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19.04.2021

ZU-Forschende Lucia A. Reisch und Nico Stehr in das Kuratorium des Bürgerrats Klima berufen

Professorin Dr. Lucia A. Reisch, Leiterin des Forschungszentrums Verbraucher, Markt und Politik (CCMP) und Gastprofessorin für Konsumverhalten und Verbraucherpolitik an der ZU, und Professor PhD Nico Stehr, emeritierter Inhaber des Karl-Mannheim-Lehrstuhls für Kulturwissenschaften an der ZU und international renommierter Klimawandelfolgenforscher, sind in das Kuratorium des Bürgerrats Klima berufen worden. Gemeinsam mit weiteren Kuratoriumsmitgliedern beraten sie die Teilnehmenden des Bürgerrats, die überparteilich und ergebnisoffen darüber diskutieren, wie Deutschland die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erreichen kann.


Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten a.D. Horst Köhler nimmt am 26. April der erste bundesweite Bürgerrat Klima seine Arbeit auf. Beraten durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erarbeiten 160 zufällig ausgeloste Bürgerinnen und Bürger Empfehlungen für die deutsche Klimapolitik der nächsten Legislaturperiode. Bis zum 23. Juni diskutieren die Teilnehmenden in zwölf Sitzungen, wie die klimapolitischen Ziele im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen noch erreicht werden können – unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Gesichtspunkte. Besonderes Augenmerk erhalten die Themenbereiche Verkehr, Gebäude und Wärme, Energieerzeugung und Ernährung. Die Ergebnisse werden Ende Juni abgestimmt und im Herbst allen Parteien des Deutschen Bundestages überreicht.


Inhaltlich beraten wird der Bürgerrat Klima von einem Kuratorium, dem führende Forscherinnen und Forscher der Klima- und Gesellschaftswissenschaften sowie Expertinnen und Experten aus den unterschiedlichen Themenbereichen des Bürgerrats angehören. Geleitet wird das Kuratorium von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ortwin Renn, wissenschaftlicher Direktor am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) in Potsdam.


„Eine wirksame Politik gegen den Klimawandel kann nur im Schulterschluss mit den Bürgerinnen und Konsumenten gelingen. Sie sind die Expertinnen und Experten des Alltags und kennen die Handlungsbarrieren am besten, wissen aber auch, wie Verhaltensänderungen in Richtung klimafreundlichere Lebensstile in der Praxis gelingen können. Die Klimapolitik kann viel aus diesem basisdemokratischen Prozess lernen“, sagt Lucia A. Reisch. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit an der ZU ist Reisch seit 2006 Full Professor für interkulturelles Konsumverhalten und europäische Verbraucherpolitik an der Copenhagen Business School. Ab September 2021 folgt sie einem Ruf an die renommierte University of Cambridge, um dort ein Institut für Verhaltensökonomik und -politik aufzubauen mit Schwerpunkt Nachhaltige Entwicklung. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten Verbraucherschutz, Nachhaltigkeit, Verhaltensökonomik und Gesundheitswissenschaften.


„Angesichts der drohenden Risiken und Gefahren für unsere Gesellschaft, kann man nicht ausschließen, wie sich teilweise schon abzeichnet, dass der Ruf nach einer autoritären Regierung lauter wird. Um den Folgen des Klimawandels erfolgreich zu begegnen, braucht es mehr und nicht weniger Demokratie. Demokratien lernen; totalitäre Regime lernen nicht aus Fehlern“, erklärt Nico Stehr, der bis Sommer 2018 Karl-Mannheim-Professor für Kulturwissenschaften an der ZU war. Stehr ist Fellow der Royal Society of Canada sowie Fellow der European Academy of Sciences and Arts. Sein umfassendes wissenschaftliches Werk konzentriert sich auf die Transformation moderner Gesellschaften hin zu Wissensgesellschaften und die mit diesem Wandel verbundenen Konsequenzen für verschiedene gesellschaftliche Institutionen von zentraler Bedeutung – etwa Wissenschaft, Politik, Governance, Wirtschaft, Ungleichheit und Globalisierung. Darüber hinaus beschäftigt sich Stehr mit den gesellschaftlichen Ursachen und Folgen des Klimawandels.

Bilder:
Beraten den Bürgerrat Klima in Fragen rund um den Klimaschutz: die ZU-Forschenden Lucia A. Reisch und Nico Stehr. (Fotos: Rat für Nachhaltige Entwicklung & ZU)