
Mike Cowburn, Research Fellow am Lehrstuhl für Europäische Politik, hat eine neue Publikation in Political Communication veröffentlicht, die untersucht, wie deutsche politische Parteien und Politiker soziale Medien sowohl während als auch außerhalb von Wahlkampfphasen über einen Zeitraum von dreizehn Jahren (2010 bis 2022) nutzen. Cowburn und seine Koautor:innen zeigen, dass Wahlkampfzeiten einen klar erkennbaren Einfluss auf die Kommunikationsmuster politischer Akteure haben und damit gegen die Annahme eines „permanenten Wahlkampfs“ im digitalen Raum sprechen. Parteien und Politiker verwenden in Wahlkampfphasen unmittelbar vor einer Wahl eine andere Sprache, weisen unterschiedliche Veröffentlichungsmuster auf und erhalten andere Formen der Interaktion. Zudem identifizieren sie langfristige Verschiebungen im Angebot und in der Nachfrage politischer Kommunikation in sozialen Medien, die auf eine zunehmende Professionalisierung digitaler Wahlkampftechniken sowie auf Sorgen der Parteien hinsichtlich einer möglichen Botschaftsüberflutung hindeuten; infolgedessen trieben einzelne Politiker langfristige Anstiege der Postingfrequenz voran, was potenziell zu einem zunehmend personalisierten politischen Umfeld beitrug.