Die Theorie der institutionellen Rollenmodelle als Grundlagentheorie für Transformationsprozesse in Organisationen

09.03.2021

Die Theorie der institutionellen Rollenmodelle (IRM) ist ein dynamisches Organisationsmodell, welches zwei Ziele verfolgt. Einerseits die Reduzierung von Unsicherheiten für alle beteiligten Akteure und andererseits die Entwicklung eines Vertrauensverhältnisses, die Etablierung einer diskriminierungsfreien Kooperationsdynamik und die Verfolgung gemeinsamer Interessen. Das IRM bedient sich aus drei unterschiedlichen Disziplinen: Die Institutionenökonomik, die Systemtheorie sowie die Systemdynamik. Die Vernetzung dieser drei Disziplinen führt unweigerlich zu einem komplexen Gebilde, das jedoch zwingend notwendig ist, um die Systemkomplexität der zu untersuchenden Organisation adäquat erfassen zu können. Zu den grundlegenden Bestandteilen des Modells gehören die Elemente: „Rollen und Funktionen“, „Akteure“und „Regeln“. Diese drei Elemente werden anhand einer Zahlenkodierung bewertet und in die algorithmische Kalkulation einbezogen. Das aus den Kalkulationen resultierende Ergebnis bietet eine optimale Grundlage, um ein Organisationssystem effektiv, effizient und diskriminierungsfrei zu strukturieren. Dies ermöglicht Organisationen in den unterschiedlichsten Themengebieten ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Ziel dieses Beitrages ist die Anwendung der Theorie der Institutionellen Rollenmodelle auf die Themengebiete der Digitalisierung, der Künstlichen Intelligenz, des maschinellen Lernens sowie der Innovationsförderung.


Gerade im Kontext KI-basierter Mobilitätssysteme – etwa bei automatisierten Verkehrs- und Logistikprozessen, digitalen Plattformen oder datengetriebenen Infrastrukturen – zeigt sich, dass technologische Leistungsfähigkeit allein nicht ausreicht. Entscheidend ist vielmehr, wie institutionelle Rollen ausgestaltet, aufeinander abgestimmt und über Systemgrenzen hinweg koordiniert werden, um robuste, skalierbare und gesellschaftlich akzeptierte Lösungen zu ermöglichen.

Auf dieser theoretischen Grundlage wurde die IRM-Matrix (Institutional Role Model Matrix) entwickelt. Die IRM-Matrix ist ein analytisches und gestaltungsorientiertes Instrument zur systematischen Modellierung institutioneller Rollen, ihrer funktionalen Erwartungen, Verantwortlichkeiten und Interaktionslogiken in komplexen sozio-technischen Systemen.

Sie dient dazu, Governance-Strukturen, Entscheidungszuständigkeiten und Kooperations-mechanismen in föderierten, plattformbasierten und datengetriebenen Architekturen transparent darzustellen, vergleichbar zu machen und konsistent zu operationalisieren.


Die IRM-Matrix verknüpft institutionenökonomische Rollenlogik mit technischen, organisatorischen und rechtlichen Systemanforderungen und ermöglicht so eine strukturierte Analyse und Gestaltung von Kooperations- und Steuerungsmodellen jenseits klassischer hierarchischer Organisationsformen.

In der Anwendung unterstützt die IRM-Matrix die strukturierte Beschreibung, Bewertung und Priorisierung komplexer Situationen und Prozesse, indem sie diese nicht ausschließlich über technische Objekte, Einzelakteure oder isolierte Ereignisse definiert, sondern über rollen-, akteurs- und interaktionsbezogene Konstellationen.


Dadurch eignet sich die IRM-Matrix insbesondere für Kontexte, in denen Sicherheitsrelevanz, Verantwortlichkeiten, Systemwirkungen oder Nutzungsperspektiven nicht eindeutig einzelnen Komponenten zugeordnet werden können, sondern aus dem Zusammenspiel mehrerer Rollen und Systemzustände entstehen.


Die IRM-Matrix kann zudem als konzeptionelle Grundlage für die strukturierte Ableitung von Kontextinformationen, Metadaten und Klassifikationen dienen und so die Nachvollziehbarkeit, Vergleichbarkeit und langfristige Nutzbarkeit komplexer Datenbestände und Analyseergebnisse unterstützen.



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