LEIZ-Forscher beim Workshop zu Wirtschaftsgeschichte aus vergleichender Perspektive in Oxford

30.09.2025

Dr. Niedenführ, Senior Research Fellow am LEIZ, wurde kürzlich eingeladen, beim zweiten Workshop zu Wirtschaftsgeschichte aus vergleichender Perspektive am Nuffield College der Universität Oxford einen Vortrag zu halten. Der Workshop fand am 4. und 5. August statt und brachte Wissenschaftler aus Europa, Nordamerika und Ostasien zusammen. Gemeinsam wurden langfristige strukturelle Veränderungen in Wirtschaftssystemen untersucht, sowie die Dynamik von Institutionen und kulturellem Denken. 


Die Veranstaltung bot ein wichtiges Forum für den interdisziplinären Dialog und integrierte historische, philosophische und empirische Perspektiven. Eine detaillierte Zusammenfassung des Workshops wurde inzwischen auf Chinesisch veröffentlicht, einschließlich des Beitrags von Dr. Niedenführ. 


Die Highlights der Präsentation


Dr. Niedenführs Präsentation konzentrierte sich auf: „Beziehungskonzepte im neokonfuzianischen Denken, die in der zeitgenössischen chinesischen Geschäftspraxis wiederbelebt wurden”. In seinem Vortrag untersuchte er, wie zeitgenössische chinesische Unternehmer die neokonfuzianische Beziehungsethik neu interpretiert haben, unter Berücksichtigung von Vordenkern wie Zhu Xi, Wang Yangming und Chen Liang. 


Auf der Grundlage umfangreicher Feldforschungen in Unternehmen wie Fotile und Good Ark untersuchte Dr. Niedenführ, wie Konzepte wie Liangzhi (angeborenes moralisches Wissen), Cheng (Aufrichtigkeit) und Guanxi Lixing (Beziehungsrationalität) die Unternehmensführung, die Führung und das Engagement der Stakeholder beeinflussen. 


Die Arbeit beleuchtet die Entstehung einer besonderen Form des konfuzianischen Unternehmertums. Dabei handelt es sich um eine Form des Unternehmertums, bei der die Geschäftstätigkeit nicht nur transaktional ist, sondern auch auf Beziehungen und ethischen Grundsätzen basiert. Es umfasst die moralische Bildung, das Wohlergehen der Mitarbeiter und die Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft. Die Forschung zeigt, wie die Idee, tugendbasierte Ethik in einer wettbewerbsorientierten Marktwirtschaft anzuwenden, sowohl positive als auch negative Seiten haben kann. 


Dr. Niedenführs Präsentation baute auf seiner Habilitationsschrift auf: „Confucian Entrepreneurship: Chinese Business Ethics in the Past and Present” (Konfuzianisches Unternehmertum: Chinesische Wirtschaftsethik in Vergangenheit und Gegenwart) und leistet einen Beitrag zur laufenden Debatte über indigene Wirtschaftsethik und relationale Governance. 


Der Dank gilt den Universitäten von Oxford, Tsinghua, Hong Kong und der Shanghai Jiao Tong University für die Ermöglichung dieses wertvollen und kooperativen Austauschs.

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