In Strommärkten, die von fossilen Brennstoffen angetrieben werden, sind Gaskraftwerke in den Spitzenlastzeiten meist die preisbestimmende Technologie. Gleichzeitig kommt der Gastechnologie die Rolle zu, die Volatilität des zunehmenden Anteils der intermittierenden Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auszugleichen. Diese Interdependenz, verbunden mit den jüngsten Befürchtungen von Versorgungsengpässen, wirft die Frage auf, wie die Gaserzeugung durch kohlenstofffreie Technologien ersetzt werden kann. Unter Berücksichtigung der fundamentalen Angebots- und Nachfragesituation in den Verbundmärkten quantifizieren wir die Auswirkungen der intermittierenden Erzeugung aus erneuerbaren Energien und Kernenergie in benachbarten Märkten auf den Einsatz von Erdgas zur Stromerzeugung in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen, dass die grenzüberschreitende intermittierende Erzeugung von Wind-, Photovoltaik- und Kernkraftstrom den Bedarf an deutschem Gas deutlich reduziert. Außerdem zeigen wir die Abhängigkeit Deutschlands von der grenzüberschreitenden französischen Kernenergie, um die Nichtverfügbarkeit von Gas während der Gaskrise zu ergänzen. Wir plädieren für eine stärkere Marktkopplung, flexible Erzeugungsalternativen und adaptive Nachfragelösungen, einschließlich grenzüberschreitender Kapazitäten zur Substitution von Gas, wenn die erneuerbare Erzeugung in ganz Europa gering ist.
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