
Mike Cowburn, Research Fellow am Lehrstuhl für Europäische Politik, hat eine neue Publikation in Political Communication veröffentlicht, in der er ein neues theoretisches Rahmenkonzept zur Erklärung politischer Radikalisierung vorstellt. Die Studie untersucht, wie digital vernetzte politische Eliten und hyperparteiische Medien zur Radikalisierung beitragen. Auf der Grundlage eines neu erhobenen Datensatzes mit nahezu zwei Millionen Einträgen aus rechten und etablierten Nachrichtenquellen, Newslettern sowie Social-Media-Beiträgen republikanischer Kongressabgeordneter analysieren Cowburn und seine Koautor:innen ideologisches Verhalten und Vernetzungsmuster im Kontext der Politisierung von „Critical Race Theory“ (CRT) innerhalb der amerikanischen Rechten.
Die Autor:innen führen das Konzept einer „Logik der vernetzten Fraktion“ ein, um zu erklären, wie digitale Konnektivität innerparteiliche Fraktionsdynamiken prägt. Dabei zeigen sie, dass republikanische Abgeordnete, die die CRT-Agenda aufgegriffen haben, eine eigenständige Fraktion bilden, die sich durch stärkere ideologische Zuspitzung, eine tiefere Einbettung in rechte digitale Netzwerke sowie eine überproportionale Präsenz auf alternativen Plattformen wie Rumble, Truth Social und Gettr auszeichnet. Darüber hinaus belegt die Studie, dass die Erwähnung von „CRT“ mit höherem Social-Media-Engagement und verstärkter Aufmerksamkeit ideologisch nahestehender Medien verbunden war, was auf neue Anreizstrukturen hinweist, die zur Radikalisierung politischer Eliten beitragen können – mit Implikationen für politische Akteure und Mediensysteme auch über die Vereinigten Staaten hinaus.