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21.03.2017

„Zur filmischen Ästhetik des Nullpunkts“

Prof Dr Oliver Fahle | „Zur filmischen Ästhetik des Nullpunkts“

Di. 21. März | 19:15-21:00 | Friedrichshafen | ZF Campus, Blackbox 1.09

Prof Dr Oliver Fahle

Über den Vortrag:
Eine Ästhetik des Einfachen ist im Film immer wieder thematisiert worden, insbesondere wenn es darum ging, sich von großen, aufwändigen, durchkomponierten und vermeintlich künstlichen Studiokulissen Hollywoods abzusetzen. Insbesondere der moderne Film ab den 1960er Jahren (aber in gewissem Sinne auch schon der „italienische Neorealismus der frühen 1940er Jahre) setzte den illusionierenden großen Erzählungen mit langen Einstellungen, den optischen und akustischen Situationen sowie der Betonung der Plansequenz eine Politik der Einfachheit entgegen, etwa in den Werken von Michelangelo Antonioni, Bela Tarr, Wim Wenders, Jim Jarmusch, Abbas Kiarostami und anderen. Warum kommt der Film immer wieder auf seine Grundlagen der Einstellung und des bewegten Bildes zurück? Und inwiefern ist diese Einfachheit mit der zunehmenden Komplexität der Bilder und Töne verschränkt? Der Vortrag lotet diese Ästhetik des Nullpunkts, die stets von neuem in der Filmgeschichte aufscheint, anhand verschiedener Beispiele aus und fragt nach den Implikationen des Einfachen im modernen Film.

Über den Vortragenden:
Oliver Fahle. Studium der Theater-,Film- und Fernsehwissenschaft, Philosophie und Politologie in Bochum und Berlin sowie der Etudes cinématographiques et audiovisuelles in Paris. Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent an der Bauhaus-Universität Weimar (1994-2002) und Promotion zur Ästhetik des französischen Films der 1920er Jahre. Juniorprofessor für Geschichte und Theorie der Bildmedien an der Bauhaus-Universität Weimar (2002-2009) sowie Vertretungsprofessur in Jena (2004/05) und Gastprofessur an der Universidade Federal de Minas Gerais in Belo Horizonte, Brasilien (2006). Seit 2009 Professur für „Filmwissenschaft mit dem Schwerpunkt Filmtheorie und Filmästhetik" an der Ruhr-Universität Bochum. Wichtige Publikationen: zusammen mit Lorenz Engell, Vinzenz Hediger, Christiane Voss: Essays zur Film-Philosophie, München 2015; Bilder der Zweiten Moderne, Weimar 2005; Jenseits des Bildes. Poetik des französischen Films der zwanziger Jahre, Mainz 2000.


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