01.09.2022

Ciara Cesaro-Tadic

Mit einem politikwissenschaftlichen Studium und einer journalistischen Ausbildung hat Ciara Cesaro-Tadic stets gut zu tun. Dabei fällt es ihr manchmal nicht leicht, an der Universität ihre Neugier, alles verstehen und durchdenken zu wollen, zufrieden zu stellen und parallel dazu vielfältig journalistisch zu arbeiten – aber sie weiß auch, dass sie auf das eine wie das andere nicht verzichten kann und möchte. „Immerhin habe ich mittlerweile gelernt, besser mit den Herausforderungen umzugehen und Prioritäten zu setzen.“



Anders war es kurz nach ihrem Abitur, als Ciara Cesaro-Tadic sich noch nicht zwischen Medizin, Politik und Journalismus entscheiden konnte, bis sie in diesen Bereichen verschiedene Praktika machte. Zwei davon führten sie als Pflegekraft an das Universitätsspital Basel und an die Oberberg Fachklinik Rhein-Jura für psychische und psychosomatische Erkrankungen, wo sie Einblicke in die Abläufe sowohl eines Krankenhauses als auch einer Psychiatrie erhielt. „Besonders während meines Pflegepraktikums im Universitätsspital habe ich realisiert, dass nach zehn Stunden Schichtarbeit zu wenig Zeit bleibt, um zu wissen, was gerade in der Welt passiert. Und ich wusste, dass ich dieses Wissen für keinen Job der Welt opfern würde“, erklärt Cesaro-Tadic.


Die politisch-journalistische Reise dagegen führte Ciara Cesaro-Tadic zum einen zur Badischen Zeitung, genauer gesagt zur Lokalredaktion ihrer Heimatstadt Lörrach, und zum anderen zum Politik-Podcast „Lage der Nation“, in dem der Journalist Philip Banse und der Jurist Ulf Buermeyer einmal wöchentlich das politische Tagesgeschehen analysieren. Daraus ergab sich ein längerfristiges Engagement, „bis heute bin ich für die Postproduktion, Veröffentlichung und Vermarktung des Podcasts mitverantwortlich.“


Die Mitarbeit am Podcast führte bei Ciara Cesaro-Tadic zwangsläufig dazu, sich mehr mit politischen Fragestellungen und journalistischen Medien auseinanderzusetzten – und das auch in ihrer Freizeit. Da mittlerweile ein Medizinstudium vom Tisch war, verblieben noch Politik oder Journalismus. Der entscheidende Ratschlag kam von einem der Podcaster: „Wenn du journalistisch arbeiten möchtest, dann studiere nicht Journalismus, sondern studiere ein Fach!“ Cesaro-Tadic: „Denn das journalistische Handwerk lässt sich praktisch erwerben, während es viel schwieriger ist, sich außerhalb eines Studiums ein vertieftes Verständnis von politischen Phänomenen anzueignen.“


Mitten im Bewerbungsprozess für andere Universitäten stieß ihre Mutter in einer Zeitschrift auf eine Werbeanzeige der ZU, die ausgerissene Seite legte sie anschließend ihrer Tochter auf den Schreibtisch. „Neugierig, wie ich bin, informierte ich mich auf der Homepage der Universität über den PAIR-Bachelor und stellte fest, dass der Studiengang zwischen internationaler, nationaler und lokaler Politik zu mir und meinen Interessen passt“, bemerkt Cesaro-Tadic. „Was mich mindestens genauso überzeugt hat, sind die kleinen Kurse, die meiner Neugier entgegenkommen, alles verstehen und durchdenken zu wollen.“ Letztlich war sie so angetan vom Studium an der ZU, dass sie dafür ihre Überlegungen, in Berlin zu studieren, fallen ließ.


Mit viel Wissenshunger startete sie in ihren PAIR-Bachelor, probierte einen Happen hiervon, einen Bissen davon. „Dass ich aber eine Leidenschaft für Statistik und quantitative Methoden entwickeln sollte, hätte ich so nicht erwartet“, sagt Cesaro-Tadic. „Mir bekommt es wohl, mir Dinge Schritt für Schritt einzuverleiben.“ Einmal auf den Geschmack gekommen, vertiefte sie ihr Wissen und erlernte mit R eine Programmiersprache, von deren Existenz sie zuvor noch nicht einmal wusste. Um anderen Studierenden das Bauchweh vor Statistik zu nehmen, leitete sie über drei Semester hinweg das Tutorium und versuchte, den Appetit ihrer Mitstudierenden für Statistik anzuregen.


