Feb 202413Di
Wissenschaftliche Events
19.15 Uhr – 21.00 Uhr
Friedrichshafen | ZF Campus, Black Box 1.09

Ringvorlesung "Academic Cannibalism" | Alle Macht den Zahlen? Die Universität im Wettbewerb um Exzellenz

Prof Dr Richard Münch

Ringvorlesung "Academic Cannibalism" | Alle Macht den Zahlen? Die Universität im Wettbewerb um Exzellenz

Alle Macht den Zahlen? Die Universität im Wettbewerb um Exzellenz

Die stark gewachsene Bedeutung internationaler Universitätsrankings und die dadurch geschaffene akademische Champions League führen zusammen mit der globalen Verbreitung von New Public Management im Zeichen des Neoliberalismus zu einer Überlagerung des individuellen wissenschaftlichen Wettbewerbs um genuin wissenschaftliches und symbolisches Kapital, das heißt um Erkenntnisfortschritt und Anerkennung durch die wissenschaftliche Gemeinschaft durch den institutionellen ökonomischen Wettbewerb von Universitäten um institutionelles Kapital, das heißt um Forschungsmittel, erfolgreiche Forscher:innen, begabte Studierende und Machtpositionen, mit denen sie sich Wettbewerbsvorteile verschaffen können. Die von Robert K. Merton identifizierten Spielregeln guter wissenschaftlicher Praxis – Universalismus, organisierter Skeptizismus, intellektueller Kommunismus und Uneigennützigkeit – in der Obhut der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der einzelnen Fachgesellschaften am autonomen Pol des akademischen Feldes werden durch die ökonomischen Spielregeln des Strebens nach Monopolrenten aus Wettbewerbsvorteilen und Marktmacht am heteronomen Pol verdrängt. In diesem Vortrag sollen drei Wesenszüge der Universität in diesem Wettbewerb und ihre Wirkung auf die wissenschaftliche Praxis und die Offenheit der Wissensevolution untersucht werden: Die nach Wettbewerbsvorteilen strebende unternehmerische Universität, die auf betriebswirtschaftliches Qualitätsmanagement zielende Audit-Universität und die auf Drittmitteleinwerbung im großen Stil ausgerichtete strategisch planende Drittmittel-Universität.


Richard Münch, Jahrgang 1945, ist Seniorprofessor für Gesellschaftstheorie und komparative Makrosoziologie an der Zeppelin Universität Friedrichshafen. Nach dem Studium der Soziologie, Philosophie und Psychologie an der Universität Heidelberg von 1965 bis 1970 lehrte er an den Universitäten Augsburg, Köln, Düsseldorf und Bamberg sowie als Gastprofessor in Göttingen, Bielefeld und Los Angeles. Er war Mitherausgeber mehrerer deutscher und amerikanischer Fachzeitschriften der Soziologie und ist Mitglied der Berlin- Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Von der Deutschen Gesellschaft für Soziologie wurde er 2018 mit dem Preis für ein hervorragendes wissenschaftliches Lebenswerk geehrt, 2022 erhielt er den Meyer-Struckmann-Preis der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf für hervorragende geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung.

Sprache
Deutsch
Veranstaltungsart
Öffentlich
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