تواصل [Tawasol] Cultural Production and Policy Network

02.06.2023

20 Studierende der Kulturwissenschaften bilden den Kern des „تواصل [Tawasol] Cultural Production and Policy Network“.

Die drei Partneruniversitäten Zeppelin Universität Friedrichshafen (Deutschland), Université Saint-Joseph de Beyrouth (Libanon) und Institut Supérieur de Musique de Tunis - Université de Tunis (Tunesien) setzen das vom DAAD geförderte „تواصل [Tawasol] Cultural Production and Policy Network“ und seine jeweiligen Aktivitäten in den Jahren 2023 bis 2025 um.


Das „تواصل [Tawasol] Cultural Production and Policy Network“ ist im Spannungsfeld der Rolle der Künste in der Gesellschaft angesiedelt. Künstler:innen und Kulturaktivist:innen haben einerseits einen Beitrag zur Demokratisierung in vielen Ländern der WANA-Region (West Asia and North Africa) geleistet, schaffen Austausch- und Dialogformen und wirken somit gestaltend in die Gesellschaft hinein. Andererseits erfährt diese gesellschaftspolitische Dimension künstlerischer Formate an vielen Universitäten in der WANA-Region keine Priorität in Forschung, Lehre und Wissenschaftstransfer.

تواصل [Tawasol] bedeutet in Verbindung sein, Kontakte auszubauen und sich zu vernetzen. Der Kern des Netzwerks besteht aus den drei Partneruniversitäten der Université Saint-Joseph de Beyrouth/Libanon, der Université de Tunis/Tunesien und der Zeppelin Universität/Deutschland, die wegweisende Ausbildungsprogramme im Bereich der Kulturproduktion in Verbindung mit Kulturpolitik implementieren.

Zwei fachliche Bereiche, in denen besonderer Aus- und Fortbildungsbedarf existiert, wurden durch die drei Partneruniversitäten identifiziert und werden im Rahmen des internationalen Netzwerks adressiert und fundiert vermittelt: (1) Fortbildung im Bereich innovativer, partizipativer Formen der Kulturproduktion als zentraler Ansatz des Wissenstransfers in die Gesellschaft und (2) Fortbildung im Bereich Kulturpolitik und internationale kulturelle Zusammenarbeit als Faktor für zukünftige Arbeitsfelder.

Im Bereich des Wissenschaftstransfers wurden von den Partnern drei Aspekte als relevant für das Netzwerk definiert. Der Fokus liegt hierbei auf den Dimensionen (a) Anwendung, (b) Transfer und (c) Kommunikation. Ein zukunftsgerichteter, demokratischer Kultursektor in den jeweiligen WANA-Ländern erfordert explizit diese Kompetenzen und Expertisen, da sie in der Ausbildung zukünftiger Kulturakteur:innen an den Universitäten momentan noch nicht verankert sind. Durch den Aufbau des internationalen Netzwerks werden hierzu die Rahmenbedingungen geschaffen, um Impulse für eine innovative Kulturproduktion und reformierte Kulturpolitik z.B. für partizipative Formate und Festivals, prozessorientierte Projekte oder internationalen Künstler:innenaustausch zu ermöglichen.

Zielgruppe des Netzwerks sind 20 qualifizierte MA und PhD Studierende (sowie fortgeschrittene BA Studierende) der Kulturwissenschaften aus der WANA-Region und Deutschland, die an den verschiedenen Workshops und Aktivitäten teilnehmen, fachlich fortgebildet werden sowie eigene Formate des Wissenstransfers entwickeln. Als außeruniversitäre Partner:innen der Kulturpraxis wurden führende zivilgesellschaftliche Organisationen auf internationaler und regionaler Ebene ausgewählt: Die Goethe-Institute Ägypten, Libanon und Tunesien als größte deutsche Mittlerorganisation der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik in der WANA-Region und die zivilgesellschaftliche Organisation Ettijahat – Independent Culture, eine Organisation, die sich explizit der Förderung von Kultur und Kulturpolitik an der Schnittstelle zu gesellschaftsrelevanten Bereichen verschrieben hat und hier eine der führenden Organisationen im arabischen Raum ist.

Das Netzwerk schafft langfristige Strukturen im Bereich der Kulturproduktion und -politik zwischen der WANA-Region und Deutschland. Es ermöglicht eine Vernetzung zwischen Universitäten und außeruniversitären Partnern der Kulturpraxis und ermöglicht somit einen Wissenstransfer in die Gesellschaft. Die Netzwerkteilnehmer:innen sind in der Lage eigene, innovative, lokale und transkulturelle Formate des Wissenstransfers zu entwickeln und zu implementieren. Strategien des nachhaltigen Transfers sind durch eine digitale multimediale Wissensplattform und Stakeholder Exchanges etabliert. Darüber hinaus werden Reformen in der Hochschulausbildung mit einem Praxisbezug und neuen Methoden und Formaten des Wissenstransfers umgesetzt.


