Heute ist die Studie „Frauen in Top-Managementorganen öffentlicher Unternehmen (FIT-Public Management-Studie 2026)“ des Lehrstuhls für Public Management & Public Policy erschienen. Deutschlandweit berichten viele Medien über die Studie.
Die vollständige Studie und weitere frei verfügbare Studien des Lehrstuhls können Sie hier abrufen. Weiter unten in den News finden Sie auch Zitate für die Medien.
Dem Staat und öffentlichen Unternehmen wird in der Diskussion um die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Führungspositionen eine besondere Vorbildfunktion zugeschrieben. Die chancengerechte Besetzung von Spitzenpositionen mit fachlich und charakterlich geeigneten Personen ist von besonderer Bedeutung für die Zukunftsgestaltung des öffentlichen Sektors und ein Kernthema nachhaltiger Public Corporate Governance.
Die als Langfristvorhaben konzipierte FIT-Public Management-Studie untersucht – anknüpfend an die Vorjahresstudien – mit Daten von April 2026 die Repräsentation von Frauen in Top- Managementorganen bei 2.049 öffentlichen Unternehmen von 69 Städten sowie der Bundes-/ Landesebene.
Die Studienergebnisse im Überblick:
Unterschiede zwischen den Städten – insbesondere bei Neubesetzungen – sind diskussionswürdig, sollten aber stets kontextabhängig eingeordnet werden.
Neben vielfältiger „Kulturarbeit“ und nachhaltiger Personalentwicklung erscheint es angesichts der Studienergebnisse zentral, in jeder Gebietskörperschaft zeitnah Empfehlungen in einen Public Corporate Governance Kodex (PCGK) aufzunehmen, die die Anforderungen aus § 77a GmbHG zur Mindestbeteiligung von Frauen in Top-Managementorganen und aus § 76 AktG/§ 36 GmbHG zu Zielgrößen für die obersten Managementebenen aufgreifen. In der aktuellen Debatte zwischen starren gesetzlichen Vorgaben und dem Verzicht auf Regulierung können PCGK-Regelungen zur Frauenrepräsentation als diskussionswürdige, innovative und praxisnahe Alternative betrachtet werden. PCGKs schaffen nicht unnötige Bürokratie, sondern können durch kontextsensible Empfehlungen auch zur sachgerechten Vermeidung pauschaler gesetzlicher Vorgaben beitragen.
Mit dieser Studie erhalten Politik, Verwaltung, Beratung, öffentliche Wirtschaft und Medien wieder ein aktuelles empirisches Fundament und Impulse für die anstehende Debatte.
Das Lehrstuhlteam von Herrn Professor Papenfuß bedankt sich bei den fördernden Kooperationspartnerinnen und -partner zfm - Zentrum für Management- und Personalberatung Edmund Mastiaux & Partner und der AKDB – Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern für die Förderung der Studie und die Begleitung der Diskussion in der Praxis sowie unserem Co-Förderer Verband kommunaler Unternehmen (VKU e.V.).
Am Freitag, den 19.07.2026, findet von 09:00 – 10:30 Uhr eine Online-Paneldiskussion anlässlich der Studienveröffentlichung statt. Zur Anmeldung über CleverReach.
Zitate von Prof. Dr. Ulf Papenfuß für die Medien:
| „Der massiv gesunkene Frauenanteil bei Neuberufungen verdient besondere Diskussion, da dies der Hebel für die Zukunftsgestaltung ist.“
| „Integrierte Führungskräfteentwicklung „im Konzern Stadt“, ein Public Corporate Governance Kodex als Alternative zu starren gesetzlichen Vorgaben und Vergleichsanalysen sind zentral für die Gewinnung von Talenten in Führungspositionen.“
Zitate der fördernden Kooperationspartnerinnen und -partnern für die Medien:
| Gudrun Aschenbrenner, Vorstandsmitglied der AKDB – Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern:
„Die FIT-Public Management-Studie von Prof. Papenfuß und seinem engagierten Team ist ein wichtiger Impuls für mehr Frauen in Führungspositionen öffentlicher Unternehmen. Sie macht sichtbar, wo wir stehen – und wo Unternehmen besser werden müssen. Für mich ist das nicht nur Forschung, sondern echte Pionierarbeit für mehr Gleichberechtigung und Vielfalt – und deshalb unterstützen wir als AKDB die Studie auch in diesem Jahr wieder mit voller Überzeugung.“
| Karin Pfäffle, Sprecherin der Geschäftsführung und Arbeitsdirektorin Hamburger Energienetze und Vertreterin des VKU-Ausschusses Personal:
„Diversität ist kein Selbstzweck, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor für zukunftsfähige öffentliche Unternehmen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können wir es uns nicht leisten, auf Talente zu verzichten.“
| Edmund Mastiaux, Inhaber zfm – Zentrum für Management- und Personalberatung, Edmund Mastiaux & Partner:
„Wir laufen keinen Sprint, sondern einen Marathon, und das Ziel ist noch nicht in Sicht. Eine adäquate Repräsentation von Frauen muss nach wie vor auf vielen Ebenen mitgedacht werden, um eine langfristige und sozial nachhaltige Angleichung der Geschlechterrepräsentation zu erzielen.“
„Auch wenn die Repräsentation von Frauen in Top-Managementpositionen in öffentlichen Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr angestiegen ist, kann man noch nicht von einer branchenübergreifenden Diversität und Chancengleichheit sprechen. Die FIT-Public Management-Studie zeigt dies deutlich und legt dar, dass es noch weiterer langfristiger Anpassungen bedarf, um Frauen ihre berufliche Verwirklichung zu ermöglichen.“