Louisa Huber

Louisa (B.A. PAIR) hat ihr Auslandssemester in Norwegen verbracht

Louisa verrät, wie sie ihr Auslandssemester an der Universität Bergen in Norwegen organsiert hat und gibt Dir jede Menge Einblicke in die Möglichkeiten vor Ort

Daniel Bastan

Bewerbungsprozess:

Der Vorbereitungsprozess für ein Austauschsemester in Bergen erwies sich als sehr reibungslos mit einem vergleichsweise geringen organisatorischen und zeitlichen Aufwand. Die Universität Bergen (UiB) stellte im Vorfeld alle notwendigen Informationen zur Verfügung. Um die Bewerbung zu vervollständigen, mussten sich alle Studierenden bis zum 15. Oktober auf der Bewerbungswebseite der Universität, genannt „Søknadsweb“, registrieren und ihren Reisepass bzw. Personalausweis sowie ihre Zeugnisse hochladen. Knapp einen Monat später erhielt ich mein Zulassungsschreiben, mit dem ich offiziell an der UiB eingeschrieben wurde.


Kurse und akademisches Leben:

Am 15. Dezember erhielten wir Zugang zum Studentweb der UiB, dem Online-Anmeldeservice der Universität für Studenten. Auf dieser Website konnten wir uns für Kurse anmelden, die Anmeldefrist war der 1. Februar. Die Kurse an der UiB haben einen Umfang von 5 bis 15 ECTS, was bei der Wahl der Kurse zu beachten ist. Nach Rücksprache mit dem International Office der ZU und der Zulassung zu den Kursen, habe ich diese in mein Online Learning Agreement (OLA) eingetragen. Das OLA kann aber auch jederzeit angepasst werden. Außerdem waren die Koordinatoren des International Office an der UiB immer erreichbar, wenn Fragen aufkamen.

Die Universität organisierte ein Willkommensprogramm für internationale Studierende, das am 4. und 5. Januar auf dem Campus stattfand. Während des Willkommensprogramms wurden wir mit allen relevanten Informationen versorgt. Der Termin für die erste Vorlesung variiert stark, je nachdem, welche Kurse man belegen möchte. Das kann dazu führen, dass die Welcome Days viel früher stattfinden als der Beginn der Kurse. Der Kursaufbau gliedert sich in reguläre Vorlesungen und zusätzliche Seminare, die in der Regel einmal pro Woche stattfinden. In einzelnen Kursen und Seminaren kann eine Anwesenheitspflicht bestehen. Im Allgemeinen sind die Qualität und das Niveau der Kurse an der UiB mit denen an der ZU vergleichbar.


Unterkunft:

Mit der Zulassung durch die UiB als Erasmus-Student war die Unterbringung in einem Wohnheim, das von SAMMEN - der studentischen Wohlfahrtsorganisation - bereitgestellt wurde, automatisch garantiert. Dennoch mussten sich die Studierenden innerhalb der Frist vom 1. November offiziell für eine Unterkunft bewerben. Während des Bewerbungsverfahrens können mehrere Präferenzen angegeben werden, wobei die meisten internationalen Studenten einen Platz in Fantoft erhalten. Man kann sowohl eine Junggesellenwohnung als auch ein Einzel- oder Doppelzimmer in einer Wohngemeinschaft (für bis zu 16 Personen) bekommen. Sobald das Zuweisungsverfahren abgeschlossen ist, erhalten Sie den Vertrag per E-Mail. Die Vorteile der SAMMEN-Wohnheime im Vergleich zu privaten Wohngemeinschaften sind das einfache Verfahren sowie der garantierte Platz, aber auch der Anschluss an andere internationale Studierende sowie der Preis, der für norwegische Verhältnisse vergleichsweise günstig und mit den Preisen in Friedrichshafen vergleichbar ist.


Ankunft & Einreise:

Da Norwegen zum Schengen-Raum gehört, ist die Einreise mit einem Personalausweis möglich. Es sind keine weiteren Visabestimmungen erforderlich. Ich bin mit dem Flugzeug angereist, obwohl es auch die Möglichkeit gibt, mit dem Zug oder dem Schiff anzureisen. Vom Flughafen Bergen aus fährt die Stadtbahn „Bybanen“ direkt zum Studentenwohnheim Fantoft und ins Stadtzentrum. Für Abfahrtszeiten und Fahrkarten empfehle ich, die Apps Skyss Travel und Skyss Ticket herunterzuladen. Ein Sechsmonatsticket für Studenten kostet 2265 norwegische Kronen (190 €).

