DNUG 2023 | Ergebnisse & Portraits

Was ist die DNUG?

Die Studie „Deutschlands nächste Unternehmergeneration“ ist ein langfristig angelegtes Forschungsprojekt zu den Einstellungen, Werten und Zukunftsplänen von Deutschlands nächster Unternehmergeneration und wird seit 2010 in regelmäßigen Abständen vom Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen | FIF an der Zeppelin Universität in Kooperation mit der Stiftung Familienunternehmen realisiert (Projektleitung: Prof. Dr. Reinhard Prügl).


Im Rahmen des langfristig angelegten Forschungsprojekts fand nach Erhebungen in den Jahren 2010, 2012, 2015, 2017 und 2020 die sechste Befragung im Jahr 2023 statt. Jede Erhebung widmete sich ausgewählten Werthaltungen und Einstellungen der nachfolgenden Unternehmergeneration sowie jeweils einem wechselnden Themenschwerpunkt. In diesem Jahr standen die individuellen sozialen, politischen und zukunftsgerichteten Einstellungen der Nachfolgegenerationen im Fokus.

Was sind die Kernerkenntnisse der DNUG 2023?

  • Next Gens sind verantwortungsvoll, bürgerlich und individuell – es zeigt sich ein hoher Grad an „klassischer“ familienunternehmerischer Prägung insbesondere im Hinblick auf Leistungsorientierung und unternehmerische Eigenverantwortung.


  • Eine hohe Zustimmung zu einer aktiven Rolle der Familie im Unternehmen werden bei den Optionen für den Generationswechsel sichtbar: Ein Verkauf des Unternehmens ist nicht sehr wahrscheinlich (23,2 %).


  • Die Rolle von Familienunternehmen für die ländlichen Regionen und die Bindungskraft derselben zeigt sich deutlich: Die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufs des Familienunternehmens ist für Next Gens, deren Unternehmen im ländlichen Raum verankert ist, wesentlich geringer als im städtischen Raum.


  • Die Next Gen ist politisch sehr interessiert, aber: Es besteht ein nur sehr geringes Vertrauen in die Problemlösungskompetenz der politischen Parteien. Man mag hier gar von einer klassischen Parteienverdrossenheit sprechen. Einig ist sich die nächste Generation darin, dass den etablierten Parteien immer weniger Problemlösungskompetenz zugeschrieben werden kann.


  • Konsens besteht auch darin, dass die Politik die Anliegen von Familienunternehmen insgesamt zu wenig oder gar nicht wahrnimmt. Dies spiegelt sich auch im Institutionenvertrauen wider: Je näher an der Parteipolitik, desto geringer das Vertrauen der Next Gen.


  • Wichtig an dieser Stelle: Eine solche Parteienverdrossenheit der Next Gen übersetzt sich jedoch nicht in eine weiterreichende Politik- beziehungsweise Systemverdrossenheit. Insbesondere staatliche Institutionen und die Demokratie genießen ein hohes Ansehen.


  • Die Mehrheit der nächsten Unternehmergeneration sieht eine hohe Belastung durch die Erbschaftsteuer als zentrale Herausforderung für die Weiterführung des Familienunternehmens (75 %). Die Idee, dass Unternehmer/-innen mehr Steuern zahlen sollten, trifft auf die stärkste Ablehnung.


  • Die Next Gen fordert daher dringend Entlastungen bei der Erbschaftsteuer für Unternehmerfamilien. Die Dringlichkeit der Entlastung wird insbesondere in Zeiten der Transformation und den daraus resultierenden zusätzlichen Investitionsbedarfen besonders deutlich.


  • Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle für Next Gens: Rund 75 % priorisieren das Thema sehr stark. Eine markante Differenz zwischen den ebenso der Zuwanderung und Europa gegenüber positiv eingestellten jungen Unternehmerinnen und Unternehmer und der jungen Generation insgesamt liegt in der relativen Angst, die der Klimawandel bereitet.


  • Die Spaltung der Gesellschaft wird als größte Herausforderungen angesehen. Besonders wird die Gefahr von politischer Polarisierung und sozialer Spaltung der Gesellschaft betont, diese rangiert bei den Zukunftsängsten sogar noch vor dem Klimawandel.


  • Unternehmerisches Handeln in unterschiedlichen Rollen im Familienunternehmen (wie Geschäftsführung oder Gesellschafter) oder außerhalb (eigene Gründung) stellt den klar bevorzugten Weg der Next Gen dar – wenn die Elterngeneration dies auch zulässt.


  • Rund 70 % der Next Gen können sich eine operative Führungsrolle vorstellen. Aber auch alternative Rollen (z. B. Beirat, Family Office oder Netzwerkfunktion) der aktiven Mitgestaltung des Familienvermächtnisses sind für die Next Gen denkbar.


  • Die nachrückende Generation sieht für die Zukunft vor allem Handlungsbedarf im Bereich der Innovation, der Mitarbeiterbindung und der Nachhaltigkeit. Auch die Themen der Re-Organisation und Organisationsentwicklung werden von Next Gens hoch gewichtet.

Die Portraits

Darüber hinaus gab es in diesem Jahr eine Besonderheit: Neben der empirischen quantitativen Untersuchung wurden in der sechsten Befragung auch qualitative, semistrukturierte Interviews zum Schwerpunktthema Zukunftsbilder mit insgesamt zehn Vertretern und Vertreterinnen der nächsten Generation geführt, um so noch mehr inhaltliche Tiefe zu generieren und die quantitativen Erkenntnisse um qualitative zu ergänzen.


Durch die Porträts können individuelle Einstelllungen und Werthaltungen einzelner Vertreter der nächsten Unternehmergeneration in ihrer Tiefe veranschaulicht werden. Dies ist mit „nur“ quantitativen Ergebnissen so nicht möglich. Die Interviewpartner und -partnerinnen stammen dabei aus verschiedenen Altersgruppen und Familienunternehmen (siehe unten).

Portrait No. 1 - Mark

18 - 25 Jahre, Next Gen (derzeit nicht im Unternehmen aktiv), 2. Generation, 8.500 - 8.999 Mitarbeitende

Portrait No. 2 - Tim

30-35 Jahre, Mitglied des Verwaltungsrates, 

4. Generation, 2.500 - 2.999 Mitarbeitende

Portrait No. 3 - Stefanie

30-35 Jahre, Beiratsvorsitzende, 

3. Generation, 500 - 999 Mitarbeitende

Portrait No. 4 - Alexander

20-25 Jahre, Vorstandsmitglied, 

4. Generation, 250 - 499 Mitarbeitende

Portrait No. 5 - Julia

30-35 Jahre, Abteilungsleitung, 

3. Generation, 500 - 999 Mitarbeitende

Portrait No. 6 - Robert

35-40 Jahre, Abteilungsleitung, 

3. Generation, 50 - 249 Mitarbeitende

Portrait No. 7 - Philipp

30-35 Jahre, Geschäftsführung, 

2. Generation, 10 - 49 Mitarbeitende

Portrait No. 8 - Max

30-35 Jahre, Geschäftsführung, 

2. Generation, 10 - 49 Mitarbeitende

Portrait No. 9 - Amelie

30-35 Jahre, Gesellschafterin & Asset Managerin, 

4. Generation, 50 - 249 Mitarbeitende

Portrait No. 10 - Mia

30-35 Jahre, Vorständin Sales & Marketing, 

2. Generation, 8.500 - 8.999 Mitarbeitende

Das Team hinter der Studie

Zeit, um zu entscheiden

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