Deutschlandweite Medienberichterstattung: FIT-Public Management-Studie 2025

16.07.2025


Heute ist die Studie „Frauen in Top-Managementorganen öffentlicher Unternehmen (FIT-Public Management-Studie 2025)“ des Lehrstuhls für Public Management & Public Policy erschienen. Deutschlandweit berichten viele Medien über die Studie.


Die vollständige Studie und weitere frei verfügbare Studien des Lehrstuhls können Sie hier abrufen. Die Pressemitteilung der ZU können Sie hier einsehen. Weiter unten in den News finden Sie auch Zitate für die Medien. Hier können Sie einen Foliensatz einer Online-Paneldiskussion anlässlich der Veröffentlichung der Studie abrufen.


Dem Staat und öffentlichen Unternehmen wird in der Diskussion um die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Führungspositionen eine besondere Vorbildfunktion zugeschrieben. Die chancengerechte Besetzung von Spitzenpositionen mit fachlich und charakterlich geeigneten Personen ist von besonderer Bedeutung für die Zukunftsgestaltung des öffentlichen Sektors und ein Kernthema nachhaltiger Public Corporate Governance.


Die als Langfristvorhaben konzipierte FIT-Public Management-Studie untersucht – anknüpfend an die Vorjahresstudien – mit Daten von April 2025 die Repräsentation von Frauen in Top- Managementorganen bei 2.019 öffentlichen Unternehmen von 69 Städten sowie der Bundes-/ Landesebene.


Die Studienergebnisse im Überblick:


  • Frauenanteil in den Städten liegt bei 23,0 % (leichter Anstieg um 0,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr, aber weiterhin deutlich unter den politischen Zielwerten und unter dem Niveau der DAX-40-Unternehmen).
  • Ost-West-Schere geht weiter auf: Frauenanteil in Ostdeutsche Städte bei 24,7 %, in westdeutschen Städten bei 19,1 % (Differenz hat sich im Vergleich zum Vorjahr weiter vergrößert).
  • Weibliche Neubesetzungen liegen bei 30,7 % (Anstieg um 2,8 Prozentpunkte – ein positiver Trend, aber noch nicht auf Zielniveau). Auch hier zeigen sich regionale Unterschiede. Anteil der weiblichen Neubesetzungen in Ostdeutschland liegt bei 37,8 %, in Westdeutschland hingegen bei 25,8 %.
  • Branchenvergleich: Frauen sind besonders stark in den Branchen „Gesundheits- & Sozialwesen“ (38,4 %) und „Krankenhäusern“ (33,9 %) vertreten, deutlich seltener hingegen in technischen Bereichen wie „IT/Digitalisierung“ (14,1 %) und „Energie-/Wasserversorgung & Stadtwerke“ (12,5 %).
  • Vergleich Bundes- und Landesebene: Öffentliche Unternehmen des Bundes erreichen mit 32,5 % einen höheren Frauenanteil als Städte und Länder im Schnitt – einzelne Städte schneiden besser ab. Auf Landesebene reichen die Werte von Spitzenreitern wie Thüringen (40,7 %) und Schleswig-Holstein (40,0 %) bis zu sehr niedrigen Anteilen in Nordrhein-Westfalen (16,4 %) und Rheinland-Pfalz (11,5 %).

Regionale Unterschiede – insbesondere bei Neubesetzungen – sind diskussionswürdig, sollten aber stets kontextabhängig eingeordnet werden.


Neben vielfältiger „Kulturarbeit“ und nachhaltiger Personalentwicklung ist in jeder Gebietskörperschaft angesichts der Studienergebnisse ein zentraler Schritt, zeitnah in einen Public Corporate Governance Kodex (PCGK) eine Empfehlung mit den Anforderungen aus § 77a GmbHG zur Mindestbeteiligung von Frauen in Top-Managementorganen und aus § 76 AktG / § 36 GmbHG zu Zielgrößen für die obersten Managementebenen aufzunehmen. In der Diskussion um gesetzliche Vorschriften oder gar keine Regelungen sind gute PCGKs ein guter Kompromiss und sollten auch in Wahlprogramme und Koalitionsverträ-ge von Parteien aufgenommen werden. Weiterhin ist ein integriertes Personalinformationssystem auf Ebene der Gebietskörperschaft mit relevanten Diversitymanagement-Informationen erforderlich.


Mit dieser Studie erhalten Politik, Verwaltung, Beratung, öffentliche Wirtschaft und Medien wieder ein aktuelles empirisches Fundament und Impulse für die anstehende Debatte.


Das Lehrstuhlteam von Herrn Professor Papenfuß bedankt sich bei den fördernden Kooperationspartner:innen zfm – Zentrum für Management- und Personalberatung und der AKDB - Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern für die Förderung der Studie und die Begleitung der Diskussion in der Praxis sowie unserem Co-Förderer Verband kommunaler Unternehmen (VKU e.V.).


Am Freitag, den 18.07.2025, findet von 09:00 – 10:30 Uhr eine Online-Paneldiskussion anlässlich der Studienveröffentlichung statt. Hier geht es zur Anmeldung über CleverReach.


Zitate von Prof. Dr. Ulf Papenfuß für die Medien:

| „Integrierte Führungskräfteentwicklung „im Konzern Gebietskörperschaft“, ein Public Corporate Governance Kodex und Vergleichsanalysen sind zentral für die besten Talente in Führungspositionen.“

| „Der Anteil weiblicher Neubesetzungen liegt in Ostdeutschland deutlich höher als in Westdeutschland. Die „Schere“ zwischen Ost und West geht nach den Befunden weiter auseinander.


Zitate der fördernden Kooperationspartner:innen für die Medien:

| Stephanie Boeker, Partnerin zfm – Zentrum für Management- und Personalberatung Edmund Mastiaux & Partner:

„Führungskräfteentwicklung und Diversität müssen in einem Unternehmen immer Chef(-innen)-Sache sein. Wir brauchen hierfür mehr weibliche Vorbilder. Jede Person sollte auf diesem Weg ihre Rolle und Verantwortung übernehmen, um nicht weitere Jahre ins Land ziehen zu lassen.“

| Frau Gudrun Aschenbrenner, Mitglied des Vorstandes der AKDB: „In einer Welt, in der demokratische Werte immer öfter herausgefordert werden, ist es noch wichtiger, öffentliche Unternehmen nach den ESG-Zielen zu führen, daher eben auch Diversität zu leben.

| Karin Pfäffle, VKU-Vorsitzende des Ausschusses Personal/ Sprecherin der Geschäftsführung und Arbeitsdirektorin Hamburger Energienetze:

„Die aktuelle FIT-Studie macht deutlich, dass sich ein langfristiger Trend zu einer positiven Entwicklung abzeichnet. Immer mehr Spitzenpositionen werden mit Frauen besetzt. Das ist ein Erfolg, den wir sichtbar machen und aktiv kommunizieren sollten - auch wenn wir noch lange nicht am Ziel sind. Erfolgreiche Beispiele können als Best Practices dienen – sowohl innerhalb der Unternehmen als auch in den verantwortlichen kommunalen Verwaltungen. Nur so schaffen wir nachhaltige Veränderungen.“


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