Der Lehrstuhl für Europäische Politik befasst sich mit Gesetzgebungsprozessen in der Europäischen Union (EU) und fokussiert dabei schwerpunktmäßig auf Fragen inter-institutioneller Verhandlungen und legislativer Organisation im Europäischen Parlament. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Frage, wie die Komplexität von EU-Gesetzen gemessen und verglichen werden kann, woher sie stammt und wie sie sich auf verschiedene politische Prozesse – von der Politikformulierung bis hin zur Umsetzung – auswirkt. Diesen Fragen gehen wir im EUPLEX-Projekt nach, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als Emmy Noether Nachwuchsgruppe gefördert wird.
Zudem beschäftigt sich der Lehrstuhl im Rahmen des vom Europäischen Forschungsrat geförderten DEMOLAW Projekts mit übergeordneten Fragen zum Design demokratischer Gesetzgebung. Wie präzise und vielfältig sind die Inhalte demokratischer Gesetze ausgestaltet? Welche Instrumente beinhalten sie und an wen sind sie gerichtet? Wie vage sind demokratische formuliert und wieviel Macht delegieren sie an die Bürokratie? Und inwiefern variieren die Antworten auf all diese Fragen zwischen Politikbereichen, politischen Systemen und über Zeit? Das DEMOLAW Projekt geht nicht nur den Ursprüngen unterschiedlicher legislativer Designs nach, sondern versucht auch zu ergründen, wie Gesetze über Zeit verändert werden. Dazu untersuchen wir nicht nur Gesetze der EU, sondern auch Gesetze aus dem Vereinigten Königreich und den USA mit modernen Methoden computergestützter Textanalyse.
Der Lehrstuhl beschäftigt sich auch mit der Regulierung des privaten Schusswaffenbesitzes in Europa und der Reform und Wirkungsweise von Waffengesetzen.
Der Forschungsansatz des Lehrstuhls ist theoriegeleitet, empirisch-analytisch und oft vergleichend.
Der Lehrstuhl legt in seinen Lehrveranstaltungen Wert darauf, dass die Studierenden in die Lage versetzt werden, unabhängig zu denken, den aktuellen Stand der Forschung kritisch zu hinterfragen und darauf aufbauend eigene Ideen kreativ zu entwickeln. Zudem sollen die Studierenden sowohl in theoretischer als auch in methodischer Hinsicht einen möglichst breiten Zugang zu den Lehrinhalten bekommen, um die verschiedenen Herangehensweisen inklusive ihrer jeweiligen Stärken und Schwächen kennenzulernen. In den Seminaren des Lehrstuhls wird stets versucht, die theoretischen Inhalte eng mit der täglichen politischen Praxis in Europa zu verbinden. Es wird sowohl Grundlagenwissen als auch Anwendungswissen gelehrt. Die Studierenden werden über interaktive digitale Tools eng in den Lehrablauf eingebunden. Die Lehre findet in englischer und deutscher Sprache statt.
Informationen zu den aktuellen Lehrveranstaltungen entnehmen sie bitte dem Vorlesungsverzeichnis.

Sprechstunde: Dienstags von 9 -10 Uhr
Bitte um vorherige Anmeldung per Email.
Email: steffen.hurka@zu.de

| Tel: | +49 7541 6009-1491 |
| Raum: | SMH Semi | 1.11 |


Amelie Sieber
Bachelorstudentin