Im Rahmen der TSRG Summer School 2026 hat Dr. Matthias Niedenführ, Senior Research Fellow am LEIZ, einen Workshop zu „Transkulturellem Management und asiatischer Unternehmenskultur“ geleitet. Teilnehmende kamen aus Deutschland, Polen, Litauen, Südafrika, Nigeria, China und Vietnam.
Transkulturelle Kompetenz hat Dr. Niedenführ im Workshop nicht als abschließend erlernbare Fähigkeit behandelt, sondern als einen Prozess, der sich über die Zeit entwickelt. Anhand der Interkulturellen Sensibilitätsskala nach Bennett haben die Teilnehmenden nachvollzogen, wie Individuen sich von ethnozentrischen Sichtweisen hin zu Ethnorelativismus bewegen. Heterogene Teams entfalten ihr Potenzial dabei erst, wenn kulturelle Unterschiede aktiv verstanden und integriert werden.
Ostasiatische Managementansätze haben im Workshop ebenfalls eine zentrale Rolle gespielt. Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus prägen Führungsverständnis, Organisationsstrukturen und strategisches Denken in der Region grundlegend. Dabei ist deutlich geworden, dass vermeintliche Ineffizienzen wie konsensorientierte Entscheidungsfindung in Japan keine Schwächen sind, sondern alternative Rationalitäten, die langfristiges Vertrauen und Nachhaltigkeit fördern.
Beiträge der Teilnehmenden aus Afrika, Asien und Europa haben bestätigt, dass es kein universelles Managementmodell gibt. Hybride Ansätze, die lokale Logiken wie Ubuntu, relationale Führung und westliche Leistungsorientierung verbinden, erscheinen zielgeführter als die Übertragung eines einzigen Modells.