Man kombiniere Programmieren und Journalismus und heraus kommt Datenjournalismus: Seit gut einem Jahr arbeitet Ciara Cesaro-Tadic in diesem Bereich beim NDR – zunächst als Praktikantin, inzwischen aber als freie Mitarbeiterin. „Ob die Corona-Pandemie, der Klimawandel, die Füllstände der Gasspeicher oder die Radikalisierung in den sozialen Medien: In unserer Arbeit geht es darum, Daten zu sammeln, in Schaubildern verständlich darzustellen und richtig einzuordnen“, erklärt Cesaro-Tadic. Aussagen mit belastbaren Daten zu untermauern, ist ein Weg, um das Vertrauen in die Medien zu stärken. Einen anderen geht das Online-Magazin „Übermedien“, das kritisch, unterhaltend und unabhängig – wie der Name schon sagt – „über Medien“ berichtet und bei dem Ciara Cesaro-Tadic ein Praktikum machte. „Sowohl beim Podcast als auch beim Online-Magazin schätze ich den Idealismus, der dahintersteckt: ungewöhnliche Perspektiven auf Politik wie Medien zu bieten und damit bei Hörerinnen und Hörern wie Leserinnen und Lesern ein erweitertes Verständnis zu wecken“, erläutert Cesaro-Tadic.


Einen anderen Wiedererweckungsversuch wagte Ciara Cesaro-Tadic, als sie gemeinsam mit einem Kommilitonen das studentische Online-Magazin „futurdrei“ übernahm. „Das Konzept dahinter ist einfach zu gut, um es einschlafen zu lassen“, sagt Cesaro-Tadic. „Denn das Magazin ermöglicht es Studierenden, Geschichten über ihr Leben an der Universität und in Friedrichshafen journalistisch aufzubereiten und zu veröffentlichen – und als Chefredaktion haben wir sie dabei unterstützt.“ Ihre journalistischen Kompetenzen hat sie darüber hinaus als Textredakteurin des vom FIF-Spin-off „philoneos“ herausgegebenen Magazins zwischen Familienunternehmen und Wissenschaft „Schleudertrauma“ und als freie Mitarbeiterin in der Lokalredaktion Friedrichshafen der Schwäbischen Zeitung eingebracht.


Freie Mitarbeit, Praktika und Ehrenamt sind Puzzleteile einer studienbegleitenden Journalistenausbildung, die Ciara Cesaro-Tadic seit ihrem ersten Semester durchläuft. Um die Ausbildung erfolgreich abzuschließen, muss sie zusätzlich jeweils ein- bis zweiwöchige Pflichtseminare zu verschiedenen Medien wie Zeitung, Fernsehen oder Radio besuchen. „Auch wenn die Journalistenausbildung nicht so anerkannt ist wie ein journalistisches Volontariat, habe ich dadurch nicht nur viel darüber gelernt, wie Medien funktionieren, wirken und wie man mit ihnen arbeitet, sondern auch viele wichtige Kontakte geknüpft, berichtet Cesaro-Tadic.


In den nächsten Wochen konzentriert Ciara Cesaro-Tadic sich auf ihre Bachelorarbeit. „Darin werde ich den westlichen feministischen Diskurs über Frauen aus dem globalen Süden analysieren“, erwähnt Cesaro-Tadic. „Und ich bin froh, als Betreuer mit Professor Dr. Narku Laing nicht nur einen ZU-Alumnus, sondern auch einen ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet an meiner Seite zu haben.“


Ciara Cesaro-Tadic hat den Kolleginnen und Kollegen beim NDR und beim Politik-Podcast sowie den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern bei der Konrad-Adenauer-Stiftung kommuniziert, dass sie ihr Pensum an der einen oder anderen Stelle herunterfahren wird, um sich auf den Studienabschluss fokussieren zu können – und doch: „Ganz auf die praktische Arbeit kann und möchte ich nicht verzichten, weil ich mir aktuell nur ein Leben zwischen wissenschaftlichem Lernen und journalistischem Arbeiten vorstellen kann.“

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