Frauenanteil in Führungsetagen kommunaler Unternehmen entwickelt sich regional sehr unterschiedlich – Studie zeigt große Unterschiede auch in Baden-Württemberg

16.07.2025
Frauen sind in Führungspositionen selten.
Frauen sind in Führungspositionen selten.
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Friedrichshafen. In den Führungsetagen kommunaler Unternehmen sind Frauen in Baden-Württemberg und bundesweit weiter deutlich unterrepräsentiert. Mit einem Anteil von 22,4 Prozent besetzen baden-württembergische Städte im Schnitt nur knapp jede fünfte Spitzenposition mit einer Frau. Damit liegen sie unter dem Bundesdurchschnitt von 23,0 Prozent. Zum dritten Mal in Folge liegt die Repräsentation unter dem Niveau der DAX-40-Unternehmen, wie die aktuelle Studie „Frauen in Top-Managementorganen öffentlicher Unternehmen“ der Zeppelin Universität (ZU) zeigt.


Den höchsten Anteil an Frauen im Top-Management erreichten abermals die Städte ostdeutscher Flächenländer (24,7 Prozent), wohingegen der Schnitt in den Städten der westdeutschen Flächenländer (19,1 Prozent) tiefer liegt – eine Vergrößerung des Ost-West-Gefälles zum Vorjahr. Während von den insgesamt 69 untersuchten Städten vier Städte eine Repräsentation von mindestens 40 Prozent erreichen, liegt der Anteil in 13 Städten unter 10 Prozent, davon in sechs Städten erneut bei 0 Prozent. Von den baden-württembergischen Städten liegen Karlsruhe (32,1 Prozent), Freiburg (29,2 Prozent) und Mannheim (26,5 Prozent) über dem kommunalen Schnitt, während Stuttgart (14,3 Prozent) und Heidelberg (3,8 Prozent) weiter unterdurchschnittliche Werte aufweisen.


Bei den Neubesetzungen von Top-Managementpositionen entfielen im vergangenen Jahr 30,7 Prozent auf Frauen – 2,8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die höchsten Werte weist hierbei Sachsen (52,4 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (50,0 Prozent) auf – die Städte in Baden-Württemberg (34,4 Prozent) liegen im Mittelfeld.


Professor Dr. Ulf Papenfuß, Dr. Christian Arno Schmidt und Katharina Zettl vom Lehrstuhl für Public Management & Public Policy an der ZU erklären: „Neben vielfältiger ‚Kulturarbeit‘ und nachhaltiger Personalentwicklung ist in jeder Gebietskörperschaft angesichts der Studienergebnisse ein zentraler Schritt, zeitnah einen Public Corporate Governance Kodex mit klaren Regelungen zu erarbeiten und zu beschließen.“


Den Status quo der Frauenrepräsentation in öffentlichen Unternehmen haben Professor Dr. Ulf Papenfuß und sein Team im April 2025 erneut untersucht. Analysiert wurden Daten aus 69 Städten sowie von Bund und Ländern und 2.019 öffentlichen Unternehmen mit insgesamt 2.126 Positionen in Geschäftsführung, Leitung und Vorstand von unter anderem Stadtwerken, ÖPNV, Krankenhäusern, Messen, Sozialeinrichtungen sowie IT und Digitalisierung.


Die Studie wird vom „zfm – Zentrum für Management und Personalberatung“ in Bonn und der „AKDB – Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern“ gefördert und bei der Diskussion des Themas in der Praxis begleitet.


Am Freitag, 18. Juli, findet von 9.00 bis 10.30 Uhr eine kostenlose Online-Paneldiskussion anlässlich der Studienveröffentlichung statt.


Die vollständige Studie zum Download sowie den Anmeldelink zur Online-Paneldiskussion finden Sie unter puma.zu.de

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