Abstract
In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Erforschung von Emotionen zu einem bahnbrechenden Feld innerhalb der Internationalen Beziehungen (IB) entwickelt. Das „Oxford Handbook of Emotions in International Relations“ zielt darauf ab, diese Entwicklungen zu erfassen und einzuordnen, wobei es hervorhebt, wie die Analyse von Emotionen ein tieferes Verständnis der internationalen und globalen Politik ermöglicht hat. Das Handbuch bietet einen systematischen Überblick und gibt einen Überblick über dieses von Natur aus multidisziplinäre Forschungsgebiet. Die Beiträge des Bandes zeigen, dass Emotionen in eine Vielzahl von Prozessen und Praktiken der IB eingebunden sind - darunter Diplomatie, Sicherheit und Konflikt, globale Governance und Recht sowie transnationale Politik. Die Kapitel zeichnen die Entwicklung der Emotionsforschung in den IB von der „ersten Welle“ nach, die Emotionen als irrationale Impulse verstand, welche die Entscheidungsfindung in Krisenmomenten stören, bis hin zu Beiträgen der „zweiten Welle“, die die vielfältigen Rollen von Emotionen bei der Gestaltung staatlichen Handelns und globaler Interaktionen in der Praxis untersuchen. Das Handbuch präsentiert aktuelle Forschung zum Einfluss von Emotionen in zahlreichen Bereichen, darunter Menschenrechte und Humanitarismus, Friedensverhandlungen, Transitional Justice, Klimawandel, Finanzkrisen, politischer Protest, populistische Bewegungen und Migration. Durch diese Untersuchungen bietet der Band innovative Erkenntnisse und wirft neue Fragen für das Fachgebiet auf. Anstatt lediglich zu behaupten, dass Emotionen wichtig sind, zeigt das Handbuch, wie ein analytischer Fokus auf Emotionen Annahmen über Rationalität infrage stellen und tiefere Komplexitäten der Weltpolitik sichtbar machen kann.
