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Aktuelle Promotionsvorhaben

Gill Zimmermann

Kurzvita

Gill Zimmermann studierte Philosophie und Religionswissenschaft in Heidelberg und Stanford. Gegenwärtig promoviert und lehrt er am Lehrstuhl für Kulturtheorie an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen.

Promotionsvorhaben

Zur Frage der Ökologie. Geschichte des Wohnens

Die ökologische Krise bildet einen wesentlichen Horizont unserer Zeit. Dabei scheint es zunächst, als wüsste man jederzeit fraglos, worum es sich bei der Ökologie eigentlich handelt. Erst bei näherem Hinsehen wird klar, dass unklar bleibt, was überhaupt auf dem Spiel steht, was in die Krise geraten ist.
Die anberaumte Dissertation strebt deshalb eine Reformulierung des Ökologiebegriffs an. Als heuristische Orientierung dient in diesem Zuge die Etymologie des Wortes. Das griechische Wort oikos (Haushalt, Wohnung) verweist seinerseits auf eine mögliche Grundbestimmung menschlicher Existenz: das Wohnen. Die Ökologische Krise soll so als eine Krise des Wohnens aufgefasst werden und nicht als bloße klimatische oder natürliche Großumwälzung — auch wenn diese als solche unzweifelhaft bliebe. Zu fragen wäre ja gerade, ob selbige nicht vielmehr ihre Wurzel in einem problematischen Bezug des Menschen zu der ihn umgebenden Welt selbst hat. Menschen wohnen aber seit jeher nicht nur in Höhlen oder Häusern, sondern bedürfen auch ideeller Einhausung, die nicht selten über Kreuz mit der materiellen Faktizität ihres erdgebundenen Daseins liegt. In der Ökologie geht es insofern zuallererst um die fundamentalen Problematiken der ideellen Bestimmung der Stellung des Menschen im Kosmos.
Endlich soll mittels einer umfassenden Historisierung des beschriebenen Geschehens die gegenwärtige ökologische Krise einer tiefenzeitlichen Dimension zugeführt werden, die erkennbar werden lässt, dass Menschen nicht erst dieser Tage das Wohnen noch zu lernen haben.


2. Betreuer: Hans Ulrich Gumbrecht, Albert Guérard Professor in Literature, Emeritus; Professor of Comparative Literature and of French and Italian (Stanford University) and, by courtesy, of German Studies and of Iberian and Latin American Cultures (ILAC)