Apr 202219Di
artsprogram, Wissenschaftliche Events
19.15 Uhr – 20.30 Uhr
Friedrichshafen | ZF Campus, Black Box 1.09 | Online

Ringvorlesung | Radical Dreaming | Dr Philipp Kleinmichel

Ringvorlesung | Radical Dreaming | Dr Philipp Kleinmichel

Dream Journal 2016–2019, Jon Rafman, 2019 © Jon Rafman, Courtesy the artist and Sprüth Magers, Foto: Timo Ohler


Traumfabrik Internet: Zeitgenössische Kunst und fraktale Massenkultur


Immer wieder werden wir mit der Forderung konfrontiert, unsere Kultur und unsere sozialen und materiellen Verhältnisse zu verändern. Unsere Kultur lebt von der Produktion neuer Utopien, neuer Visionen und Märkte und der damit verbundenen permanenten Erneuerung der Sprache, der Umgangsformen und Moden. Daher stellt sich heute die Frage, ob sich dieser Zustand der permanenten kulturellen Transformation überhaupt durch die Produktion von neuen Utopien und Visionen transformieren lässt oder ob diese Form der Traumproduktion nicht eher zum Erhalt des kulturellen Status quo beiträgt? An der Kunst als einem besonders produktiven Bereich für die Transformation lässt sich dieses Problem besonders deutlich veranschaulichen. So sind im vergangenen Jahrzehnt unter dem Label der Postinternet Kunst eine ganze Reihe an künstlerische Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern wie Ryan Trecartian/Lizzie Fitch, Jon Rafman oder Anna Uddenberg entstanden, deren virtuelle Traumwelten, Fiktionen und Visionen auf die zunehmende Schwierigkeit hinweisen, zwischen einer virtuellen und simulierten Traumwelt einerseits und einer von virtuellen Welten und spektakulären Simulationen geprägten Wirklichkeit des digitalisierten politischen und kulturellen Lebens andererseits zu unterscheiden. Wie ich zeigen werde, reflektieren die Arbeiten dieser Generation die Fraktalisierung der alten zentralisierten Massenkultur des Fernsehens und des Kinos und damit den kulturellen Bedeutungsverlust der alten Traumfabrik Hollywood. Als Ausdruck der permanenten kulturellen Transformation erscheinen sie selbst als eine Art (anti-)dialektisches Traumbild eines total gewordenen Kulturzustands, der seine eigene, andauerende Transformation durch die endlose Produktion von neuen Träumen und Visionen betreibt.


Informationen zu der zehnteiligen öffentlichen Ringvorlesung zum artsprogram-Jahresthema erhalten Sie hier.


Den Link zur Hybriden veranstaltung finden Sie hier.


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