CfP: Hybride Systeme und Akteurskonstellationen

26.06.2025
Der ZF Campus am Fallenbrunnen
Der ZF Campus am Fallenbrunnen

Gemeinsam mit dem DFG-Projekt ‚AutoCaFe - AUTOmated CAre FEedback‘ veranstaltet das Zentrum für Medien und Gesellschaft einen interdisziplinären Workshop zum Thema "Hybride Systeme und Akteurskonstellationen". Ab sofort können Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen ihre Beitragsvorschläge einreichen. Die Veranstaltung findet am 02. Dezember 2025 am Campus der Zeppelin Universität in Friedrichshafen statt.

Hybride Systeme und Akteurskonstellationen

Call for Abstracts für einen interdisziplinären Workshop an der Zeppelin Universität am 2. Dezember 2025

Veranstalter: Zentrum für Medien und Gesellschaft an der ZU und DFG-Projekt

Der technologische Wandel bringt fortlaufend neue Akteurskonstellationen hervor, in denen das Verhältnis von Mensch und Maschine, sowie von Technik und Kommunikation neu ausgehandelt wird. Solche Konstellationen lassen sich exemplarisch beobachten – etwa im digitalen Bürgerservice, wenn Bürgerinnen und Bürger mit KI-Systemen kommunizieren; in der Medizin, wenn Ärzte während der Anamnese KI-Agenten einsetzen; in der Pflege, wenn automatisierte Assistenzsysteme die Arbeit der Pflegekräfte unterstützen; in der Bildung, wenn Lernplattformen algorithmisch über Inhalte oder Schwierigkeitsgrade mitentscheiden oder in digitalen Öffentlichkeiten, in denen Inhalte automatisiert gefiltert werden und Social Media Accounts von Bots gesteuert werden.


Entsprechende Konstellationen irritieren nicht nur für die menschlichen Teilnehmenden vertraute soziale Beziehungsmuster, sondern stellen auch die Forschung vor neue Herausforderungen. Das wirft grundlegende Fragen nach der Rolle menschlichen Handelns in hybriden Systemen auf. Begriffe wie Interaktion, Handlung und Kommunikation, die bisher primär für die Analyse zwischenmenschlicher Konstellationen verwendet wurden, geraten unter Druck: Ihre Tragfähigkeit für die Analyse hybrider Konstellationen ist offen und muss disziplinübergreifend neu ausgelotet werden.


Hybride Akteurskonstellationen entstehen zudem selten voraussetzungslos. Meist liegen ihnen implizite Annahmen über soziale Kontexte zugrunde, die nicht immer transparent sind und zu problematischen Konsequenzen führen können. Der häufig kritisierte Bias in algorithmischen Empfehlungssystemen ist hierfür nur das prominenteste Beispiel. Welche Mechanismen die Entwicklung und Gestaltung hybrider Konstellationen prägen, aus welchen Zusammenhängen und Motivationen sie entstehen und welche Folgen sich daraus individuell wie gesellschaftlich ergeben, bedarf damit der systematischen Erfor­schung. Auch das Verhältnis zwischen Technologieentwicklung und gesellschaftlichen Folgen rückt damit in den Fokus.


Zur wissenschaftlichen Bearbeitung dieser Herausforderungen braucht es einen interdisziplinären Dialog, der auf offenen, anschlussfähigen Begriffen basiert und diese anhand konkreter empirischer Fälle diskutiert
Hybride Akteurskonstellationen stellen somit ein gemeinsames Beobachtungs- und Gestaltungsfeld dar, in dem Forschende unterschiedlicher Fachdisziplinen ihre Perspektiven auf das Verhältnis von Mensch, Technik und Kommu­nikation einbringen können.Einen solchen Dialog wollen wir mit dem Workshop ermöglichen. 


Hierzu bitten wir um die Einreichung von Abstracts, die einen typischen oder besonders prägnanten Fall oder eine spezifische begriffliche Perspektive auf die Gestaltung oder Analyse hybrider Akteurskonstellationen vor- und zur Diskussion stellen. Im Mittelpunkt sollen die Besonderheiten und Herausforderungen (der Gestaltung) des Mensch-Maschine-Verhältnisses in unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern stehen. Thematische Schwerpunkte können sein:


  • KI-gestützte Interaktionen in Staat, Verwaltung, Medizin, Pflege oder Bildung
  • Algorithmische Entscheidungssysteme in konkreten Anwendungsbereichen
  • Formen sozialer Präsenz in virtuellen oder erweiterten Realitäten
  •  Neue Rollenbilder in technologisch geprägten Arbeitsumgebungen
  •  KI-gestützte Co-Piloten in Verwaltung, Justiz, Journalismus und weiteren gesellschaftlichen Feldern
  • Algorithmen und Bots in digitalen Öffentlichkeiten
  • Governance-Modelle für Mensch-Maschine-Kollaboration: Macht, Kontrolle, Trainingsdaten, Haftung, digitale Souveränität, Ethik
  • Erweiterungen und Verweigerungen der Interaktionsmöglichkeiten durch technische und/oder menschliche Gatekeeper
  • Zukunftsbilder für hybride Interaktions- und Entscheidungssysteme in verschiedenen gesellschaftlichen Feldern
  • Methodische und theoretische Zugänge zur Analyse von Mensch-Technik-Kommunikation


Das Ziel des Workshops besteht in der grundlegenden, multi- und interdisziplinären Exploration des gegenwärtigen Zusammenspiels von Mensch, Technik und Kommunikation. Theoretische Analysen und empirische Arbeiten aus verschiedenen disziplinären Zusammenhängen und unterschiedlichen Abstraktionsgraden sind daher explizit erwünscht. Die obige Aufzählung dient lediglich der Orientierung und versteht sich ausdrücklich nicht als thematische Einschränkung.


Wir freuen uns über Beitragsvorschläge in Form eines kurzen Abstracts (max. 2800 Zeichen, inkl. Leerzeichen, exkl. Literaturverzeichnis). Diese können bis 31.08.2025 an judith.reinbold@zu.de und marius.hupperich@zu.de eingereicht werden.


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