
Gemeinsam mit dem DFG-Projekt ‚AutoCaFe - AUTOmated CAre FEedback‘ veranstaltet das Zentrum für Medien und Gesellschaft einen interdisziplinären Workshop zum Thema "Hybride Systeme und Akteurskonstellationen". Ab sofort können Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen ihre Beitragsvorschläge einreichen. Die Veranstaltung findet am 02. Dezember 2025 am Campus der Zeppelin Universität in Friedrichshafen statt.
Call for Abstracts für einen interdisziplinären Workshop an der Zeppelin Universität am 2. Dezember 2025
Veranstalter:
Zentrum für Medien und Gesellschaft an der ZU und DFG-Projekt
Der
technologische Wandel bringt fortlaufend neue Akteurskonstellationen hervor, in
denen das Verhältnis von Mensch und Maschine, sowie von Technik und Kommunikation
neu ausgehandelt wird. Solche Konstellationen lassen sich exemplarisch
beobachten – etwa im digitalen Bürgerservice, wenn Bürgerinnen und Bürger mit
KI-Systemen kommunizieren; in der Medizin, wenn Ärzte während der Anamnese
KI-Agenten einsetzen; in der Pflege, wenn automatisierte Assistenzsysteme die
Arbeit der Pflegekräfte unterstützen; in der Bildung, wenn Lernplattformen
algorithmisch über Inhalte oder Schwierigkeitsgrade mitentscheiden oder in
digitalen Öffentlichkeiten, in denen Inhalte automatisiert gefiltert werden und
Social Media Accounts von Bots gesteuert werden.
Entsprechende Konstellationen irritieren nicht nur für die menschlichen Teilnehmenden vertraute soziale Beziehungsmuster, sondern stellen auch die Forschung vor neue Herausforderungen. Das wirft grundlegende Fragen nach der Rolle menschlichen Handelns in hybriden Systemen auf. Begriffe wie Interaktion, Handlung und Kommunikation, die bisher primär für die Analyse zwischenmenschlicher Konstellationen verwendet wurden, geraten unter Druck: Ihre Tragfähigkeit für die Analyse hybrider Konstellationen ist offen und muss disziplinübergreifend neu ausgelotet werden.
Hybride Akteurskonstellationen entstehen zudem selten voraussetzungslos. Meist liegen ihnen implizite Annahmen über soziale Kontexte zugrunde, die nicht immer transparent sind und zu problematischen Konsequenzen führen können. Der häufig kritisierte Bias in algorithmischen Empfehlungssystemen ist hierfür nur das prominenteste Beispiel. Welche Mechanismen die Entwicklung und Gestaltung hybrider Konstellationen prägen, aus welchen Zusammenhängen und Motivationen sie entstehen und welche Folgen sich daraus individuell wie gesellschaftlich ergeben, bedarf damit der systematischen Erforschung. Auch das Verhältnis zwischen Technologieentwicklung und gesellschaftlichen Folgen rückt damit in den Fokus.
Zur
wissenschaftlichen Bearbeitung dieser Herausforderungen braucht es einen interdisziplinären
Dialog, der auf offenen, anschlussfähigen Begriffen basiert und diese anhand
konkreter empirischer Fälle diskutiert
Hybride
Akteurskonstellationen stellen somit ein gemeinsames Beobachtungs- und
Gestaltungsfeld dar, in dem Forschende unterschiedlicher Fachdisziplinen ihre
Perspektiven auf das Verhältnis von Mensch, Technik und Kommunikation
einbringen können.Einen solchen Dialog wollen wir mit dem Workshop ermöglichen.
Hierzu bitten wir um die Einreichung von Abstracts, die einen typischen oder besonders prägnanten Fall oder eine spezifische begriffliche Perspektive auf die Gestaltung oder Analyse hybrider Akteurskonstellationen vor- und zur Diskussion stellen. Im Mittelpunkt sollen die Besonderheiten und Herausforderungen (der Gestaltung) des Mensch-Maschine-Verhältnisses in unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern stehen. Thematische Schwerpunkte können sein:
Das
Ziel des Workshops besteht in der grundlegenden, multi- und interdisziplinären
Exploration des gegenwärtigen Zusammenspiels von Mensch, Technik und Kommunikation.
Theoretische Analysen und empirische Arbeiten aus verschiedenen disziplinären
Zusammenhängen und unterschiedlichen Abstraktionsgraden sind daher explizit erwünscht.
Die obige Aufzählung dient lediglich der Orientierung und versteht sich ausdrücklich
nicht als thematische Einschränkung.
Wir freuen uns über Beitragsvorschläge in Form eines kurzen Abstracts (max. 2800 Zeichen, inkl. Leerzeichen, exkl. Literaturverzeichnis). Diese können bis 31.08.2025 an judith.reinbold@zu.de und marius.hupperich@zu.de eingereicht werden.