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Gastprofessur für Literaturwissenschaften

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Profil

Professor Dr. Hans Ulrich Gumbrecht ist als ständiger Gastprofessor für Literaturwissenschaften an die Zeppelin Universität berufen worden. Der international renommierte Literaturwissenschaftler, Kulturtheoretiker und Essayist wird nun von der Stanford University in Kalifornien regelmäßig an den Bodensee kommen.

„Im Laufe der letzten zwei Jahre ist die ZU zu meiner liebsten akademischen Einrichtung Deutschlands geworden, und dafür gibt es zwei Gründe“, beschreibt Gumbrecht seine Beweggründe, den Ruf an die ZU anzunehmen, „erstens ist die ZU eine der sehr wenigen privaten Universitäten, die es geschafft haben, eine solide finanzielle Grundlage und sich ein überraschendes internationales Ansehen zu schaffen, indem sie die Flexibilität, die Unabhängigkeit und die vielen Herausforderungen ihres privaten Status auf beeindruckende Weise einsetzt. Zweitens, und in deutlichem Kontrast zum staatlichen deutschen Universitätssystem, kommt mir die ZU als zutiefst von Humboldt geprägt vor, weil sie die Angewohnheit hat, ihre weitestreichenden und ehrgeizigsten Initiativen aus der erfolgreichen und in der Tat täglich glücklichen Begegnung zwischen Studenten und Professoren im Seminarraum zu entwickeln. Oder, um Humboldt selbst zu zitieren, an dieser Universität ,inspirieren die verschiedenen Schattierungen der verschiedenen intellektuellen Begeisterung verschiedener Generationen sich permanent gegenseitig.’“

Der gebürtige Würzburger Gumbrecht studierte Romanistik, Germanistik, Philosophie und Soziologie in München, Regensburg, Salamanca, Pavia und Konstanz. 1971 erfolgte die Promotion an der Universität Konstanz, wo er auch 1974 seine Habilitation in Allgemeiner und Romanischer Literaturwissenschaft vorlegte. 1975 übernahm Gumbrecht eine Professur an der Ruhr-Universität Bochum, 1983 an der Gesamthochschule Siegen. Seit 1989 bekleidete er verschiedene Professuren für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Stanford University. Derzeit hat er dort den Albert-Guérard-Lehrstuhl inne.

Gumbrecht gilt als bedeutender Seismograf und Trendsetter auf den Gebieten der Literatur-, Kultur- und Medientheorien, deren Weiterentwicklung er zunehmend mitgestaltete. Insbesondere die Systemtheorie Niklas Luhmanns hat Gumbrechts Arbeit zeitweilig geprägt. In den jüngeren Arbeiten Gumbrechts lässt sich eine Abwendung von modernen Theoriemodellen bei gleichzeitiger Hinwendung zur Philosophiegeschichte und zu metaphysischen Fragestellungen beobachten.
Einem größeren Publikum ist er seit Ende der 1980er Jahre durch zahlreiche Beiträge im Feuilleton vor allem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Neuen Zürcher Zeitung sowie durch seine Essays bekannt. Während er in den USA und Lateinamerika ein wichtiger Vermittler europäischer, vor allem deutscher Philosophie und Wissenschaft ist, erklärt und verteidigt er in Europa, besonders in Deutschland, die Sichtweisen seiner amerikanischen Wahlheimat.

Zahlreiche Gastprofessuren führten Gumbrecht an Universitäten Nordamerikas, Europas, Lateinamerikas, Japans und Südafrikas sowie an das Collège de France (Paris). Er ist ständiger Gastprofessor an der Universität Montreal und an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (Paris). Ehrenpromotionen empfing er an den Universitäten Montevideo (1999), Montreal (2004), Siegen (2007), St. Petersburg (2007), Greifswald (2008) und Marburg (2009).