Der in der aktuellen Ausgabe des MedienJournals (facultas) erschienen Artikel "Zwischen guten Absichten und ausbleibendem Erfolg. Ambivalenzen in der Online-Berichterstattung deutscher Tageszeitungen über die UN-Friedensmission MINUSMA" von Judith Reinbold untersucht am Beispiel der Online-Berichterstattung zweier deutscher Tageszeitungen das journalistische Framing des Bundeswehreinsatzes im Rahmen der Friedensmission MINUSMA in Mali.
In einer qualitativ-induktiven, multimodalen Framing-Analyse wird gezeigt, dass unterschiedliche Frames den Einsatz aus eher politischer oder militärischer Perspektive beleuchten und den Fokus dabei entweder verstärkt auf positive oder negative Aspekte lenken. Es wird danach gefragt, inwiefern ambivalente Perspektiven auf die Beteiligung des Bundeswehreinsatzes in drei unterschiedlichen Zeiträumen – der Entscheidung für ein erweitertes Mandat, der fortschreitenden Einsatzdauer und dem Beschluss, das Mandat vorzeitig zu beenden – aufgegriffen werden. Vieles deutet darauf hin, dass während des politischen Entscheidungsfindungsprozesses kontroverse Standpunkte tendenziell eher reflektiert werden als nach einer Entscheidungsfindung. Außerdem zeigen sich Momente sog. Rally-Around-The-Flag-Effekte, also dass Regierungsentscheidungen in Konfliktfällen tendenziell eher gestützt werden. Dieser Effekt wurde v. a. in Studien zur US-amerikanischen Berichterstattung beobachtet, neuere Studien verweisen nun jedoch auf ähnliche Tendenzen im Journalismus in anderer Länder.
Reinbold, Judith. 2023. „Zwischen Guten Absichten Und Ausbleibendem Erfolg. Ambivalenzen in Der Online-Berichterstattung Deutscher Tageszeitungen über Die UN-Friedensmission MINUSMA“. MedienJournal 47 (2):50-71. https://doi.org/10.24989/medienjournal.v47i2.2503.