
Friedrichshafen. Die Neustrukturierung der Zeppelin Universität (ZU) ist im Gange. Basierend auf den überwältigenden Ergebnissen der Re-Akkreditierung und der Erneuerung des Promotionsrechts Anfang 2025, setzt die ZU nun Maßnahmen zur Stärkung ihrer Marktfähigkeit konsequent um.
Zwei zukunftsweisende Reformen haben an der ZU in diesem Jahr bereits stattgefunden: Zum einen hat der Senat im Oktober – begleitet und unterstützt durch den Gesellschafter der ZU – eine Reform der Grundordnung einstimmig verabschiedet. Die neue Grundordnung verleiht der Hochschulleitung einen größeren unternehmerischen Handlungsspielraum. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, damit die ZU noch agiler und anpassungsfähiger auf sich wandelnde Nachfragen reagieren kann.
Zum zweiten wurde das Studiengangsportfolio im Sommer konsequent in Bezug auf die sich wandelnden Markt- und Kundenbedürfnisse geprüft und angepasst. So wurden beispielsweise weniger nachgefragte Studiengänge ausgesetzt und das Angebot fokussiert. Profitiert haben davon u.a. die drei Bachelor-Studiengänge CME*, PEP* und PAIR*. Als erstes Ergebnis zeigt sich, dass bspw. die Herbst-Kohorten von CME und PEP nun bereits an die Grenze der Maximalauslastung stoßen. Gleichzeitig hat auch PAIR erfreulicherweise eine sehr starke Herbst-Kohorte. „Eine Reform ist zwar immer auch eine Frage der Zeit“, erklärt Interimspräsidentin Prof. Anja Achtziger, „aber wir merken schon jetzt, dass die ergriffenen Maßnahmen die Universität nach vorne bringen.“ Auch bei Masterstudiengängen sei eine steigende Nachfrage zu beobachten. Die Herbst-Kohorte des Master-Studiengangs IRGP* beispielsweise ist eine der größten seit Langem.
Die große Herausforderung besteht für die ZU jedoch darin, zur effektiven Größe zurückzufinden. Das bedeutet, dass die Zahl und die Profile der Beschäftigten in Einklang gebracht werden müssen mit den zukünftigen Anforderungen und der Größe der Studierendenschaft. Auch das Erfordernis eines zumindest ausgeglichenen ZU-Haushalts führt dazu, dass die ZU ihre Ausgaben im einstelligen Millionenbereich anpassen muss. Damit verbunden sind – neben Reduzierungen im Sachkostenbereich – auch personelle Maßnahmen. In diesem Jahr konnte durch Stellensperren bzw. natürliche Fluktuation bereits ein Personalabbau von mehr als zehn Prozent umgesetzt werden. Weiterhin besteht jedoch noch die Notwendigkeit, etwa sieben Prozent der bisherigen Stammbelegschaft betriebsbedingt Kündigungen auszusprechen.
„Wir bedauern diesen Schritt zutiefst“, erklärt ZU-Kanzler Thomas Brandt. „Es fällt uns sehr schwer, uns von überaus fähigen und hochengagierten Mitarbeitenden zu trennen.“ Der ZU ist sich dabei der veränderten Wirtschaftsrealität in Friedrichhafen, der veränderten Lage des Hochschulmarktes sowie den sich geänderten Kundenanforderungen bewusst – alles erfordert die nun bereits angestoßene Anpassungsfähigkeit der ZU.
Wie geht es weiter?
Noch im Dezember 2025 wird der Senat der ZU neu gewählt. Damit kann dann auch der neu eingerichtete „Universitätsrat“ seine Arbeit so bald wie möglich aufnehmen. Hierbei handelt es sich um eine neue Einrichtung, welche die weitere strategische Entwicklung der ZU eng begleitet und unterstützt.
Im Hintergrund wird mit Hochdruck daran gearbeitet, neu nachgefragte Studiengangsbedarfe zu identifizieren und maßgeschneiderte Angebote zu konzipieren. Ziel ist es, bereits im Herbst 2026 zusätzliche Studierende mit attraktiven Angeboten für den Hochschulstandort Friedrichshafen zu gewinnen.
Alle drei Maßnahmen – die Reform der Grundordnung, die Neuausrichtung des Studiengangsportfolios und die personelle Umstrukturierung – werden ihre Wirkung im Jahr 2026 nachhaltig entfalten. Die Zeppelin Universität arbeitet auch weiterhin intensiv daran, ihre Marktfähigkeit als Friedrichshafener Hochschule zu erhalten und konsequent auszubauen.
* Abkürzungen der Studiengänge:



