Flexible Zielgrößen für Frauen in Führungspositionen: Deutliches Ost-West-Gefälle bei Transparenz und Höhe

12.11.2025

Friedrichshafen. Um den Frauenanteil in Führungspositionen zu fördern, verpflichtet der Gesetzgeber Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten, Zielgrößen für den Frauenanteil auf zweiter und dritter Führungsebene festzulegen und darüber zu berichten. Trotzdem veröffentlichen weiterhin 38,3 Prozent der untersuchten öffentlichen Unternehmen keine Zielgrößen und verfehlen die gesetzlichen Transparenzziele. Dabei berichten ostdeutsche öffentliche Unternehmen mit 66,7 Prozent häufiger als westdeutsche mit 57,0 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Studie der Zeppelin Universität (ZU).


Die von Professor Dr. Ulf Papenfuß vom Lehrstuhl für Public Management & Public Policy und seinem Forscherteam veröffentlichte Studie hat nicht nur die Berichterstattung, sondern auch die Höhe der festgelegten Zielgrößen bei 193 öffentlichen Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten der fünf größten Städte jedes Bundeslandes sowie der Bundes- und Landesebene analysiert. Der Gesamtschnitt der durchschnittlichen Zielgrößenhöhe ist um 0,7 Prozentpunkte auf 28,9 Prozent leicht gestiegen. Dabei bestehen substanzielle Unterschiede nicht nur zwischen, sondern auch innerhalb derselben Branche. Öffentliche Unternehmen in Ostdeutschland – einschließlich Berlin – setzen mit 32,8 Prozent höhere Zielgrößen als westdeutsche – einschließlich Bremen und Hamburg – mit 26,7 Prozent.


Die Unternehmen sind von den von der Politik formulierten Zielen demnach weit entfernt. Die Autorinnen und Autoren fordern daher die Einhaltung der Anforderungen, um Vertrauen in den Staat und öffentliche Institutionen zu gewährleisten. „Zielgrößen sind keine fixen Quoten, sondern ermöglichen eine situationsgerechte Ausgestaltung. Sie sind eine potenzialreiche Governance-Innovation für Personalentwicklung, Arbeitgeberattraktivität und soziale Nachhaltigkeit und damit keine unnötige Bürokratie. Die verantwortlichen Akteurinnen und Akteure müssen zum Erhalt von Glaubwürdigkeit und Vertrauen zur Realisierung der Anforderungen nun rasch handeln“, erläutert Papenfuß.


Die Studie wurde von der AKDB – Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern und dem zfm – Zentrum für Management- und Personalberatung Edmund Mastiaux & Partner gefördert und bei der Diskussion des Themas in der Praxis begleitet.


Am Dienstag, 25. November, findet auf dem ZF Campus der ZU im Fallenbrunnen von 11 bis 12.30 Uhr eine Paneldiskussion anlässlich der Studienveröffentlichung zum Thema „Chancengerechtigkeit beim Sprung in Führungspositionen – Welche Innovationen helfen wirklich weiter?“ statt.


Weitere Informationen und die vollständige Studie zum Nachlesen unter puma.zu.de

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