Außerdem muss man sich innerhalb der ersten zwei Wochen bei der Polizei anmelden. Die UiB hat zu diesem Zweck einen gemeinsamen Termin für alle Erasmus-Studenten organisiert. Wenn Sie daran nicht teilnehmen können, sind Sie selbst dafür verantwortlich, einen Termin zu organisieren. Alle Informationen über das Verfahren sowie die notwendigen Dokumente sind auf der UiB-Website zu finden und werden auch während der Welcome Days noch einmal vorgestellt.


Preise& Finanzen:

Die Lebenshaltungskosten in Norwegen sind deutlich höher als in Deutschland. Allerdings erhalten Erasmus-Studenten eine Unterstützung in Form eines Höchstsatzes von 600 €. Ich habe kein norwegisches Bankkonto eröffnet, aber eine Kreditkarte ist empfehlenswert, da Kartenzahlungen die Norm sind und Zahlungsdienste wie PayPal nicht weit verbreitet sind.


Studentenleben an der UiB:

Das Studentenzentrum der Universität sowie die verschiedenen Fakultäten befinden sich im Stadtzentrum. Außerdem gibt es mehrere Bibliotheken, die über die ganze Stadt verteilt sind. Alle Standorte sind mit der Bybanen und einem kurzen Spaziergang im Stadtzentrum leicht zu erreichen. Im Studentenzentrum gibt es auch eine Mensa, die leckeres und frisches Essen anbietet, allerdings sind die Preise relativ hoch. Das Studentencafé kann eine gute Alternative sein. An der Universität gibt es eine Vielzahl von Vereinen und Studenteninitiativen, die ebenfalls eine gute Möglichkeit darstellen, norwegische Studenten kennenzulernen.


Aktivitäten in Bergen:

Bergen ist keine Ausnahme in Anbetracht von Norwegens Ruf einer schönen Natur und Landschaften. Wenn man sich für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Klettern, Skifahren und mehr interessiert, ist Bergen der richtige Ort für einen. Wie der Name schon impliziert, ist Bergen von sieben Bergen umgeben, von denen Fløyen und Ulriken die bekanntesten sind. Alle Berge sind auch für Anfänger zu bewältigen. Eine anderthalbstündige Zugfahrt von Bergen entfernt befindet sich auch das schöne Skigebiet Voss. Viele Ausrüstungsgegenstände, die für bestimmte Outdoor-Aktivitäten benötigt werden, können kostenlos bei der BUA, einer nationalen Wohltätigkeitsorganisation, ausgeliehen werden, die über mehrere Standorte in der Stadt verfügt. Im Allgemeinen pflegen viele Norweger einen sehr aktiven Lebensstil, was durch die vielen Fitnessstudios in der Stadt unterstrichen wird. In Fantoft gibt es auch ein Fitnessstudio, das vor allem in den dunklen Wintermonaten eine gute Option darstellt.

Bergen zeichnet sich durch eine große Anzahl schöner Cafés aus, von denen „Det Lille Kaffekompaniet“, „Vågal“ und „Albatrossen Café“ besonders zu empfehlen sind. Die Stadt bietet außerdem eine Vielzahl von Museen und Einkaufszentren. Um einen tieferen Einblick in die norwegische Fjordlandschaft zu bekommen, lohnt sich trotz des höheren Preises (ab 60 €) eine Fjordtour. Ein Teil der norwegischen Kultur, den sich kein Besucher von Bergen entgehen lassen sollte, ist das Eisbaden und die Sauna. Besonders empfehlen kann ich die 'Heit Sauna'.


Die meisten Besucher Bergens halten nach den Nordlichtern Ausschau. Hierfür lohnt es sich, die App „Polarlicht“ herunterzuladen. In den Wintermonaten gibt es in Bergen höchstwahrscheinlich die Möglichkeit, Nordlichter zu sehen. Allerdings sollte man bedenken, dass die Stärke des Nordlichts in Bergen deutlich geringer ist als im hohen Norden. Wenn Sie also eine bessere Sicht auf die Nordlichter haben möchten, kann sich ein Kurztrip in den Norden Norwegens lohnen, wobei ich persönlich Tromsø empfehlen kann. Und schließlich wird es in Bergen, der regenreichsten Stadt Europas, an vielen Tagen regnen. Das sollte man im Hinterkopf behalten.


Text und Foto: Louisa Huber

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