Wie kann transkulturelles Lernen im Südkaukasus aussehen und gelingen?
Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Sommerschule in Georgien für Studierende aus Armenien, Aserbaidschan und Georgien, die von Anika Freese (DAAD-Lektorin in Tbilissi, Georgien) und Tobias Grünfelder (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leadership Excellence Institute Zeppelin, Zeppelin Universität & Zauberkünstler) organisiert wurde.
Vom 15.-23.06.2024 machten sich jeweils fünf Studierende aus Armenien, Aserbaidschan und Georgien auf den Weg zu einer außergewöhnlichen Begegnung in Tbilissi: Sie kamen zusammen, um an einer Sommerakademie zum Thema „Transkulturelles Lernen im Südkaukasus — Die Magie der Zusammenarbeit” teilzunehmen. Diese einzigartige Initiative zielte darauf ab, Brücken zu bauen und gemeinsame Erfahrungen zu schaffen — jenseits der Konflikte, die diese Region oft prägen.
Gemeinsamkeiten entdecken und schaffen
Ziel der Sommerschule war es, mit einem transkulturellen Ansatz einen Raum zu schaffen, in dem Gemeinsamkeiten entdeckt und Anknüpfungspunkte gefunden werden können. Dazu wurde ein Konzept entwickelt, nach welchem die Teilnehmenden nicht nur theoretisch etwas über transkulturelles Lernen erfuhren, sondern nahezu immersiv ins transkulturelle Lernen eintauchten, indem sie selbst transkulturell lernten und gleichzeitig untersuchten, inwiefern zivilgesellschaftliche Akteur*innen im Südkaukasus transkulturell aktiv sind.
Das Potenzial eines transkulturellen Ansatzes
In der Vergangenheit haben interkulturelle Ansätze oft die Fragen des Umgangs mit Differenz ins Zentrum ihrer Überlegungen gestellt, indem sie die kulturellen Unterschiede und damit die Konflikthaftigkeit zwischen verschiedenen Kulturen betonen. Ein transkultureller Ansatz startet von der Beobachtung, dass Kulturen nicht nebeneinander, sondern miteinander existieren und dass Toleranz und die Bereitschaft, Konflikte zu lösen, notwendig, aber nicht ausreichend sind, um mit den wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts umzugehen (Wieland, 2020).
Die vier Lern-Phasen der Sommerschule
In vier intensiven Phasen erforschten die Teilnehmenden — alle mit Deutschkenntnissen ab B1-Niveau — die Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure in Tbilissi. Von Teambuilding über theoretische Grundlagen bis hin zur praktischen Feldarbeit und der Erstellung von Blogartikeln: Die Studierenden tauchten tief in die Methoden sozialwissenschaftlicher Forschung ein und erweiterten dabei ihre sprachlichen und transkulturellen Kompetenzen. Die Sommerschule wurde nach Konzepten und Methoden der transkulturellen Bildung konzipiert und organisiert (Grünfelder et al., 2024).
Vielfältige Ergebnisse in Form von Blogartikeln
Die Ergebnisse der Blog-Artikel wurden auf Medium veröffentlicht und geben Einblicke in die großartige Zusammenarbeit zwischen den Studierenden. Die Ergebnisse sind sehr vielfältig und zeigen:
Hier finden Sie den Link zu den Blogartikeln mit weiteren Informationen über das Projekt: https://medium.com/@anika.freese/daad-sommerakademie-2024-transkulturelles-lernen-im-s%C3%BCdkaukasus-5587444ed1df.
Insgesamt war die Sommerschule ein großer Erfolg und ein transkultureller Ansatz mit Fokus auf Gemeinsamkeiten und geteilten Erfahrungen hat das Potenzial, die Zusammenarbeit und das Verständnis in der Region zu verändern.
Referenzen:
Grünfelder, T., & Baumann Montecinos, J., Smith, H. & Schwengber, J. (2024). Transcultural Education — A Framework for Supporting Students to Develop Commonalities in Cultural Complexity. In: Deardorff, D. K., & Tatebayashi, M. (Eds.). (2024). Current Perspectives on Intercultural and Global Competence. STAR SCHOLARS PRESS.
Wieland, J. (2020). Relational Economics. A Political Economy. Springer.