Formate und Aktivitäten 

Fortbildung, kulturelle Produktion und Wissenstransfer


Das Netzwerk تواصل [Tawasol] bietet die Möglichkeit, in einem internationalen Umfeld mit Wissenschaftlern aus der WANA-Region und Deutschland zu lernen und Erfahrungen auszutauschen. Die 20 Stipendiaten werden sich aktiv an den folgenden Aktivitäten beteiligen:

| In drei jeweils siebentägigen Ausbildungsworkshops im Libanon (2023), in Deutschland (2024) und in Tunesien (2025) werden 20 ausgewählten MA und PhD Studierenden umfassende Kompetenzen im Bereich Kulturproduktion und -politik sowie Wissenstransfer vermittelt.

| In transnationalen Projektgruppen werden innovative Formate des Wissenstransfers (Produkte oder Projekte) im Bereich der Kulturproduktion und -politik entwickelt und umgesetzt. Dies können Ausstellungen, Aufführungen, Konzerte, Digitale Formate, Performances, Künstlerische Interventionen oder Community Art sein, die eine explizite gesellschaftspolitische Relevanz und partizipative Ansätze beinhalten.

| In drei „Science & Arts Residencies“ an den Goethe-Instituten Ägypten, Libanon und Tunesien erarbeiten die Teilnehmer:innen innovative Formate des Wissenstransfers in transkulturellen Projektgruppen, entwickeln eigene Ideen und verknüpfen darin Ansätze der klassischen wissenschaftlichen Forschung mit künstlerischen Rechercheansätzen (Artistic Research).

| In Austauschprozessen mit politischen Stakeholdern wird der Wissenstransfer zwischen Partneruniversitäten und Praxisakteuren ermöglicht sowie Handlungsempfehlungen für die Praxis entwickelt.

| Zentraler Ansatz des langfristigen Wissenstransfers ist der Aufbau einer digitalen multimedialen Wissensplattform zu künstlerischen Interventionen im Kontext gesellschaftspolitischer Demokratisierungsprozesse, welche zwischen Universitäten und der Gesellschaft etabliert wird und open-access zugänglich ist: https://tawasol-culture.xyz/

Die Stipendiaten 

Zeppelin Universität, Deutschland

Johanna Dieckmann

Jan Ennker

Julia Hartmann

Yannick Hoffmann

Ricarda Hommann

Bahman Iranpour

Chiara Keßel

Julian Kraemer

Lilli Kim Schreiber

Aaron Vilkama


Université Saint-Joseph de Beyrouth, Lebanon

Rita El Bacha

Nadeen Kalash

Fatima Meroueh

May Touma

Anas Younes


Institut Supérieur de Musique de Tunis, Université de Tunis, Tunisia

Souha Bachtobji

Wajih Bejaoui

Mariem Bettouhami

Hiba Kammarti

Mohamed Ali Kechiche

Kontakt

Für weitere Fragen stehen Ihnen die wissenschaftlichen Koordinatoren gerne zur Verfügung:


⎮ Michèle Brand, Zeppelin University, michele.brand@zu.de

⎮ Jana Bou Matar, Local coordinator in Lebanon, boumatarjana@gmail.com

⎮ Iyadh El Kahla, Local coordinator in Tunisia, iyadh94@gmail.com

Projektteam 

Jun-Prof Dr Meike Lettau, Zeppelin Universität (Germany)

Prof Dr Toufic El Khoury, Université Saint-Joseph de Beyrouth (Lebanon)

Prof Dr Marianne Noujaim, Université Saint-Joseph de Beyrouth (Lebanon)

Prof Dr Samir Becha, Institut Supérieur de Musique de Tunis – Université de Tunis (Tunisia)

Dr Ikbal Hamzaoui, Institut Supérieur de Musique de Tunis – Université de Tunis (Tunisia)

Hanane Hajj Ali, Université Saint-Joseph de Beyrouth (Lebanon)

Michèle Brand, Zeppelin Universität (Germany)

Jana Bou Matar, Université Saint-Joseph de Beyrouth (Lebanon)

Iyadh El Kahla, Local Coordinator (Tunisia)

Dr. Abdullah AlKafri – Ettijahat - Independent Culture (Lebanon)

Sandra Kastoun – Ettijahat - Independent Culture (Lebanon)

Frederike Berje – Goethe Institute Egypt (Egypt/Germany)

Förderer

Das Projekt wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) finanziert und gemeinsam von der Zeppelin Universität (Deutschland), der Université Saint-Joseph de Beyrouth (Libanon) und dem Institut Supérieur de Musique de Tunis, Université de Tunis (Tunesien) organisiert.

partner universities

In collaboration with Goethe-Institute and Ettijahat – Independent Culture.

transfer partners

Gefördert durch den DAAD aus Mitteln des Auswärtigen Amtes.

Funded by the DAAD with funds of the German Federal Foreign Office.
Zeit, um zu entscheiden

Diese Webseite verwendet externe Medien, wie z.B. Karten und Videos, und externe Analysewerkzeuge, welche alle dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Verhalten zu sammeln. Dabei werden auch Cookies gesetzt. Die Einwilligung zur Nutzung der Cookies & Erweiterungen können Sie jederzeit anpassen bzw. widerrufen.

Eine Erklärung zur Funktionsweise unserer Datenschutzeinstellungen und eine Übersicht zu den verwendeten Analyse-/Marketingwerkzeugen und externen Medien finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.