Friedrichshafen. Was in Geschäftsführungs- und Vorstandspositionen öffentlicher Unternehmen verdient wird, bleibt häufig im Verborgenen. Gerade einmal 20,3 Prozent der Top-Managementmitglieder auf kommunaler Ebene legen ihre Vergütung personenbezogen offen, auf Bundes- und Länderebene sind es 47,0 Prozent. Zugleich unterscheiden sich die Gehälter je nach Branche und Unternehmensgröße erheblich. Das geht aus der aktuell veröffentlichten Public Pay Studie 2025 der Zeppelin Universität (ZU) hervor.
Die Public Pay Studie ist als Langfriststudie konzipiert und untersucht aktuelle Muster bei der Höhe, Ausgestaltung und Offenlegung der Top-Managementvergütung öffentlicher Unternehmen und zeigt Perspektiven für eine digitale Governance und nachhaltige Vergütungsstrukturen auf. Untersucht wurden 10.650 Top-Managementmitglieder aus 7.181 öffentlichen Unternehmen der Städte über 30.000 Einwohnerinnen und Einwohner, der Landkreise sowie von Bund und Ländern. Dafür wurden Vergütungsdaten von 2.079 Personen aus 1.148 öffentlichen Unternehmen identifiziert.
Unter den Kommunen mit mindestens fünf öffentlichen Unternehmen haben sieben Kommunen für das Geschäftsjahr 2023 eine personenbezogene Offenlegungsquote von 100 Prozent. Bei weiteren fünf Kommunen sind es mindestens 75 Prozent, bei 32 Kommunen zwischen 50 und 75 Prozent. Bei beachtlichen 242 Kommunen liegt dagegen weiterhin eine Vergütungsoffenlegung von 0 Prozent vor. Bei Bund und Ländern liegt die Offenlegung bei 47,0 Prozent. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten erreichen mit 98,6 Prozent schon nahezu vollständige Vergütungstransparenz.
Auch bei der Vergütungshöhe von Top-Managementmitgliedern öffentlicher Unternehmen sind deutliche Unterschiede festzustellen. Die Studie zeigt, dass 39,7 Prozent der Top-Managementmitglieder eine Vergütung von weniger als 150.000 Euro erhalten. Während 43,3 Prozent zwischen 150.000 Euro und 300.000 Euro vergütet bekommen, erhalten 13,4 Prozent mehr als 300.000 Euro und 3,6 Prozent über 500.000 Euro. Bei 22,9 Prozent der Top-Managementmitglieder ist die Vergütung niedriger als im Vorjahr, bei 77,1 Prozent konstant oder höher. Bei Top-Managementmitgliedern im hohen Vergütungsbereich ist der Anstieg mit 2,3 Prozent deutlich höher gewesen als bei denjenigen im niedrigeren Vergütungsbereich.
„Über Transparenzgesetze und Public Corporate Governance Kodizes sollten überall vollständige Vergütungstransparenz einschließlich Altersversorgung und eine Vergleichsgruppe für die Vergütungshöhe realisiert werden. Übergreifend braucht es Fair Pay und keine Neiddebatten“, erläutert Professor Dr. Ulf Papenfuß, Inhaber des Lehrstuhls für Public Management & Public Policy an der ZU.
Die „Public Pay Studie 2025: Top-Managementvergütung öffentlicher Unternehmen – Perspektiven für digitale Governance und nachhaltige Vergütungsstrukturen“ wurde gemeinsam mit der LAB & Company Düsseldorf GmbH erstellt und von dieser bei der Diskussion des Themas in der Praxis begleitet.
Die vollständige Studie zum Download unter puma.zu.de



