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Helmut Willke, Eva Becker, Carla Rostásy

Systemic Risk

The Myth of Rational Finance and the Crisis of Democracy

Welche Antworten in Form von Regulierung können Staaten auf die Finanzkrise geben? Das untersucht ein Forschungsprojekt von ZU-Professor Helmut Willke, Lehrstuhl für Global Governance, gemeinsam mit Eva Becker und Carla Rostásy. Das von der DFG bis Frühjahr 2014 mit mehr als 300 000 Euro geförderte Projekt hat seinen Ausgangspunkt darin, dass die globale Finanzkrise ebenso sehr einem Marktversagen wie einem Staatsversagen geschuldet gewesen ist und dass Mängel politischer Steuerung und Regulierung kritische Faktoren der Genese dieser und möglicher weiterer Krisen sind. Erste Ergebnisse haben Willke, Becker und Rostásy bereits vorgelegt in ihrem aktuell im Campus-Verlag erschienenen Buch „Systemic Risk - The Myth of Rational Finance and the Crisis of Democracy“.


Die zentrale Hypothese des Projekts ist, dass eine politische Steuerung des globalen Finanzsystems aufgrund des konstitutiven Dilemmas von globaler Governanz äußerst schwierig und komplex ist – einem Auseinanderklaffen von globalisiertem Wirtschafts- und Finanzsystem einerseits und der nationalstaatlich gebundenen Politiksysteme andererseits. Diese Diskrepanz erschwert eine politische Steuerung globaler Kontexte vor allem hinsichtlich solcher Faktoren, die sich nicht auf die Ebene der Nationalstaaten begrenzen lassen – wie vor allem systemische Risiken. Die Herausforderung ist daher, die Fähigkeiten politischer Systeme zu koordiniertem und strategischem Handeln angesichts der Dynamik des globalen Finanzsystems zu verbessern und institutionelle Ansatzpunkte für transnationale Regulierungen zu entwickeln.


Systemrisiken sind die kontroversesten und stark vernachlässigten Merkmale der globalen Finanzkrise. In dem Projekt sollen sie daher aus der Sicht politischer Steuerung und Regulierung das Kernproblem definieren, um neue Einsichten darüber zu gewinnen, mit welchen Optionen politische Systeme Krisen begegnen können, welche nationalstaatliche Grenzen überschreiten und transnationale Kooperation verlangen. Kernpunkte sind die Regulierungsagenden von BCBS (Agenda setting und Implementation von Basel III) und des Financial Stability Board auf globaler Ebene und die Regulierungsstrategien der „systemic risk oversight councils“ in den USA und der EU auf nationaler und transnationaler Ebene.


Helmut Willke, Eva Becker, Carla Rostásy: „Systemic Risk. The Myth of Rational Finance and the Crisis of Democracy“, Campus-Verlag, 282 Seiten, ISBN-10: 3-593-39988-1, EAN: 9783593399881