechte Ausgestaltung. Sie sind eine potenzialreiche Governance-Innovation für Personalentwicklung, Arbeitgeberattraktivität und soziale Nachhaltigkeit und damit keine unnötige Bürokratie. Die verantwortlichen Akteurinnen und Akteure müssen zum Erhalt von Glaubwürdigkeit und Vertrauen zur Realisierung der Anforderungen nun rasch handeln.“


Zitate der fördernden Kooperationspartner:innen für die Medien:

| Frau Gudrun Aschenbrenner, Mitglied des Vorstandes der AKDB: „Die aktuelle FlexGov-Studie verdeutlicht, dass flexible Zielgrößen bei konsequenter Umsetzung und transparenter Berichterstattung weit mehr sind als ein formaler Akt. Sie sind ein wirksames Mittel, um nachhaltig Talente zu gewinnen, Vielfalt fest zu verankern und die Attraktivität öffentlicher Arbeitgeber zu steigern. Umso mehr freuen wir uns, diese Studie auch dieses Jahr zu fördern, denn sie informiert, ermahnt und weist uns allen den Weg in eine erfolgreiche Zukunft.“


| Herr Edmund Mastiaux, Geschäftsführer des zfm - Zentrum für Management- und Personalberatung: „Die flexiblen Zielgrößen sind eine innovative Möglichkeit zur Selbstregulation und bieten Chancen – Chancen für interne Dialoge, für einen regelmäßigen Austausch über eine situationsgerechte und individuelle Ausgestaltung der Geschlechterquoten, für Gleichstellung als Bestandteil einer gelebten Unternehmenskultur. Transparenz und Werteorientierung schaffen Vertrauen in die öffentliche Hand und nicht nur das – sie tragen auch zur Attraktivierung des öffentlichen Sektors als Arbeitgeber und somit zu seiner Zukunftsfähigkeit bei.“


Informationen für den 8. ZU|kunftssalon Public Corporate Governance: Integrierte Gestaltung mit Verwaltungen und öffentlichen Unternehmen und Smart Government am 10./11. September 2026 finden Sie hier.

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