Eine neuer Beitrag von Prof. Eisenkopf im Journal European Transport Studies beschäftigt sich mit der Slot-Allokation auf hochbelasteten Flughäfen. Mit seinem Ko-Autor Prof. Knorr entwickelt er innovative Vorschläge für eine Neugestaltung dieses Systems.
Die Zuweisung von Slots auf überlasteten Flughäfen erfolgt traditionell auf der Grundlage von Verwaltungsverfahren in Übereinstimmung mit den Leitlinien der International Air Transport Association (IATA) Worldwide Airports Slot Group. Der wichtigste Grundsatz ist die Regel "wer zuerst kommt, mahlt zuerst". Solange die Fluggesellschaften die ihnen zugewiesenen Slots regelmäßig nutzen (die so genannte use-it-or-lose-it-Regel), werden diese ihnen in der nächsten Flugplanperiode automatisch wieder zugewiesen (Grandfathering).
Diese Zuweisungsregelung schafft jedoch eine sehr wirksame Zutrittsschranke für neue Anbieter auf Flughäfen mit begrenzter Slotkapazität.
Nur sehr wenige Länder, z. B. das Vereinigte Königreich, gestatten den Airlines den Handel mit überschüssigen Slotsauf einem Sekundärmarkt. Die Erkenntnisse aus diesen wenigen legalen Sekundärmärkten zeigen eindeutig, dass das derzeitige System der Zuweisung von Slots zu erheblichen Knappheitsrenten zugunsten der etablierten Fluggesellschaften geführt hat. Die vorhandene Literatur hat sich auf die potenziellen wettbewerbswidrigen Auswirkungen und die kartellrechtlichen Folgen des Grandfathering sowie den Sekundärhandel mit Slots konzentriert.
Neu an der Studie von Eisenkopf/Knorr ist, dass sie die Analyse um die Perspektive der Eigentumsrechte erweitert und Flughäfen als neue Akteure in den Prozess der Slot-Zuteilung einbezieht. Die Autoren gehen davon aus, dass Fluggesellschaften keine rechtlichen (wenn auch faktischen) Eigentümer von Slots auf Flughäfen sind, die lediglich ein zeitlich befristetes Nutzungsrecht darstellen. Die Analyse befasst sich zunächts mit den kartellrechtlichen Auswirkungen der bestehenden Regelung(en) für die Zuweisung von Slots (Szenario I). Anschließend werden in einer vergleichenden institutionellen Analyse die potenziellen Auswirkungen von zwei alternativen Zuweisungsregelungen für Slots auf den Wettbewerb der Fluggesellschaften bewertet.