10.07.2024

Studie zeigt: Frauen in Chefetagen kommunaler Unternehmen unterrepräsentiert – Entwicklungen auch in Baden-Württemberg regional sehr unterschiedlich

Friedrichshafen. Die Führungsetagen kommunaler Unternehmen bleiben in Baden-Württemberg wie in ganz Deutschland weiterhin fest in Männerhand – Frauen sind dort nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Mit einem Anteil von 21,4 Prozent besetzen baden-württembergische Städte im Schnitt nur jede fünfte Spitzenposition in ihren kommunalen Unternehmen mit einer Frau und liegen damit weiter hinter den von der Politik formulierten Zielen. Im Vergleich aller 16 Bundesländer liegt Baden-Württemberg unterhalb des Gesamtschnitts (22,1 Prozent) auf dem 10. Platz. Die Repräsentation liegt somit in der Gesamtschau im zweiten Jahr in Folge unter den Werten von DAX-40-Unternehmen. Dies geht aus der aktuell veröffentlichten Studie „Frauen in Top-Managementorganen öffentlicher Unternehmen – Ein deutschlandweiter Städtevergleich“ der Zeppelin Universität (ZU) hervor.


Bei Neubesetzungen von Top-Managementpositionen wurden im vergangenen Jahr 27,9 Prozent der Stellen von Frauen eingenommen – ein Anstieg um 6,0 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr (21,9 Prozent). Die höchsten Werte bei weiblichen Neubesetzungen weisen Hamburg (55,0 Prozent) und die Städte in Thüringen (50,0 Prozent) auf; am geringsten sind die Werte für die Städte in Schleswig-Holstein (14,3 Prozent) und dem Saarland (0 Prozent). Die Unterschiede bei den Neubesetzungen sind besonders diskussionswürdig, sollten aber stets kontextabhängig reflektiert werden.


Den höchsten Anteil an Frauen im Top-Management erreichten abermals die Städte ostdeutscher Flächenländer: in Thüringen (29,7 Prozent) und Sachsen-Anhalt (26,7 Prozent). Auch die Stadtstaaten Berlin (34,9 Prozent), Hamburg (26,6 Prozent) und Bremen (25,3 Prozent) konnten ihre Spitzenpositionen beibehalten. Hingegen bilden die Städte in Niedersachsen (15,2 Prozent), Schleswig-Holstein (13,9 Prozent), Rheinland-Pfalz (13,6 Prozent) und dem Saarland (9,8 Prozent) die Schlusslichter. In der Studie der 69 untersuchten Städte belegt von den baden-württembergischen Städten wie in den Vorjahren Freiburg mit einem Anteil von 30,8 Prozent wieder einen Platz im vorderen Bereich. Karlsruhe (27,6 Prozent) liegt in diesem Jahr über dem Durchschnitt, während Mannheim (21,4 Prozent) weiterhin knapp unter dem Durschnitt bleibt, gefolgt von Stuttgart mit 20,0 Prozent, während Heidelberg weiterhin einen Anteil von 4,3 Prozent hat.


„Besonders interessant ist aus wissenschaftlicher Sicht, dass auch bei räumlich benachbarten Städten ein beachtliches Repräsentationsgefälle sowie gravierende Entwicklungsunterschiede bestehen. Neben vielen weiteren ‚Kulturthemen‘ verspricht hier ein Public Corporate Governance Kodex mit klaren Regelungen sehr wichtige Potenziale“, erklären Professor Dr. Ulf Papenfuß und Dr. Christian Arno Schmidt vom Lehrstuhl für Public Management & Public Policy an der ZU.


Den aktuellen Status quo bei der Repräsentation von Frauen in öffentlichen Unternehmen haben Papenfuß und sein Forscherteam im April 2024 erneut untersucht. In allen 16 Bundesländern wurden die Daten von 69 Städten und 1976 öffentlichen Unternehmen mit 2087 Führungskräften auf Frauen in leitenden Organen wie Geschäftsführung, Geschäftsleitung und Vorstand analysiert. Einbezogen wurden neben den Landeshauptstädten und den Stadtstaaten auch die jeweils vier größten Städte der Länder wie auch die öffentlichen Unternehmen der Bundes- und Landesebene analysiert. Das Forscherteam richtete dabei den Blick auf Unternehmen, an denen die öffentliche Hand beteiligt ist, wie etwa Stadtwerke, Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Krankenhäuser, Messen oder Sozialeinrichtungen.


Die Studie wurde vom „zfm – Zentrum für Management und Personalberatung“ in Bonn und der „AKDB – Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern“ gefördert und bei der Diskussion des Themas in der Praxis begleitet.


Am Freitag, 12. Juli, findet von 9 bis 10.30 Uhr eine kostenlose Online-Paneldiskussion anlässlich der Studienveröffentlichung statt. Die vollständige Studie zum Download und die Möglichkeit zur Anmeldung zur Online-Paneldiskussion unter puma.zu.de

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