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Aktuelle Promotionsvorhaben

Christian Weining

Bild zum Promovierenden

Portrait

Christian Weining studierte im Bachelor und Master Kommunikations- und Kulturwissenschaften an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen und der Universität Lettlands in Riga. In seinen Abschluss- und Forschungsarbeiten beschäftigte er sich mit dem Literaturfeld der Hörerinnen- und Hörertypologien, dem Zusammenhang von philosophischen und empirischen Modellen des ästhetischen Erlebens und analysierte das Feld von empirischer Literatur zum Konzerterleben. In einem Forschungsprojekt zu Nicht-Besucherinnen und -besuchern von Kultureinrichtungen, das er mit Prof. Dr. Martin Tröndle im Rahmen eines Seminars entwickelte und durchführte, analysierte er das Kulturnutzungsverhalten von Berliner Studierenden (siehe Publikationen).
Von September 2017 bis Dezember 2018 war er studentische Hilfskraft am WÜRTH Chair of Cultural Production, von Oktober 2017 bis Juni 2018 Assistent beim Bodenseefestival sowie von Juni bis August 2019 in der Konzertorganisation des Schleswig-Holstein Musikfestivals tätig. Aktuell arbeitet er als Projektkoordinator und wissenschaftlicher Mitarbeiter für das interdisziplinäre Forschungsprojekt Experimental Concert Research (ECR), in dessen Rahmen er auch promoviert.

Promotionsvorhaben

In seiner Doktorarbeit untersucht Christian Weining multimethodisch den Zusammenhang zwischen der individuellen Art und Weise des Musikhörens und dem Erleben im klassischen Konzert. Häufig werden in der musikpsychologischen und soziologischen Literatur zur Bestimmung musikalischen Hörverhaltens Typisierungen vorgenommen; selten jedoch wird dabei der situative Kontext berücksichtigt, in dem die Hörerfahrung gemacht wird.
Es ist zu vermuten, dass die Hörweise einen entscheidenden Einfluss auf das Konzerterleben hat und dass in Abhängigkeit des Konzertformats verschiedene Hörweisen evoziert werden. Um dieser Annahme nachzugehen, werden basierend auf den Rezeptionsmodi eines Opernpublikums nach Rössel (2011), für das klassische Konzert typische Hörweisen identifiziert und auf ihren Zusammenhang mit dem Erleben und unterschiedlichen Konzertformaten untersucht.
Im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojekts Experimental Concert Research (ECR) werden dafür Daten von 800 Konzertbesucherinnen und -besuchern mit Hilfe von standardisierten Fragebögen, physiologischen Messungen, qualitativen Interviews und Videoaufzeichnungen gesammelt. Die eigens veranstaltete Konzertreihe wird als wissenschaftliches Experiment im ökologisch validen Setting eines klassischen Konzerts durchgeführt. Die Variation der Konzertformate innerhalb der Reihe, bietet dabei die Möglichkeit zur Untersuchung des Einflusses der jeweiligen Formatvariationen.
Mit dem Anspruch der Integration verschiedener Methoden und vor dem Hintergrund der Komplexität des ästhetischen Erlebens, gehen sowohl die ermittelten quantitativen und qualitativen Daten in die Analyse ein. Die Frage nach typischen Hörweisen im Konzert und ihrem Zusammenhang mit dem Erleben, lässt sich so vielversprechend und multiperspektivisch untersuchen.

Publikationen

  • Tröndle, Martin / Weining, Christian / Sailer, Anniken / Tschacher, Wolfgang: (Nicht)Besucher quantitativ gesehen, in: Martin Tröndle (Hrsg.): Nicht-Besucherforschung. Audience Development für Kultureinrichtungen, Wiesbaden, Springer VS, 2019, (Edition WÜRTH Chair of Cultural Production), https://doi.org/10.1007/978-3-658-25829-0

Weitere Informationen zum WÜRTH Chair of Cultural Production