Die Zeppelin Universität (Deutschland) und die University of Cape Coast (Ghana) organisieren von 2025 bis 2026 das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderte
internationale Projekt „Reframing Colonial Legacies“.
Die Rückgabe der Benin-Bronzen durch Deutschland an Nigeria im Jahr 2022 markierte einen symbolischen Schritt in Richtung Entkolonialisierung und löste Debatten über Eigentum und kulturelle Verantwortung aus. Die Forderungen nach der Rückgabe gestohlener Artefakte, wie die des ghanaischen Asantehene, verdeutlichen die dringende Notwendigkeit, das koloniale Erbe neu zu bewerten. Das akademische Weiterbildungsprojekt „Reframing Colonial Legacies“ thematisiert explizit koloniale Vermächtnisse und deren nachhaltige Auswirkungen als aktuelle Debatte in der Auswärtigen Kulturpolitik. Das Projekt vermittelt den Teilnehmern Fähigkeiten zur kritischen Auseinandersetzung mit kolonialen Vermächtnissen, dekolonialer Erinnerungskultur und machtkritischer internationaler Zusammenarbeit. Außerdem fördert es den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis. Durch die Förderung einer nachhaltigen internationalen kulturellen Zusammenarbeit regt das Projekt den transkulturellen Dialog an und unterstützt die aktive Auseinandersetzung mit kolonialen Vermächtnissen. Ziel ist es, neue Ansätze zu diskutieren, um gesellschaftliche Debatten proaktiv zu gestalten und alternative Prozesse der Dekolonisierung zu ermöglichen, die bestehende Machtdynamiken zwischen Wissenschaft und kultureller Praxis in Frage stellen. Folgende Themen werden in der Fortbildung angesprochen und diskutiert:
| Kolonialgeschichte und Erinnerungskultur zwischen Ghana und Deutschland (inkl. Exkursionen zu Sklavenburgen und Museen in Ghana)
| Deutsche Auswärtige Kulturpolitik im Hinblick auf koloniales Erbe Restitution von Kulturgütern
| Feministische Ansätze in Erinnerungskultur und Kulturpolitik
| Dekoloniale internationale Kulturbeziehungen Kulturelle Vermittlung kolonialer Objekte und Architektur mit Augmented Reality (AR) |
| Kolonialer Blick und transkulturelle Produktion und Kooperation
Onlinekurs: Geplant für den 5., 12., 19. und 26. September 2025. Der Onlinekurs wird sich auf dekoloniale und feministische Ansätze in der Erinnerungskultur und Kulturpolitik konzentrieren, mit einem besonderen Schwerpunkt auf afrikanischen Wissenssystemen und Erinnerungskulturen.
Studienreise zum kolonialen Erbe nach Cape Coast, Ghana: Geplant für den 22. bis 30. November 2025 (einschließlich Reisetage). Die Teilnehmer werden vor Ort Kolonialgeschichte und Erinnerungskulturen erkunden (z.B. Cape Coast und Elmina Slave Castles) und sich an Diskussionen über Kulturpolitik, dekoloniale Ansätze und Kulturvermittlung beteiligen.
Internationale Hybrid-Konferenz, Zeppelin Universität: 5.-6. Mai 2026. Die Abschlusskonferenz an der Zeppelin Universität wird als Höhepunkt des Projekts dienen und Alumni, Wissenschaftler und Praktiker zusammenbringen, um Projektergebnisse und dekoloniale Perspektiven zu präsentieren und zu diskutieren.
Allgemeine Alumni-Aktivitäten an der Zeppelin Universität: Gezielte Initiativen werden die internationale Vernetzung verbessern, einschließlich strategischer Prozesse, Datenbankentwicklung und zweisprachiger Kommunikation. Veranstaltungen sollen die Verbindungen zu ehemaligen Studierenden stärken und das Alumni-Netzwerk der Universität erweitern.
Das Projekt richtet sich an internationale Deutschland-Alumni, das sind laut DAAD Fachkräfte und Akademiker, die mindestens drei Monate in Deutschland geforscht oder studiert haben und derzeit in ihren Heimatländern außerhalb Deutschlands leben und arbeiten. Bewerben können sich Alumni aus Ländern in Afrika und Europa. Deutsche Staatsangehörige sind nach den Förderrichtlinien nicht antragsberechtigt. .
Sie sollten Folgendes mitbringen
- einen nachgewiesenen Hintergrund in akademischen Bereichen, die für die Themen Kulturwissenschaften, Erinnerungskultur, dekoloniale Studien, angewandte Forschung und verwandte Bereiche relevant sind
- berufliche Erfahrung und persönliches Interesse an den Themen des Projekts
- das Potenzial, innerhalb Ihrer Gemeinschaft oder Ihres beruflichen Netzwerks als Vermittler oder Multiplikator zu agieren
- fließende Englischkenntnisse in Wort und Schrift
- eine kollaborative Denkweise und die Bereitschaft, Wissen mit Gleichgesinnten zu teilen
Zeppelin Universität
Jun.-Prof. Dr. Meike Lettau (meike.lettau@zu.de)
Dr. Özlem Canyürek (oezlem.canyuerek@zu.de)
Juniorprofessur Cultural and Media Policy Studies
University of Cape Coast
Prof. Dr. Eric Debrah Otchere, Department of Music and Dance (eric.otchere@ucc.edu.gh)
Dr. Madinatu Bello, Department of Theatre and Film Studies (mbello@ucc.edu.gh)
Das Projekt wird vom DAAD aus Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert.

Supported by the DAAD with funds from the Federal Foreign Office.
